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Schreiberlust und dichterfrust
Wie man zu seinem Stoff kommt Sieben geheimnisvolle Eichenkisten, mit Eisen beschlagen, stehen auf dem Dachboden einer Kirche in England. Eines Tages, Mitte des 18. Jahrhunderts, sprengt man die Schl
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Das geistige Eigentum und seine Grenzen



Eine Sache blieb Stevenson stets peinlich. Der Stoff für sein Buch entstand zwar vor seinem geistigen Auge, während er an einer Karte zeichnete, doch dass er zu Beginn so rasch und leicht schreiben konnte, hing damit zusammen, dass er eine Geschichte erzählte, die schon einmal erzählt worden war. Das galt jedenfalls für eine Menge von Einzelheiten und für die ersten Kapitel. Stevenson nannte das später selbst geistigen Diebstahl oder Plagiat und gab zu: »Kein Zweifel, der Papagei gehörte einst Robinson Crusoe- Kein Zweifel, das Skelett ist von Poe übernommen.« Vor allem aber übernahm er - unbewusst, wie er betonte - für den Anfang seines Buches den Ort der Handlung, die Stimmung, Figuren und sogar Namen aus Washington Irvings »Erzählungen eines Reisenden«.

      Nun sind ein Kaufhausdiebstahl und geistiger Diebstahl zweierlei, obwohl auch schon Autoren wegen Ideenklau vor Gericht kamen. Die Richter geraten in Prozessen um geistiges Eigentum schnell in Entscheidungsnot, denn es gehört zum Wesen der Kunst, sich an anderen Künstlern und ihren Werken zu orientieren. Praktisch in jedem Buch, Musikstück oder Bild finden sich Bezüge zu anderen Werken. Künstler lesen, sehen, hören so viel, dass sie leicht unbewusst etwas schreiben, malen, komponieren, das Produkten ihrer Vorgänger ähnelt oder auf sie zurückgreift. Häufiger noch kommt die bewusste Bezugnahme vor, für die es zahlreiche Gründe gibt.
     

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