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Roman Chronik
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Roman Chronik



Die Doppelchronik: Roman und Geschichte
Dieser Band trägt den Titel »Roman-Chronik« aus zweierlei Gründen. Er bietet, nach den Erscheinungsdaten der Romane geordnet, Interpretationen von 37 repräsentativen erzählenden Werken der deutschsprachigen Literatur im 20. Jahrhundert. Die Auswahl ist so getroffen, daß Grundlinien der Geschichte de
Bourgeois-Satire Heinrich Mann: »Im Schlaraffenland« Ein Roman unter feinen Leuten (I900)
Aufstieg und Fall des Hans im Glück Ein Romantitel wie »Im Schlaraffenland«, an den Anfang einer Romanchronik des 20. Jahrhunderts gestellt, sieht sich vom Ausgang her wie ein blanker Zynismus an. Aber er wirkt heute doch auch nicht makaberer als jene tönerne Vollmundigkeit, mit der Kaiser Wilhel
Der erzählerische Tabubruch - Robert Musil: »Die Verwirrungen des Zöglings Törless« (I906)
Fallgruben der Internatserziehung In demselben Jahr, in dem Musils Prosawerk »Die Verwirrungen des Zöglings Törless« herauskommt, 1906, erlebt endlich Frank Wedekind den Sprung seiner >Kindertragödie< »Frühlings Erwachen« auf die Bühnenbretter. Die Uraufführung, in Max Reinhardts Berliner Kammers
Der »psychologische Tiefenforscher« - Arthur Schnitzler: »Der Weg ins Freie« (I908)
Spätzeit des Habsburgerreichs Aus der Schriftstellergruppe, die sich 1892 unter dem Namen »Jung Wien« eine Zeitlang zu einem friedlichen Wettbewerb zusammenschloß, gehen zwei überragende Autoren hervor: Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal. Mehr als die anderen repräsentieren sie die wiene
Thomas Mann: »Königliche Hoheit« (I909) - Der Schmelz der Ironie
Frischzellenkur für die Monarchie Als sich in einem namenlosen - von Thomas Mann also ins Reich der Fabel, der Fiktion verwiesenen - deutschen Land die Geschwister des Herrscherhauses im Palais der Prinzessin Ditlinde treffen, faßt der Regierende Großherzog Albrecht II. seinen ganzen Amtsüberdruß
Robert Walser: »Jakob von Gunten. Ein Tagebuch« (I909) - Bericht eines künftigen Dieners
Von Vorschriften umstellt Den literarischen Rang des 1878 im schweizerischen Biel geborenen Robert Walser haben Autoren wie Robert Musil, Hermann Hesse, Walter Benjamin und vor allem Franz Kafka früh erkannt. Doch läßt sich Walser, bei seinem ständigen Rollenwechsel, in seinem Werk und im Wandel
Rainer Maria Rilke: »Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge« (I9I0) - Roman des einsamen Ich
Der Weg nach innen »Daß man erzählte, wirklich erzählte, das muß vor meiner Zeit gewesen sein.« Auch wenn dieser Satz in den »Aufzeichnungen« auf Makes Erfahrungen mit den Personen in seiner Kindheitswelt gemünzt ist, verweist er doch zugleich auf das künstlerische Problem. Nie zuvor in der deuts
Franz Kafka: »Der Verschollene« (I927) - Kein Roman für Gralshüter
Glanz und Elend im Land der unbegrenzten Möglichkeiten Erst drei Jahre nach Kafkas Tod erschien der Roman, den der Herausgeber Max Brod mit dem Titel »Amerika« versah, der von Kafka selbst aber »Der Verschollene« und in seinen Tagebüchern und im Gespräch auch der »amerikanische Roman« genannt wur
Hermann Hesse: »Narziß und Goldmund« (I930) Ein Bildungsroman im historischen Gewand
Künstlertum - Berufung, nicht Beruf Im April 1927, in dem Jahr, da »Der Steppenwolf« erscheint und die Arbeit an »Narziß und Goldmund« beginnt, ergeht in Basel ein merkwürdiges Gerichtsurteil. Die zweite, verhältnismäßig kurze Ehe Hermann Hesses mit der Sängerin Ruth Wenger wird geschieden. Hesse
Hermann Broch: »Die Schlafwandler« (I932) - Häutungen der Romanform
Lebenshaltungen des Wilhelminischen Zeitalters Mit einem Ãoberraschungscoup endet der erste Roman in Brochs Trilogie »Die Schlafwandler«. Nur vier Sätze umfaßt der vierte und letzte Abschnitt, Sätze, die den Leser zugleich brüskieren und herausfordern. An den ausführlichen und genauen Bericht übe
Joseph Roth: »Radetzkymarsch« (I932) - Ein episches Requiem
Das Ende der Vielvölker-Monarchie Den jungen Robert Musil drillte man fünf Jahre lang in den Militärerziehungsanstalten von Eisenstadt und Mährisch-Weißkirchen, Rainer Maria Rilke fünf Jahre lang in der Kadettenschule St. Polten und der militärischen Oberrealschule Mährisch-Weißkirchen; Carl Jose
Bertolt Brecht: »Der Dreigroschenroman« (I934) - Im Zeichen Swiftscher Satire
Der bürgerlich werdende Gauner Auf einem schräg zum Hintergrund der Bühne hin ansteigenden Rondell ein chromblitzendes Auto. Die Sitze mit rosa Kissen und Decken hergerichtet als Brautbett. Drinnen stehen, nachdem die Hochzeitsgesellschaft der Ganoven das frisch vermählte Paar verlassen hat, Mac
Elias Canetti: »Die Blendung« (I935) - Der Roman als Marionettenspiel
Weltblinder Büchermensch Im zweiten seiner autobiographischen Bücher, »Die Fackel im Ohr« (1980), berichtet Elias Canetti von künstlerischen Plänen aus der Wiener Zeit zwischen 1929 und 1931, von Plänen zu einer »Comedie humaine an Irren«. Acht Figuren schweben ihm vor: der Wahrheitsmensch, der P
Hans Fallada: »Wolf unter Wölfen« (I937) - Dramatisierende Erzählung
Die Weimarer Republik in der Zerreißprobe »Es ist Berlin, Georgenkirchstraße, dritter Hinterhof, vier Treppen, Juli 1923, der Dollar steht jetzt - um 6 Uhr morgens - vorläufig noch auf 414 Tausend Mark.« Dieser Satz, mit dem der Erzähler nach kurzem Anlauf unmittelbar in die Situation springt, re
Roman aus Hitlerdeutschland« (I942) - Anna Seghers: »Das siebte Kreuz.
Drama der Flucht und der Menschenjagd Im Nachwort zur Ausgabe des Romans im Berliner Verlag Volk und Wissen in ebendem Jahr, da Anna Seghers (Pseudonym für Netti Reiling) aus dem mexikanischen Exil nach Deutschland zurückkehrte, 1947, vermißt Wieland Herzfelde die restlose Aufdeckung des »Teuflis
Wolfgang Koeppen: »Tauben im Gras« (I95I) - Im Sog atemlosen Erzählens
Galoppierende Geschichte Eine Großstadt in Deutschland, München, einige Jahre nach dem Untergang des Hitlerregimes. Noch brennen die Wunden des Mammutkrieges, von dem kein Erdteil verschont blieb, und schon flammen die Kämpfe, rüsten die Staaten wieder auf. »Krieg um Ã-l«, »Wehrbeitrag gefordert,
Heimito von Doderer: »Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre« (I95I) - Eine Wien-Legende
Bühne des Lebens Anderen Rang und andere Färbung als in der Literatur Deutschlands und der Schweiz haben Vergangenheit und Geschichte in der österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Ãobernimmt in der Schweiz das Jahrhundert eine gefestigte demokratische Staatsform und reicht sie an das nä
Heinrich Böll: »Und sagte kein einziges Wort« (I953) - Nachkriegsroman im Mollton
Die Melancholie der Verarmten Unter den Romanen bringt »Und sagte kein einziges Wort« Böll den ersten großen Erfolg. Er ist im Werk des Kölner Autors ein Scharnier, ein Gelenk zwischen den Erzählungen und den sozialkritischen Romanen, zwischen dem Gebanntsein von Kriegsschrecken und Nachkriegsele
Arno Schmidt: »Aus dem Leben eines Fauns« (I953) - Der Sprachartist
Deserteur im Geiste Der Titel des Kurzromans kann falsche Erwartungen begünstigen. Weder erzählt Arno Schmidt hier eine mythologische Geschichte vom altitalischen Gott Faunus oder von bocksartigen, wein- und weibgierigen Satyrn griechischer Herkunft, noch die Biographie eines faunartigen, lüstern
Alfred Döblin: »Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende« (I956) - Ein Füllhorn von Geschichten
Die bohrende Frage nach der Schuld »Es lebe der Döblinismus!« So schreiben im Jahre 1913 auf der Rückreise nach Paris Guillaume Apollinaire und Robert Delaunay, die Wortführer der avantgardistischen Literatur und Malerei in Frankreich, an Döblin. In den Hauptstädten der europäischen Kultur hatte
Alfred Andersch: »Sansibar oder der letzte Grund« (I957) - Existentialistische Parabel
Entscheidung zur Selbstverantwortlichkeit Die Sehnsucht nach dem Abenteuer hat das erste Wort. »Der Mississippi wäre das Richtige«. Der sechzehnjährige Schiffsjunge, der dies denkt, hat sich auf dem Speicher einer alten Gerberei in der Ostsee-Hafenstadt Rerik ein Versteck geschaffen, in dem er se
Max Frisch: »Homo faber« (I957) - Roman am Schnittpunkt zweier Kulturen
In Max Frischs zwischen 1955 und 1957 entstandenem Roman berühren sich zwei große Themen der Kulturgeschichte. Eines ist das an Sophokles' Ã-dipus-Tragödie (»Oidipus Tyrannos«) anschließende, nach der Antike in vielfachen Variationen sich verästelnde Inzest-Motiv, nicht nur der Mutter-Sohn-Inzest, s
Uwe Johnson: »Mutmassungen über Jakob« (I959) - Romanpoetik der Unbestimmtheit
Im Netz der Ãoberwachung Wer Wegweiser für das Leseabenteuer in der Unübersichtlichkeit dieses Romans braucht, der lese zunächst die am Schluß angefügten »Angaben zur Geschichte Jakobs«. Sie sind ein Inhaltsabriß. Und so erinnert das Ganze an jene Text-Bild-Rätsel in Zeitungen und Magazinen, unte
Thomas Bernhard: »Amras« (I964) - Verstörungs-Prosa
Der Mensch nur Bruchstück Starke Energien verdankt die Literatur, zumal in den Perioden des Sturm und Drang, des Expressionismus und der Achtundsechziger-Generation, dem Aufruhr gegen die Diktate der Väterwelt, wobei die Welt der Großväter wie selbstverständlich mitgemeint ist. Schillers Trauersp
Jurek Becker: »Jakob der Lügner« (I969) - Ein Ghetto-Roman
Mutspender Lüge Im Ghetto ist Jakob Heyms Radio zu sagenhafter Bekanntheit gekommen. Gerade hat er im Keller des Hauses seiner kleinen Pflegetochter, der Waise Lina, die unbedingt einmal das versteckte Radio hören wollte, in stetem Wechsel der Stimmlage das Interview eines Reporters mit dem briti
Peter Handke: »Der kurze Brief zum langen Abschied« (I972) - Faszination des Films
Neue Wahrnehmung der Mitwelt Mit zwei spektakulären Ereignissen (»events«, wie man später sagen wird) sprang der vierundzwanzigjährige österreichische Schriftsteller Peter Handke im Jahre 1966 auf die Bühne der literarischen Ã-ffentlichkeit, mit Schmähreden gegen eine Autorenvereinigung und gegen
Peter Weiss: »Die Ã"sthetik des Widerstands« (I975/I978/I98I) - Epische Huldigung an eine Befreiungsbewegung
Der aufrechte Gang zum Schafott Gegen Ende des auf drei Bände angewachsenen Romans resümiert der Ich-Erzähler, Sohn eines Arbeiters in der Textilindustrie, die Schwierigkeiten beim Schreiben als »klassenbewußter« Schriftsteller: »Wir mußten durch die Politik hindurch, dieses Störende, das den Sti
Ernst Jünger: »Eumeswil« (I977) - Utopischer Roman als Denkspiel
Der Anarch »Wir finden und vergessen uns im anderen; wir sind nicht mehr allein.« Mit diesem Satz schließt Ernst Jüngers Roman »Die Zwille« von 1973. Wem bis dahin die kristallinen Welten Jüngers fremd geblieben waren, der mochte in dem Roman - einer Jugendgeschichte - zum erstenmal etwas wie zwi
Siegfried Lenz: »Heimatmuseum« (I978) - >Imaginäre Geschichtsschreibung
Episches Protokoll eines Verlustes »Aus dem Ploetz [...] können wir erfahren, wann und wie die Rückführung deutscher Kriegsgefangener vor sich ging, eine Erzählung von Böll oder Borchert aber führt uns vor Augen, was es heißt, aus Krieg und Gefangenschaft zurückzukehren.« So schreibt Siegfried Le
Elfriede Jelinek: »Die Ausgesperrten« (I980) - Eine erzählerische Moritat
Jugendrevolte Der Auftakt könnte Anfang eines Kriminalromans sein. Gegen Ende der fünfziger Jahre wird bei einem Ãoberfall im Wiener Stadtpark ein Spaziergänger (ein Prokurist, wie sich herausstellt) beraubt und schwer mißhandelt; die Täter können in der Unübersichtlichkeit der belebten Straßen u
Christa Wolf: »Kassandra« (I983) - Der innere Monolog der Seherin
Viele Botschaften Aus der vagen Idee eines Lehrstücks schälte sich die Gestalt eines Erzähltextes heraus, den man aus gutem Grund (seiner Vielschichtigkeit wegen) einen Roman nennen kann. Am Anfang stand, vor Christa Wolfs Griechenlandreise im Frühling 1980, beim Aufbruch aus Ost-Berlin, die Lekt
Sten Nadolny: »Die Entdeckung der Langsamkeit« (I983) - Historische Erzählung als Revision
Wider das hektische Zeitalter Die Geschichte der Reisen und Entdeckungen scheint unlöslich verknüft zu sein mit der des technischen Fortschritts, mit dem Vermögen, immer größere Entfernungen immer rascher zu überbrücken und schließlich durch die Ãoberwindung der Schwerkraft für unvorstellbar geha
Martin Walser: »Brandung« (I985) - Ein Campus- und Liebesroman
Einwanderer in Amerika auf Zeit Helmut Halm, den Protagonisten des Romans »Brandung«, kennt der Leser vorhergehender Erzählbände Walsers bereits aus der Novelle »Ein fliehendes Pferd« (1978). Solche Verkettungen waren im Werk Walsers nicht neu. Die Gestalt des Anselm Christlein durchwandert gleic
Herta Müller: »Der Fuchs war damals schon der Jäger« (I992) - Protokoll eines Seelenterrors
Die Maulwurfsgänge des Sicherheitsdienstes Immer zwingender geworden ist die Einsicht, daß das 20. Jahrhundert auch das Zeitalter einer neuen Art von Völkerwanderung geworden war. Abermillionen von Menschen wechselten als Deportierte oder Vertriebene, in Flüchtlingsheeren oder in Gruppen illegale
Marcel Beyer: »Flughunde« (I995) - Exempel des Sprachmißbrauchs
Die Kinderliebe und die Menschenverachtung des Propagandaministers Ein Zitat aus den Tagebüchern von Hitlers Propagandaminister, Joseph Goebbels' fast sentimentales Bekenntnis der Vaterliebe, dient als Vorspruch des Romans: »Ich höre die süßen Stimmchen,/die mir das Liebste auf der Welt sind./Wel
Günter Grass: »Ein weites Feld« (I995) - Die Vernetzung literarischer und zeitgeschichtlicher Anspielungen
Fontane redivivus Die Romanautoren Theodor Fontane und Günter Grass sind nicht nach demselben ästhetischen Gesetz angetreten. Nichts deutete auf Wahlverwandtschaft, als dem Autor des Romans »Die Blechtrommel« (1959) sozusagen aus dem Stand der Sprung in die Weltliteratur gelang. Kaum ein Ohr habe
Norbert Gstrein: »Die englischen Jahre« (I999) - Der Erzähler im Labyrinth der Finten
Falschmünzer in der Emigration Im Jahr 1999 räumte der Romanautor Daniel Ganzfried, Sohn jüdischer Ãoberlebender des Holocaust, endgültig mit der Legende eines Falschmünzers auf. Vier Jahre zuvor war unter dem Autornamen Benjamin Wilko-mirski ein Buch mit dem Titel »Bruchstücke. Aus einer Kindhei
Dieter Wellershoff: »Der Liebeswunsch« (2000) - Der Liebesroman an der Jahrhundertwende
Im Konflikt mit der gesetzestreuen Ehemoral Mythologie und Geschichte haben die Stoffe der großen Liebesgeschichten überliefert, die Literatur hat die archetypischen Liebespaare unsterblich gemacht: Dido und Ã"neas, Hero und Leander, Tristan und Isolde, Abälard und Heloise, Romeo und Julia. Und i

 

. Harold bloom: inßuence und misreading
. Konturen der komparatistik
. Kritik der dekonstruktion
. Kontextualisierung und analyse -zur literatur der goethezeit, des ausgehenden 19. und 20. jahrhunderts
. Die rückkehr in die zukünftige kindheit: goethes werther
. Kontextualisierung von literatur

 

 

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