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Sachkultur und gesellschaftsstil

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Das Zeremoniell des ritterlichen Einzelkampfes



In der höfischen Dichtung wurden Massenschlachten und Einzelkämpfe geschildert. Große Schlachten kamen aber fast nur in den Epen mit antiken Stoffen, in der Kreuzzugsepik und in der Heldendichtung vor, während im Artusroman Schlachtbeschreibungen selten waren. Um so größeren Raum nahmen hier die Schilderungen von Einzelkämpfen ein, die oft über Hunderte von Versen gingen, was die Lektüre dieser Texte für uns eher beschwerlich macht, zumal den Schilderungen jede Spannung im Hinblick auf den Ausgang der Kämpfe abgeht. Von den zeitgenössischen Zuhörern dagegen sind diese Teile offenbar als wichtig und aktuell angesehen worden, hauptsächlich wohl deswegen, weil hier die überlegene Technik der ritterlichen Waffenführung zur Darstellung kam.

      Der ritterliche Einzelkampf folgte einem festen Ritual. Er begann fast immer als Lanzenkampf, an den sich in einer zweiten Phase ein Kampf mit dem Schwert anschloß. Die Dichter haben oft hervorgehoben, daß sich die Schönheit und Tüchtigkeit des Ritters in seiner Haltung offenbarten. Wie er gewappnet auf dem Pferd saß, die Lanze aufgerichtet zum Zeichen seiner Kampfbereitschaft oder schon zum Stoß gesenkt: das ist offenbar als Inbegriff ritterlicher Vorbildlichkeit empfunden worden. »Kein Maler könnte ihn schöner malen, wie er auf dem Pferd saß.« Wie sehr diese Haltung das Selbstbewußtsein der adligen Herren ansprach, ist daran abzulesen, daß die Fürstenim 12. und 13. Jahrhundert Reitersiegel benutzten, auf denen sie sich in dieser Positur abbilden ließen .
      Gegenüber dem älteren Kampfstil war der Anritt mit der Stoßlanze eine besonders charakteristische Phase des modernen ritterlichen Einzelkampfs. Man nannte das hurten »anrennen« und benutzte dafür vor allem französische Wörter: poinder bezeichnete das »Losrennen«, puneiz das »Anrennen«, panieren »mit der Lanze anstürmen«, sambelieren »mit den Schenkeln drücken«, kalopieren »galoppieren«, leisieren »mit verhängten Zügeln reiten«. Vorher hatte es im Deutschen keine Wörter für die verschiedenen Arten des Galopps gegeben. Jetzt übernahm man walap »Galopp« und rabine »gestreckter Galopp«, um die Bewegungsabläufe beim Anrennen mit der Lanze begrifflich zu fassen. Am schwierigsten war beim Anritt die gleichzeitige Beherrschung des Pferdes und der Waffen. Der Ritter hielt in der einen Hand die Lanze, in der anderen den Schild und trieb das Pferd mit den Beinen an, mit Schenkeldruck , Fußeinsatz und Sporen. »Mit Schenkeldruck, mit Sporen und mit den Fersen lenkte er das Pferd an den Flanken.«

   Den ritterlichen Lanzenkampf nannte man das »Stechen« {stecheN). Manchmal wurde mit »Stechen und Schlagen« {stechen unde slaheN) das Nacheinander von Speerkampf und Schwertkampf umschrieben. Zur Kunst des Stechens gehörtees, daß man den Gegner mit der Lanze an einer bestimmten Stelle traf. Zwei Zielpunkte wurden besonders genannt: »Wo die vier Nägel auf dem Schild sind, da soll dein Speer treffen oder dort, wo der Helm angebunden ist: das sind die beiden richtigen Ziele für den Ritter und im Zweikampf die höchste Kunst.« An diesen beiden Stellen war der Ritter am stärksten durch die gegnerische Lanze gefährdet. Die Helmschnur am Hals wurde nur unvollkommen vom Schild bedeckt; wenn die Lanze dort auftraf, konnte sie leicht in das kollier, den Halsschutz, eindringen oder gar in den Hals. »Da wo Schild und Helm zusammenkommen und wo der Hals vom Kollier umschlossen ist, da traf ihn meine Hand, so daß das Kollier aufgerissen wurde und der starke tüchtige Mann langsam herabsank.« Die vier Nägel auf dem Schild waren nicht, wie man häufig liest, ein Teil des Buckelbeschlags in der Mitte des Schildes - dort war der Schild gerade am festesten -, sondern es war die außen sichtbare Vernietung des Handgestells. »Wo man die Befestigung der Riemen an den Nägeln auf dem Schild erkennt, dorthin wurde mit ritterlichem Sinn oft gezielt.« Traf die Lanze an dieser Stelle, so konnte der Stoß durch den Schild »bis auf die Hand« gehen und den Gegner kampfunfähig machen.
      In vielen Fällen hat aber der Schild dem Aufprall der Lanze standgehalten. Dann kam es zu dem berühmten Brechen und Splittern der Lanzen, das die poetische Phantasie sehr beschäftigt hat. Bereits in der >Kaiserchronik< waren schefte brechen und sper verstecken Umschreibungen für den ritterlichen Einzelkampf . Später sagte man dafür auch sper vertuon, schefte zerklieben, schefte zerbresten, sper verswenden, sper en-zwei frumen usw. Besonders zahlreich waren die Ausdrücke für das Herumfliegen der Splitter: die sprundelen höhe flogen , die speltern üf Stuben , die sprizen gein den lüften flugen . Ruhm und Ansehen eines Ritters bema-

ßen sich nach der Anzahl der verstochenen Lanzen. Deswegen mußte ein Ritter, der auf Heldentaten aus war, immer eine größere Anzahl von Speeren bei sich haben. Als Gahmuret in Kanvoleis einritt, hatte er seine Knappen angewiesen, die bunt bemalten Lanzen zu bündeln: jeder Knappe trug ein Bündel von fünf Lanzen und eine sechste mit bunter Baniere . Als Ulrich von Liechtenstein im Jahr 1227, als Frau Venus verkleidet, durch Friaul und Kärnten zog und unterwegs freundschaftliche Stechen veranstaltete, nahm er hundert Lanzen mit auf diese Fahrt . Man hat den Eindruck, daß manchmal besonders leicht splitterndes Holz dafür verwandt wurde und daß man es beim Stechen geradezu darauf anlegte, die Lanzen splittern zu lassen. Der Gedanke, daß durch das Verstechen der vielen Lanzen der Wald dezimiert würde und daß der Ritter als ein »Waldverschwender« dastand, ist im 13. Jahrhundert oft wiederholt worden. Gerade dieser Ausdruck bezeugt das Imponiergehabe des Lanzenkampfs.
      Der im vollen Galopp mit ungeheuerer Wucht geführte Lanzenstoß hatte in vielen Fällen eine vergleichsweise geringe Wirkung. Es kam vor, daß ein Ritter zu Tode gestochen wurde. Aber nur in der älteren Epik war der Todesstoß mit der Lanze häufiger. Später bestand der Effekt des Lanzenstoßes meistens nur darin, daß einer der Gegner vom Pferd gestochen wurde. Dieses Abstechen war der Höhepunkt des Lanzenkampfs. Eine Entscheidung des ritterlichen Zweikampfs war damit jedoch nur dann erreicht, wenn der Abgestochene sich unglücklicherweise dabei einen Arm oder ein Bein brach. Für den Sieger wäre es natürlich ein Leichtes gewesen, den wehrlos am Boden liegenden Gegner zu erschlagen. Daran hatte der stärkere Ritter aber meistens gar kein Interesse. Vielmehr wartete er darauf, bis sein Gegner sich erhoben hatte und zur Fortsetzung des Kampfes bereit war. Im >Erec< wurde erklärt, warum: »Er tat das deswegen, damit niemand behaupten könnte, ihm wäre die Schmach geschehen, ihn auf dem Boden liegend zu erschlagen.« Hier wird deutlich, daß der ritterliche Einzelkampf einen stark zeremoniellen Charakter besaß und daß es dabei mehrum das gesellschaftliche Ansehen, um Ruhm oder Schande, ging als um die militärische Entscheidung.
      Der anschließende Kampf mit dem Schwert war weniger charakteristisch für die neue Waffentechnik der höfischen Zeit. Seine Darstellung war auch stärker durch traditionelle Elemente bestimmt, die zum Teil aus der antiken Literatur, zum Teil aus der mündlichen Heldendichtung stammten. Beim Schwertkampf liefen die Gegner aufeinander zu und schlugen mit ihren Schwertern so lange aufeinander ein, bis einer strauchelte oder auf die Knie sank. Den größten Effekt machte dabei der Lärm der Waffen, der manchmal wie ein Gewitter das ganze Schlachtfeld erdröhnen ließ , und ebenso der Funkenflug des aufeinander geschlagenen Metalls . Der Schwertkampf endete nicht selten mit dem Tod des einen Gegners. Noch typischer für den Ausgang des ritterlichen Einzelkampfs war jedoch der Verzicht auf die Tötung des Besiegten. Der Sieger nahm »Sicherheit« von dem Unterlegenen, das heißt er empfing das Versprechen, daß dieser sich ihm überantwortete. Das höfische Sicherheit nemen wurde auch mit dem französischen Wort fianze bezeichnet. »Er gab ihm fianze: das heißt auf deutsch Sicherheit.« Den Gegner nicht zu töten, sondern von ihm Sicherheit zu nehmen, wurde als ein spezifischer Ausdruck höfischer Gesinnung angesehen.
      Die meisten Kämpfe mit dem Schwert fanden zu Fuß statt. Manchmal wurde ausdrücklich vermerkt, daß die Kämpfer abstiegen . Über den Schwertkampf zu Pferde hat Hartmann von Aue sich sehr abfällig geäußert: »Hätten sie zu Pferde mit den Schwertern gekämpft - was sie durchaus nicht vorhatten -, so wäre das der Tod der armen Pferde gewesen. Deswegen war es für die beiden eine Pflicht, solche Dörperheit zu unterlassen und zu Fuß zu kämpfen. Die Pferde hatten ihnen nichts getan.« Andererseits hat Wolframvon Eschenbach Parzivals Schwertkampf mit Orilus als Reiterkampf geschildert, und er hat dies besonders betont: »Das geschah zu Pferd und nicht zu Fuß.« Die Reitersiegel des 12. und D.Jahrhunderts zeigten die fürstlichen Ritter häufig mit hoch über dem Kopf geschwungenen Schwert zu Pferde. Und die Schlachtbilder des 13. Jahrhunderts bestätigen, was auch die historischen Quellen bezeugen, daß die Ritter zu Pferde mit dem Schwert gekämpft haben. Wenn Hartmann von Aue im Namen höfischer Gesinnung dagegen polemisierte, so zeigt das, wie weit die poetischen Kampfbeschreibungen sich von der Wirklichkeit entfernten.
      Manchmal folgte auf den Schwertkampf als letzte Phase ein Ringkampf, der damit endete, daß der eine dem anderen das Knie auf die Brust setzte und ihn zum Aufgeben zwang. Der Ringkampf war ein typisches Motiv der Heldenepik und ist von den höfischen Dichtern nur gelegentlich aufgenommen worden. Die Versicherung, Erec habe »in seiner Kindheit in England, wie man sagt, sehr gut ringen gelernt«42, sollte wohl das Ringen als eine Variante des höfischen Einzelkampfs ausweisen. Wolfram von Eschenbach hat das kampfentscheidende Ringen sogar mehrfach gegen seine französische Vorlage eingesetzt.
      Es sind nicht nur solche Einzelheiten, die unrealistisch wirken. Die gesamte Konstruktion des ritterlichen Einzelkampfs war extrem wirklichkeitsfremd. Was die höfischen Dichter als Normalfall ritterlicher Bewährung schilderten, die Einzelbegegnung des adligen Kriegers mit einem gleichgewappneten Standesgenossen, besaß nur eine sehr schmale Basis im tatsächlichen Leben. Gerichtskämpfe sind als Einzelkämpfe ausgetragen worden; aber sicherlich nicht in der Form von Lanzenstechen. Es ist auch vorgekommen, daß besonders wagemutige Ritter zwischen den Schlachtreihen, bevor der Kampf begann, einzeln gegeneinander geritten sind. Als König Ottokar IL von Böhmen im Jahr 1271 den Ungarn gegenüberstand, »da wurde zwischen ihnen und jenen Truppen auf der Ebene manches Stechen geritten, wie man es noch aus ritterlicher Begierde zwischen den Schlachtreihen tut, damit man um so höher geachtet wird«43. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß der Chronist sichbei dieser Schilderung von poetischen Vorbildern inspirieren ließ. Ein wirklichkeitsnäheres Bild solcher Kämpfe zwischen den Schlachtreihen, die zumeist eine mutwillige Verletzung der Heeresdisziplin darstellten, hat Rahewin im Zusammenhang mit der Belagerung Mailands durch Kaiser Friedrich I. im Jahr 1158 gegeben. Mit großem Verdruß mußte der Kaiser mitansehen, wie »einige aus dem Heer aus üblicher Ruhmsucht den anderen zuvorkommen wollten« und blind auf die Stadt losstürmten, »in der Hoffnung, irgend etwas Denkwürdiges zu vollbringen«44. Der prominenteste unter ihnen war der bayerische Graf Ekbert von Putten und Formbach, dem sich eine große Zahl gepanzerter Ritter anschloß. »Man kämpfte zunächst mit Lanzen, dann mit den gezückten Schwertern«45, und in dem Gewühl von Staub und Menschen wurden die deutschen Ritter von den Mailändern zurückgeschlagen. Graf Ekbert drang alleine bis an die Mauern der Stadt vor, »denn alle flohen vor ihm, weil sie der Kraft und Kühnheit dieses Mannes nicht zu trotzen vermochten«46. Aber schließlich wurde er von einem Lanzenstich niedergestreckt, »und nachdem man ihm den Helm und den Panzer ausgezogen hatte, schlug man ihm den Kopf ab«47. So sah die Wirklichkeit aus, der die höfischen Dichter die Ideologie des ritterlichen Einzelkampfs entgegengesetzt haben.
      Es muß allerdings gelegentlich vorgekommen sein, daß die Einhaltung eines ritterlichen Kodex' auch in der Wirklichkeit erwartet wurde. Ottokar von Steiermark berichtete zum Jahr 1285, daß der österreichische Marschall Hermann von Landenberg die schwäbischen Ritter vor der unhöfischen Kampfweise des ungarischen Grafen Yban von Güssing warnte: »Ihr glaubt, es ginge hier zu wie gegen die Franzosen. Aber so höfisch weiß ich Graf Yban nicht.« Graf Yban ließ nämlich gegen die gepanzerten Ritter im Heer Herzog Albrechts von Österreich leichtbewaffnete Armbrustschützen operieren, die mitihren Geschossen die österreichische Reiterei in Verwirrung brachten und sich auf keinen Nahkampf einließen. Ganz ähnlich war die Situation im Jahr 1246 in der Schlacht bei Laa an der Thaya, wo Herzog Friedrich IL von Österreich gegen das böhmische Heer König Wenzels I. Bogenschützen einsetzte, deren Pfeile die Panzerdecken der Pferde durchschlugen, worüber sich die böhmischen Ritter bitter beklagten: »Ihr Herren aus Osterreich, ihr seid doch alle Helden. Ihr sollt ritterlich mit uns kämpfen und sollt die Schwerter benutzen und sollt um aller Damen willen höfisch mit uns fechten. Ihr schießt die Bolzen auf uns, durch die eisernen Pferdedecken hindurch, so daß wir zu Boden fallen. Das ist nicht ritterlich getan. Wer euch mit dem Schwert umgürtet hat, der soll verflucht sein; und wer euch den Schild gesegnet hat, dessen Seele soll niemals gerettet werden. Er hätte euch damals lieber einen Köcher voller Pfeile segnen sollen: mit einem solchen heidnischen Brauch wäret ihr gut bedient.« Dieser Appell blieb jedoch ohne Wirkung.
      Es ist bezeichnend, daß Armbrust- und Bogenschützen, deren schlachtentscheidende Bedeutung bereits seit der Schlacht von Hastings im Jahr 1066 offenbar war, in der höfischen Dichtung nur dort vorkamen, wo eine unritterliche und heimtückische Kampfweise geschildert wurde, zum Beispiel im Abenteuer von Schastel marveile, wo Gawan unvermutet aus dem Hinterhalt von einem Pfeilregen überschüttet wurde, gegen den er sich nur mit großer Mühe schützen konnte . Wenn einmal ein Verband von Armbrustschützen erwähnt wurde, geschah es gleich mit einem abwertenden Beiwort. Im belagerten Belrapeire gab es, neben anderen Truppen »sehr viele nichtswürdige Schützen«50. Man hat vermutet, daß das Wort arc »bösartig«, »nichtswürdig« an dieser Stelle als ein Überlieferungsfehler angesehen werden müsse, und hat dabei nicht beachtet, daß die Armbrustschützen mit ihren tödlichen Pfeilen den höfischen Dichtern allemal als minderwertig und unhöfisch erschienen sind. Die Vorbehalte gegendiese Waffen, deren Vernichtungskraft den adligen Rittern auf den Kreuzzügen bekanntgeworden -war, sind auch von der Kirche unterstützt worden. 1139 wurde auf dem Zweiten Lateranischen Konzil der Einsatz von Armbrüsten gegen Christen bei Strafe verboten. »Wir verbieten weiterhin unter Androhung des Bannfluchs, daß die tödliche und Gott widerwärtige Kunst der Armbrustschützen und Bogenschützen gegen Christen und Gläubige angewandt wird.«
Die Wirklichkeit der Kämpfe sah anders aus, als die Dichter sie beschrieben haben. König Peter I

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von Aragon ließ im Krieg gegen die Franzosen das Wasser der Pferdetränke vergiften. 30000 Pferde sollen dabei umgekommen sein, die übrigen starben an Durst . Im Krieg zwischen Flandern und Frankreich legten die Flamen, dem Rat eines Webers aus Gent folgend, Fallgruben mit spitzen Pfählen an, auf denen die französischen Ritter aufgespießt wurden . In der Schlacht von Bouvines im Jahr 1214 haben die Deutschen im Heer Kaiser Ottos

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V.

neuartige Dreikantmesser benutzt, die als besonders grausam angesehen wurden. »Die Feinde [der Franzosen] benutzten eine seltsame Waffe, die man vorher noch nicht gesehen hatte. Sie hatten nämlich lange, schmale dreikantig geschliffene Dolche mit drei scharfen Schneiden von der Spitze bis an den Griff, die sie anstelle von Schwertern gebrauchten.« Rücksichtslosigkeit und Grausamkeit im Kampf findet man auch in der höfischen Dichtung, wenn der Gegner kein Mitglied der höfischen Gesellschaft war oder wenn der Kampf religiös motiviert wurde. Als dem Heidenkönig Arofei im Kampf ein Hosenriemen riß, schlug Willehalm ihm zuerst das Bein ab und dann den Kopf . Gelegentlich wurde eine so rohe Kampfweise auch unter ritterlichen Gegnern praktiziert. Als Herzog Turnus von einem Schwertschlag des Prinzen Pallas auf die Knie gesunken war, stach er seinem Gegner aus dieser Position von unten, unter dem Harnisch hindurch, in den Bauch . Tristan nutzte im Kampf ge-gen Morolt den Moment, als sein Gegner aufs Pferd steigen wollte, und schlug ihm die rechte Hand ab. Als Morolt dann wehrlos vor ihm lag, zögerte der ritterlich erzogene Tristan nicht, ihn zu töten und ihm den Kopf abzuschlagen . Tandareis nahm seinen abgestochenen Gegner anschließend unter die Hufe: »Mit Zorn ritt er über ihn und trat ihn nieder. « Für die höfischen Dichter 'war ein solches Verhalten jedoch ein Ausnahmefall.
     

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