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Schreiberlust und dichterfrust
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Ich ist ein anderer


Über Autoren als Verwandlungskünstler, über das Erzählen in Büchern und die seltsame Verführung durch das kleine Wort »ich« Wenn der Tag schon damit anfängt, dass du verschlafen hast, dass du dir die Zunge am Frühstückstee verbrennst, den Bus verpasst, dann noch unvermutet abgefragt wirst und schließlich au

s Versehen eine dumme Bemerkung machst, so dass dich alle auslachen, spätestens dann wünschst du dir, jemand ganz anderer zu sein. Jemand, dem all so etwas nie passiert. Am besten jemand Berühmtes, Erfolgreiches, Kluges, Mutiges. Ein Forscher vielleicht, eine Abenteurerin, ein König oder gleich ein Film-, Sport- oder Popstar.


Autoren als Verwandlungskünstler
Wer Romane schreibt, hat in so einem Fall eine Menge Vorteile, denn er kann sein, wer er will. Er setzt sich an den Schreibtisch, schaltet den Computer ein und erfindet sich ein anderes Ich: »Heute wachte ich wie immer pünktlich und ausgeschlafen auf. Ein herrlicher Tag begann, als mir der wohltemp [ ... ]
Erzählen im Alltag und im Buch
Ein bisschen rätselhaft ist es schon, dass ein so bedeutender Unterschied zwischen dem Erzählen im Alltag und dem Erzählen in Büchern besteht. Doch während ich meinen Bruder, der mir von seinem Urlaub berichtet, vor mir sehe, weiß ich in Romanen oft gar nicht, wer da erzählt. Der Autor ist es jedenf [ ... ]
Die Entscheidung »Er« oder »Ich«
Eine grundsätzliche Entscheidung ist, ob der Autor eine Figur ihre eigene Geschichte erzählen lässt oder ob die Geschichte einer Figur erzählt wird. Es ist ein bisschen wie beim Duell im Wilden Westen, denn es gilt, eine klare Entscheidung zu treffen: »Er« oder »Ich«? Für das »Ich«-Schreiben gibt es [ ... ]
Die Besonderheiten des Ich-Schreibens
Trotzdem ist etwas Besonderes um das Wort »ich«, denn jeder, der es in einem Buch liest, kommt einmal in Versuchung, es auf sich selbst zu beziehen. Natürlich weiß jeder Lesende, dass er nicht Robinson Crusoe ist, doch je öfter er »ich« liest, umso mehr gerät er in die Person des Helden hinein, denn [ ... ]
Goethes Ersatzlösung
In schlimme Schwierigkeiten geriet Johann Wolfgang Goethe (1749-1832). Er wurde mit seinem ersten Roman »Die Leiden des jungen Werthers« (1774), in dem er eigene Erlebnisse in Literatur überführt, weltberühmt. In diesem Buch, das Goethe mit 24 Jahren schrieb, geht es um den jungen Werther, der mit s [ ... ]
Karl Mays Verwechslung von Ich und »Ich«
Obwohl er sich seiner Ersatzfigur sehr nah fühlte, trat Goethe nie ernsthaft als Werther auf und spielte nur dann und wann mit der Rolle. Ein anderer ging da einige Schritte weiter. Es war der Abenteuerschriftsteller Karl May (1842-1912), der ganz besonders unter der Verwechslung seiner selbst mit s [ ... ]



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