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Sachkultur und Gesellschaftsstil
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Sachkultur und Gesellschaftsstil



Burgen- und Pfalzenbau im I2. und I3. Jahrhundert
Das Aufkommen der hochmittelalterlichen Ad
elsburg stand im Zusammenhang mit einem Prozeß, der die Struktur und das Erscheinungsbild der adligen Gesellschaft grundlegend verändert hat. Seit dem 11. Jahrhundert verließen die Hochadelsgeschlechter ihre angestammten Höfe und Herrensitze und bauten sich,
Architektur
»Eine Burg nennt man den Ort, wo ein Turm steht, der von einer Mauer umgeben ist, und beide sich gegenseitig beschirmen.«14 Welche Bauteile als typisch für eine Burg angesehen wurden, veranschaulichen die Bestimmungen zum Burgenbau im >Sachsenspiegelj|. Man kann die Burgen auch nach ihren Besitzern
Ausstattung
Wie eine Burg um 1200 von innen aussah, ist von Lambert von Ardres zu erfahren, der in seiner >Geschichte der Grafen von Guines< die neue Burg, die Graf Arnald von Guines in Ardres errichten ließ, genau beschrieben hat. Es war - wie damals in Flandern üblich — ein mehrgeschossiger Donjon. »Der ers
H errSchaftsfunktion
Die Burgen waren militärische Anlagen. Sie dienten zur Verteidigung und sie stellten zugleich eine Bedrohung für die Feinde dar. Größere Kriege wurden im 12. und 13. Jahrhundert fast ausschließlich um Burgen und Städte geführt; das flache Land war dem Angriff fremder Truppen schutzlos preisgegeb
Prunkzelte
Die Burg war nicht die einzige Form der feudalen Wohnung. Wenn die großen Herren unterwegs waren und nicht damit rechnen konnten, jeden Tag bei befreundeten Standesgenossen ein Quartier zu finden, dann wohnten sie in Zelten. Man bediente sich der mobilen Wohnungen auf Kriegszügen und auf Pilgerreise
Kleiderordnungen
Die Kleidung war zu allen Zeiten ein Standesattribut. Im 12. Jahrhundert hat dieser Aspekt jedoch das Erscheinungsbild der adligen Gesellschaft in besonderer Weise bestimmt. Er fand seinen Ausdruck in dem von den höfischen Dichtern propagierten Gedanken, daß die Exklusivität der adligen Kleidung dur
Die Quellen der Kostümgeschichte
Wie die Standestracht der höfischen Zeit tatsächlich aussah, muß aus sekundären Quellen erschlossen werden. Denn von der weltlichen Gewandung des hohen Mittelalters ist so gut wie nichts erhalten geblieben, außer ein paar Stoffresten und einigen kostbaren Einzelstücken des Herrscherornats, wie dem s
Kostbare Stoffe
Ebenso viel Interesse wie die Kleider fanden die kostbaren Stoffe, aus denen sie verfertigt wurden. Am höchsten geschätzt waren orientalische Seidenstoffe. Für die Seide benutzte man die Wörter side aus lat. saeta undphellel aus franz. paüe. Außerdem gab es viele spezielle Seidennamen. Für das Krönu
Kleiderprunk
Die adlige Gesellschaft des 12. und 13. Jahrhunderts entfaltete einen bis dahin unbekannten Kleiderluxus. Was an der Adelsgewandung am meisten in die Augen fiel, war die Buntfarbigkeit der kostbaren Stoffe und der Reichtum an Schmuck und Verzierungen. Man verwendete Gold, Perlen und Edelsteine, um d
Das höfische Zeremoniell der Kleidung
Kleider waren auch Herrschaftszeichen, vor allem der Mantel, der einen wichtigen Teil des Herrscherornats darstellte. Mehrere kostbare Stücke sind erhalten geblieben, darunter der Sternenmantel Kaiser Heinrichs IL (t 1024) im Bamberger Dom, der einen Durchmesser von fast drei Metern hat und aus purp
Die Anfänge der höfischen Mode
Der normannische Mönch Ordericus Vitalis schrieb um 1140 in einem Rückblick auf die Zeit des beginnenden 12. Jahrhunderts, daß damals die französische Jugend ihr gesellschaftliches Erscheinungsbild radikal verändert hätte. Die jungen Adligen ließen ihr Haar in langen Locken wachsen, trugen Schnabels
Frauenkleider
Im altfranzösischen Aneasroman (Roman d'Eneas) wurde das Kleid der Königin Dido beschrieben, das diese trug, als sie mit Eneas zur Jagd ritt: »Die Königin hat ein kostbares rotes Purpurgewand angelegt, das den ganzen Körper entlang bis zu den Hüften und überall an den Ärmeln wunderbar mit Goldfäden
Männerkleider
Ãœber die modische Erscheinung der Männer ist aus der höfischen Literatur viel weniger zu erfahren. Den Beschreibungen der Frauenkleider entsprachen die Beschreibungen der ritterlichen Rüstung und der Waffen. Nur in Ausnahmefällen ist die zivile Kleidung adliger Herren so ausführlich geschildert wor
Modische Veränderungen
Nach den neueren kostümgeschichtlichen Darstellungen von Joan Evans und Erika Thiel hat der Abbau modischer Extravaganzen, der Verzicht auf übermäßigen Prunk und die Tendenz zu größerer Schlichtheit und Einfachheit die Entwicklung der Mode vom 12. zum 13. Jahrhundert bestimmt. Dieses Bild der Entwic
Kirchliche Kritik
Schon die Kirchenväter haben den weltlichen Kleiderluxus mit Mißtrauen verfolgt. So warnte der heilige Hieronymus in seinem Brief an Demetrias: »Fliehe die Leichtfertigkeit der Mädchen, die ihr Haupt schmücken, ihr Haar von der Stirn herabfallen lassen, ihre Haut glätten, Schönheitsmittel benutzen,
Historische Waffenkunde
Für die Waffen des hohen Mittelalters ist die Quellenlage ungleich günstiger als für die zivile Kleidung. Ein ganzer Wissenschaftszweig, die Waffenarchäologie, betreut die reiche materielle Hinterlassenschaft. Die erhaltenen Stücke stammen zum größten Teil aus Bodenfunden. Es sind Schwertklingen, Sp
Die ritterlichen Hauptwäffen
Die Ritterrüstung des hohen Mittelalters hatte eine lange Vorgeschichte, die bis zu den Panzerreitern der Antike zurückreichte. Wie die Bewaffnung am Ende des 11. Jahrhunderts aussah, dokumentiert am besten der Teppich von Bayeux mit seinen zahlreichen Kriegsbildcrn. Sowohl die Normannen als auch ih
Die gesellschaftliche Bedeutung der Waffen
Man wird der Bedeutung der ritterlichen Rüstung nicht gerecht, wenn man sie nur unter militärischen Gesichtspunkten betrachtet. Der gepanzerte Ritter zu Pferd schien auf den ersten Blick unverwundbar zu sein und konnte jeden, der nicht so gerüstet war, in Schrecken versetzen. Bei näherem Zusehen wir
Das Zeremoniell des ritterlichen Einzelkampfes
In der höfischen Dichtung wurden Massenschlachten und Einzelkämpfe geschildert. Große Schlachten kamen aber fast nur in den Epen mit antiken Stoffen, in der Kreuzzugsepik und in der Heldendichtung vor, während im Artusroman Schlachtbeschreibungen selten waren. Um so größeren Raum nahmen hier die Sch
Pferde
In der adligen Gesellschaft des Mittelalters hat das Pferd eine große Rolle gespielt. Die mobile Herrschaftsform brachte es mit sich, daß der ganze Hofstaat - auch die Damen - an ein Leben im Sattel gewöhnt war. Reisewagen und Sänften wurden relativ wenig benutzt. Im Zusammenhang mit der neuen Waffe
Herrenspeise
»Rüben und Sauerkraut brachte man nicht auf den Tisch. Wildbret und edler Fisch, gut gewürzt, war für die Herren zubereitet. Es gab da einen Ãœberfluß an Speisen; und dazu tranken die Recken den besten Wein, den es auf Erden gibt.«1 Ãœberall wur- de im hohen Mittelalter zwischen Herrenspeise un
Das Protokoll der höfischen Mahlzeit
Die festliche Mahlzeit unterlag einem reich ausgestalteten Zeremoniell. Meistens haben die Dichter dem höfischen Arrangement mehr Aufmerksamkeit gewidmet als der Speisenfolge. Daß man »mit höfischem Anstand« (mit zuht) aß, war das Wichtigste. In dem enzyklopädischen Werk >Ãœber die Beschaffenheit de
Die Sitzordnung
Vor dem Beginn der Mahlzeit wurde der Festsaal geschmückt. König Artus »ließ seinen Saal ganz mit Tapisserien umhängen, die herrlich von Gold glänzten. Der Boden wurde mit kostbaren Seidenteppichen belegt und darauf wurden Rosen gestreut.«37 Tische und Sitze, meist aus kostbarem Material, wurden ext
Die Bedienung
Das Zeremoniell der Mahlzeit erforderte eine große Dienerschaft. Beim feierlichen Einzug des Personals, wie Heinrich von dem Türlin ihn geschildert hat, kamen zuerst »zwanzig Kämmerer, Edelknappen von feinem Benehmen und großem Anstand«57, die trugen Becken zum Händewaschen und Handtü- eher.
Das Tafelgeschirr
Der Reichtum der Tafei zeigte sich auch in den kostbaren Tafelgeschirren aus Gold und Silber, die beim Essen benutzt wurden: »Trinkgefäße und Becher aus rotem Gold, die Schüsseln schön aus Silber«73. Ein köpf war ein pokalförmiger Doppelbecher mit hohem, rundem Deckel; ein napf ein Becher ohne Decke
Die Organisation
Es gibt zwei wenig beachtete historische Quellen aus dem 13. Jahrhundert, die die Organisation der herrschaftlichen Tafel und das Zeremoniell der Bedienung genauer ins Licht rücken. Das eine ist das Verzeichnis der >Ämter des Hofs von Henne-gau< (Ministeria curie Hanoniensis), das der hennegauische
Tischzuchten
Die Dichter haben die großen Festmähler fast immer aus der Perspektive des Hofherrn beschrieben, der dafür zu sorgen hatte, daß alles dem Protokoll entsprechend ablief. Wie die Gäste sich beim Essen benehmen sollten, wurde nur nebenbei berührt. Man kann jedoch davon ausgehen, daß bereits um 1200 in
Sauf- und Freßliteratur
Das Thema Essen und Trinken hatte auch eine komische Seite. Küchenhumor gehörte seit der Antike zu den beliebtesten Formen der Komik. In der höfischen Literatur begegneten solche Motive meistens in bewußter Entgegensetzung zum höfischen Gesellschaftsideal. Unmäßigkeit im Essen und Trinken kennzeichn

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