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Rationalismus und irrationalismus - sichtweisen der moderne i

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Irrationaler Rationalismus, rationaler Irrationalismus & populäre Kultur



Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien.

     
Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit einem vertrauten Thema - aus neuer Perspektive.
      Seit den Aufklärungsbemühungen des 18. Jahrhunderts sind Rationalismus und Irrationalismus in vielfältigen Erscheinungsformen zu dominanten und jeweils heftig umstrittenen Einflußgrößen geistesgeschichtlicher Entwicklung geworden; aber nicht nur die bipolare Dichotomie von Rationalismus und Irrationalismus, sondern gerade auch deren Verflochtenheit und dialektische Abhängigkeit voneinander bestimmen die philosophischen und wissenschaftlichen Diskurse, die den Problemhorizont unserer Gesellschaft markieren und somit das Zeitalter der Moderne und Postmoderne definieren. Ein Phänomen, das als Dialektik der Aufklärung bekannt geworden ist, beherrscht unser Denken und Leben und ist heute so virulent wie einst.' Nicht als unüberbrückbare Gegensätze, als unvereinbare Endmarken eines weiten Spektrums der Beschaffenheit und Qualität menschlicher Erfahrung und Weltsicht sozusagen, stehen Rationalismus und Irrationalismus gegeneinander, sondern sie bedingen und durchdringen sich gegenseitig und haben zu bestimmten, jeweils zu präzisierenden Formen von Abhängigkeit gefunden.
      Die Prinzipien des Rationalismus haben einen gleichermaßen anthropologisch und kulturell verwurzelten Irrationalismus nicht einfach überwunden und abgeschafft, sondern sich dessen Attribute teilweise selbst angeeignet. So kann sich radikaler Logozentrismus durchaus zu einer irrational zu nennenden Ideologie entwickeln, deren totalitärer Anspruch sich jenseits aller moralischen und sozialen Verpflichtungen zu entfalten und dabei ein gewaltiges Potential an Zerstörungskraft zu entfesseln vermag. "In der Aufklärung", so Schneiders, "hat sich das Denken nicht nur von Gott und aller überlieferten Gesellschaftsordnung, sondern von Natur und Geschichte gleichermaßen, im
Grunde von aller Anerkennung verbindlicher Ordnung überhaupt gelöst und ist zur leeren Vernunft oder zum bloßen Verstand geworden. Die Selbstbefreiung des Ich, die auf Emanzipation von aller Abhängigkeit überhaupt zielt, führt zu einer Selbstverabsolutierung der individuellen oder subjektiven Vernunft und damit geradewegs in die bodenlose Raserei eines losgelassenen Denkens, welches am Ende das losgelassene Subjekt dieses Denkens und damit sich selbst zerstört."
Rationalismus präsentiert sich in dieser Form nicht nur als extrem rational, sondern durch seine Forderung nach Absolutheit geradezu als irrational; überall dort, wo rationales Denken und Handeln diese radikalen Ausprägungen erfahren, sich über alle ethischen Einwände hinwegsetzen und sich allen Einsprüchen einer 'wahren', d.h. gemäßigten Vernunft verschließen, kann man also von irrationalem Rationalismus sprechen. Der unbedingte To-talitäts- und Gültigkeitsanspruch dieses irrationalen Rationalismus löst das Subjekt aus nahezu allen sozialen und emotionalen Bindungen und erhebt es über alle gesellschaftlichen und moralischen Belange. Das Prinzip der reinen Vernunft wird so in einsinniger Weise verzerrt und korrumpiert und zur verhängnisvollen Wurzel einer menschenverachtenden ideologischen Haltung. Rationalismus verliert seine emanzipatorische Kraft und seine im positiven Sinne aufklärerische Wirkung und schlägt um in blindwütige Selbstsucht und irrationalen Wahn oder mündet in Nihilismus und existentielle Verzweiflung.
      Umgekehrt tragen die meisten Formen des Irrationalismus nach der Blütezeit der Aufklärung Spuren der Beeinflussung durch Vernunft und zielgerichtetes Denken und können ihrerseits gewisse rationale Grundzüge nicht verleugnen. Aufklärung und Rationalität haben sich der Moderne in einem solchen Maße als konstitutive Größen eingeschrieben, daß nahezu jegliche menschliche Verhaltensweise zweckrational ausgerichtet ist, beziehungsweise zweckrational begründet werden kann. Argumente und Einsichten in kausale Zusammenhänge beeinflussen Meinungen, Logik und Kalkül diktieren Verhalten, Überzeugungen und Taten müssen rational fundiert sein und zu intendierten Ergebnissen führen; auch der Rückgriff auf irrationale Denkmuster oder irrationale Erklärungszusammenhänge verfolgt ein bestimmtes Ziel, ist einem bestimmten Zweck untergeordnet. Irrationalismus ist - pointiert ausgedrückt - kein zweckfreier Raum, sondern stellt sich seinerseits als Gefüge aus Reiz und Reaktion, aus Ursache und Wirkung dar, als eine Glaubens- und Verhaltensstruktur aus psychologischen Faktoren und sozialen und geistesgeschichtlich bedingten Komponenten, die zuweilen indirekt und unbewußt, häufig aber auch sehr bewußt auf Einflüsse der gesellschaftlichen Umwelt und auf Veränderungen der individuellen wie auch der kollektiven Lebenswelt reagiert. Wer heute beispielsweise gläubig sein möchte, sucht sich ziel-bewußt eine Kirche oder eine Sekte, die seinen Bedürfnissen entspricht. Der Mensch gibt sich nicht mehr einem blinden, vertrauensvollen Glauben hin, bleibt nicht den Traditionen der Väter verhaftet, sondern erschafft sich seinen Gott und seine Religion nach den Maßgaben seiner Ansprüche selbst. Rationale Strukturen sind in alle Bereiche des Lebens eingedrungen und prägen menschliches Denken auf allen Ebenen, seien sie auch noch so privat, affektiv oder irrational. Die Hinwendung zu irrationalen Prinzipien der Wahrnehmung und Darstellung von Welt muß daher nicht zwangsläufig als Scheitern des modernen Menschen und katastrophaler Zusammenbruch einer Tradition von Aufklärung und Vernunft gedeutet werden, sondern präsentiert oftmals eine nach rationalen Maßstäben adäquat gewählte Verhaltensweise. Irrationalismus kann bestimmte Zwecke erfüllen und sich somit als durchaus zweckdienliche, d.h. vernünftige Haltung erweisen.
      Das prinzipiell Irrationale kann auf vielfältige Weise von rationalen oder zweckrationalen Elementen und Beweggründen bestimmt werden; einige Erscheinungsformen dieses rationalen Irrationalismus werden in den folgenden Kapiteln vorgestellt und analysiert.
      Die Rationalismus-Irrationalismus-Problematik, die seit der Epoche der Aufklärung niemals an Aktualität verloren hat, steht im Zentrum dieser Studie. Mit den Begriffen des irrationalen Rationalismus und des rationalen Irrationalismus soll das Phänomen der Dialektik der Aufklärung näher spezifiziert und in seinen konkreten kulturellen Ausprägungen in den Bereichen Literatur und Film erfaßt werden. Denn gerade in der narrativen Kultur der Moderne hat die Verquickung rationaler und irrationaler Prinzipien einen deutlichen thematischen Niederschlag gefunden. Angefangen mit der Etablierung der phantastischen Literatur im 18. Jahrhundert, setzt sich die Gestaltung der Rationalismus-Irrationalismus-Thematik in plakativer Form bis in unsere heutige Zeit fort und prägt im 20. Jahrhundert sowohl literarische als auch audiovisuelle Medien in besonderer Weise. Schauerromane, Kriminal- und Detektivgeschichten und Horrorfilme sind die populären Gattungen und Genres, in denen Rationalismus und Irrationalismus und vor allem das dialektische Abhängigkeitsverhältnis von rationalen und irrationalen Kräften als herausragende Problemfelder der Moderne gedeutet und verarbeitet werden. Ein Blick auf diese Gattungen und ihre ästhetischen Ausprägungen dokumentiert die unausgesetzten kulturellen Bemühungen, sich mit dem Glauben an die menschliche Vernunft einerseits und mit den Zweifeln an der Verläßlichkeit und dem emanzipatorischen Potential der Ratio andererseits auseinanderzusetzen. Aufklärung und Aufklärungskritik, die zwei bedeutenden kulturgeschichtlichen Bewegungen der modernen Welt, spiegeln sich in diesen literarischen und filmischen Gattungen wider. Die lustvolle Inszenierung des
Unheimlichen und die durch radikale Aufklärung stimulierte Angst vor Verschwörungen treten dabei als thematische und ästhetische Kategorien der narrativen Gestaltung rationaler und irrationaler Prinzipien in den Vordergrund.
      Dies ist also keine philosophische Erörterung und keine mentalitätsgeschichtliche Abhandlung im engeren Sinne. Gesellschaftliche und historische Phänomene werden nicht explizit aus ihrem sozial- und kulturgeschichtlichen Kontext heraus begründet und in den Mittelpunkt der Betrachtungen gestellt, sondern vielmehr als spezifische Erfahrungen der Moderne aufgefaßt, die sich auch in der kulturellen Produktion niederschlagen. Nicht die Philosophie der Aufklärung und die theoretischen Grundlagen der geistigen und gesellschaftlichen Entwicklungen seit dem 18. Jahrhundert werden hier zum Thema, sondern die Folgen der Aufklärung und die Früchte gesellschaftlicher Entwicklungen im Bereich kultureller Sinnproduktion auf breiter Basis. Daher widmet sich dieses Buch in besonderem Maße der Untersuchung von Tendenzen und konkreten Einzelwerken in den narrativen Medien Literatur, Film und Fernsehen - Werken, die ein großes Publikum ansprechen und geistesgeschichtliche Phänomene und Erfahrungen in populärer Form verarbeiten. Gemeint sind damit nicht die analytischen Schriften bedeutender Dichter und Denker, die den Geist ihrer oder vergangener und kommender Zeiten umrissen und unter durchaus verschiedenen ideologischen Perspektiven gedeutet haben, gemeint sind nicht die grundlegenden Werke europäischer Philosophie, Kultur- und Gesellschaftstheorie, die Arbeiten Kants und Hegels, Schopenhauers und Nietzsches, die Arbeiten eines Max Weber, Heidegger, Bloch oder Habermas beispielsweise, sondern die Produkte einer sogenannten Popularkultur {populär culturE), die im Gegensatz zu den oben genannten Schriften nicht nur ein ausgewähltes Publikum ansprechen, sondern breite Schichten und den Großteil der Bevölkerung der westlichen Zivilisation erreichen.
      Die großen Philosophen haben gesellschaftliche Phänomene und Prozesse erklärt und sie benannt, die Unterhaltungsindustrie jedoch verwertet diese Phänomene und Prozesse und gibt ihnen Gestalt, erzeugt Formen und Bilder für Empfindungen und Erfahrungen, die in ihrer Abstraktheit ansonsten kaum greifbar wären. Die Kunst liefert ein plastisches Abbild sozialer und histo- rischer Befindlichkeiten und befriedigt die Bedürfnisse der Menschen hin-sichtlich kultureller und zeitgeschichtlicher Identifikation und Selbstdeutung, und die unmittelbarsten Abbilder entstehen fraglos im Bereich populärer Kultur. Unterhaltungs- und Trivialliteratur, Filme und Fernsehserien - vor allem die im vorliegenden Kontext bedeutsamen Gattungen der phantastischen Literatur und des phantastischen Films - werden massenhaft rezipiertund erfreuen sich enormer Beliebtheit, die mit hierarchisierenden Werturteilen und soziologischen Statistiken allein nicht zu erklären ist. Sie stellen vielmehr auf signifikante Weise, meist verfremdet, aber doch nachvollziehbar, jene Zustände und Erfahrungen dar, die das Leben des Menschen in der Moderne in besonderem Maße prägen, reflektieren also existentielle Konfrontationen und Auseinandersetzungen mit dem Spannungsfeld der dialektischen Prinzipien von Rationalismus und Irrationalismus. Werke einer Unterhaltungsliteratur sollen damit bezeichnet sein, einer Unterhaltungsliteratur, die Zimmermann in der Nachfolge Beaujeans und Foltins als mittlere Kategorie eines dreistufigen Literaturmodells zwischen der eigentlichen Trivialliteratur und der Hochliteratur einordnet.
      Diese Formen populärer Unterhaltungskultur gilt es aus dem Ghetto der sozialen Geringschätzung zu befreien und zum Gegenstand akademischer Forschung zu erheben - und zwar nicht nur als Objekte soziologischer Fragestellungen, sondern auch als Objekte ästhetischer und philologischer Analysen im engeren Sinne. Indem in der vorliegenden Studie beispielsweise Mary Shelleys Frankenstein und Robert Louis Stevensons Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde, Werke von Howard Phillips Lovecraft und Clive Barker und Filme von Alfred Hitchcock und Roman Polanski, David Cronen-berg und David Lynch neben Werken von Friedrich Schiller, E. T. A. Hoffmann und Franz Kafka und Filmen wie The Exorcist und The Omen, Halloween und Hellraiser, Angel Heart, The Silence of the Lambs und Natural Born Killers gestellt und zunächst unterschiedslos als Ausdruck gesellschaftlicher Befindlichkeit und Sinnproduktion ernstgenommen werden, soll dazu ein Beitrag geliefert werden; Theorien und Modelle der Unterhaltungsliteratur und der Popularkultur werden dabei jedoch nicht eigens diskutiert. Die Bedeutung und der analytische Wert der hier thematisierten literarischen und filmischen Werke als Produkte eines spezifischen modernen Kulturverständnisses stehen außer Frage. Es sei jedoch betont, daß hier keine ästhetische Nivellierung betrieben wird. Eine Perspektive, die gestattet, auch Beiträge der Unterhaltungskultur vorurteilslos zu betrachten, impliziert keinesfalls, daß qualitative Unterschiede zwischen Kunstwerken übersehen oder beiseite geschoben werden sollen; natürlich gibt es anspruchsvolle Literatur und Filme von hohem Rang einerseits und Werke von eher trivialen und bescheidenen Dimensionen andererseits. Eine solche Perspektive macht aber deutlich, daß kulturelle Erzeugnisse jeglicher Provenienz ein Geltungsrecht haben und - vor allem in den Zeiten bedenkenloser Vermischung aller Ebenen kultureller Produktion unter dem Banner des Postmodernismus - in ihrem jeweiligen Wirkungskreis anerkannt werden sollten. Und der Wirkungskreis der hier unter-suchten Texte und Filme ist beachtlich. Sie erreichen tagtäglich ein Publikum interessierter Leser und Zuschauer, das zahlenmäßig kaum zu erfassen ist; sie reflektieren gesellschaftlich relevante Strömungen und Trends und bestimmen und beeinflussen ihrerseits die Wahrnehmung von Realität und Kultur. Die großen Philosophen deuten kulturelle Wirklichkeit und erklären geistesgeschichtliche Ideologien, diese Werke aber sind kulturelle Wirklichkeit und verkörpern geistesgeschichtliche Ideologie. Mehr als je zuvor nehmen wir unsere Welt und unser gesellschaftliches Umfeld durch die Vermittlung der Medien wahr. Die moderne Zivilisation ist geprägt durch den Einfluß der Massenmedien und ihrer Inhalte; die als postmodern apostrophierte Kultur gar basiert auf den vielfältigen Erscheinungsformen medialer Wirklichkeit und medialer Illusion, sie existiert als sinnproduzierende Maschinerie von Spiegelwelten und Simulakren , deren Strukturen und Inhalte sich beständig aus den Quellen kollektiver Imagination und populärer Vorstellungen speisen und unsere Lebens- und Erfahrungsräume mit zunehmender Ausschließlichkeit definieren. Die Stoffe und konkreten Präsentationen der Medien und ihre massenhafte Rezeption sind daher keine nur marginalen Symptome unserer Lebens- und Erfahrungswelt, sondern zentrale Größen kulturgeschichtlicher Entwicklung in der Moderne - Kunstwerke im Zeitalter ihrer technischen und elektronischen Reproduzierbarkeit - und auf alle Fälle einer genaueren Untersuchung wert.
      Zwei Produkte einer populären Unterhaltungskultur markieren Anfang und Endpunkt eines Zeitraums von rund 200 Jahren, der den Rahmen für die folgenden Ausführungen bildet, und dienen somit als Eckpfeiler der Betrachtung: Schillers Prosatext Der Geisterseher, der in den Jahren 1786-89 als Fortsetzungsroman mit großem Zuspruch von seiten der Leserinnen und Leser in der Zeitschrift Thalia erschien und von ihm selbst als trivial und anspruchslos bezeichnet wurde, und die amerikanische Fernsehserie The X-Files {Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI), die seit 1993 weltweit für hohe Einschaltquoten sorgt und durch ihre enorme Beliebtheit und ihren kommerziellen Erfolg inzwischen auch andere Bereiche der Kultur- und Unterhaltungsindustrie beeinflußt hat. Sowohl Schillers Roman als auch die Fernsehserie thematisieren in vergleichbarer Weise die Rationalismus-Irrationalismus-Problematik der Moderne und funktionalisieren Elemente des Unheimlichen und des sozialpsychologischen Phänomens der Verschwörungsangst als narrative und ästhetische Strategien, um ihr Sujet wirkungsvoll in Szene zu setzen.
      Das Wagnis, zwei scheinbar so unterschiedliche Werke durch die vergleichende Analyse auf eine Stufe zu stellen, verliert an Größe, wenn man sich vor Augen führt, daß das beiden zugrunde liegende Thema wie ein ständigpulsierender, nie verstummender Generalbaß die Kulturgeschichte der Moderne durchzieht und besonders in den narrativen Fiktionen aus den Bereichen der Unterhaltungsliteratur und des Unterhaltungsfilms auf deutliche Weise hörbar wird: Dieses Thema ist das Schicksal des Menschen angesichts der dialektischen Spannung zwischen Rationalismus und Irrationalismus, die in Form vielfältiger und weitreichender Diskurse die moderne Geistesgeschichte beherrscht; dieses Thema ist das individuelle wie auch kollektive Spannungsfeld zwischen irrationalem Rationalismus und rationalem Irrationalismus, das seit dem 18. Jahrhundert in verstärktem Maße unser Denken und Handeln bestimmt und als verbindendes Element einer sinnstiftenden Kunstproduktion in der Moderne mitunter auch die Affinität zwischen Schillers Geisterseher und der amerikanischen Fernsehserie The X-Files begründet. Weitere populäre literarische und filmische Werke lassen sich als differenzierte Reflexionen, als ambivalente Zeugnisse oder als polarisierende, einsinnige, simplifizierende Produkte dieses Spannungsfelds in den hier entfalteten kulturellen Kontext einordnen.
      Diese Studie, die im Zeitraum zwischen Sommer 1997 und Winter 1999 entstand, kann nicht anders als lückenhaft sein; alle Aspekte und Ausprägungen des gestellten Themas auffuhren und behandeln zu wollen, hieße, den Erlebnis- und Empfindungshorizont des Menschen in der Moderne und dessen Gestaltungen und Abbilder in den Medien Literatur und Film komplett zu erfassen - ein Unterfangen, das zwangsläufig Utopie bleiben muß. Die Zitate aus fremdsprachigen Texten und Filmen stammen in der Regel aus verfügbaren deutschen Übersetzungen, beziehungsweise synchronisierten Fassungen, um Einheitlichkeit und Verständlichkeit zu fördern. Da es hier um Inhalte und thematische Aspekte und weniger um sprachliche oder stilistische Untersuchungen der literarischen Werke geht, erscheint diese Vorgehensweise legitim und philologisch vertretbar. Im Literaturverzeichnis sind die Texte sowohl in den Übersetzungen als auch in originalsprachlichen Ausgaben nachgewiesen. Im Bereich des phantastischen Films und des Horrorfilms ist es jedoch nicht immer möglich, auf synchronisierte Fassungen zurückzugreifen; darüber hinaus empfiehlt es sich gerade hier, Originalfassungen heranzuziehen, da deutsche Filmfassungen - soweit überhaupt erhältlich -häufig stark gekürzt sind.
      Mein herzlicher Dank gilt Herrn Professor Dr. D. Borchmeyer, Herrn Professor Dr. H.-J. Gerigk und Herrn Professor Dr. H. Kiesel, die mich stets unterstützt und als akademische Lehrer und Vorbilder inspiriert haben, den Mitarbeitern des C. Winter-Verlags und der VG Wort, deren Druckkostenzuschuß diese Veröffentlichung ermöglicht hat.
     

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