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Der poetologische Zuschauer



Doch nun zurück zur Lehre vom vierfachen Schriftsinn, die aufgrund ihrer hier vorgenommenen Ausrichtung in der poetologischen Rekonstruktion des einzelnen literarischen Textes ihre Vollendung findet: als Literaturwissenschaft im strengen Sinne.
      Zusammenfassend ist erneut zu betonen: Im aktuellen Kontext der literaturwissenschaftlichen Methodendiskussion leistet der so verstandene vierfache Schriftsinn zunächst, den Anspruch der »kritischen Historie« auf Alleinherrschaft zu brechen, ohne jedoch dem Leser die Anwendung des Verstandenen auf sich selbst zu verwehren - diese Anwendung macht ja den tropologischen Sinn aus. Literaturwissenschaft im strengen Sinne findet jedoch hierin nicht ihre Vollendung, sondern in der poetologischen Rekonstruktion, die im poetologischen Zuschauer das ihr adäquate Bewusstsein findet. Der poetologische Zuschauer ist nicht nur ganz bei der zu rekonstruierenden Sache, sondern verfolgt gleichzeitig mit höchster Reflexionswachheit sein eigenes Tun. Er weiß dabei, dass dichterische Wirklichkeit auf Laboratoriumsbedingungen angewiesen ist, die ausschließen, was nicht dazu gehört, und damit einschränken und festlegen, über was sich verbindlich reden lässt. Dieses Wissen impliziert der anagogische Sinn als höchste Stufe des geistigen Schriftsinns in seiner hier vorgenommenen universellen Ausrichtung. Musterbeispiel einer poetologischen Rekonstruktion sind Edgar Allan Poes Ausführungen zu seinem Gedicht TheRaven, auf die im übernächsten Kapitel, das die Verfahrensweise des poetischen Geistes erläutert, im Detail eingegangen wird.
     

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