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Von der modernen zur postmodernen Literatur: Ambivalenz, Indifferenz und Ideologie


Schon der'Titel kündigt einen mciarcril an, der nicht nur Lyotard-Lesern suspekt sein wird, sondern auch bei französischen,

italienischen und spanischen Lesern Verfremdungseffekte auslösen dürfte, weil die hier vorgeschlagenen Objeklkonslruktionen von Modernismus und Poslmoderne in den romanischen Kulturen alles andere als selbstverständlich sind. Während der Moderne-Begriff Benjamins und Adornos, der nachhaltig auf die deutschen Debatten eingewirkt hat, in vieler Hinsicht den britischen und amerikanischen Modernismus-Begriffen entspricht, wie Eysteinsson richtig bemerkt1, nimmt das Wort Modernismus (modernismo) in spanischen und lateinamerikanischen Diskussionen zwar verwandte, aber doch abweichende Bedeutungen an (s. Kap. I) bezog sich im italienischen Kontext bis vor kurzein vorwiegend auf den religiösen Modernismus' und scheint im französischen Kullurzu sammenhang ganz zu fehlen. Für ihn ist auch die Abwesenheit einer Postmoderne-Diskussion kennzeichnend: Während im englischen Sprachraum unzählige Publikationen stets von neuem diese Diskussion entfachen, sind die wenigen französischsprachigen Beiträge in Quebec und nicht in Frankreich entstanden.4 Auch die italienischen Kommentare zur Postmodernc erscheinen angesichts der anglo-amerikanischen und deutschen Büchernut als eine quantite negligetible, zumal sich nur einige wenige auf die Literatur beziehen.''


Moderne Literatur und Ambivalenz: Zwischen Nietzsche und Freud
Möglicherweise ließe sich zeigen, daß die Ambivalenz als dialektische Einheit der Gegensätze ohne Synthese, als Zusammenführung unvereinbarer Werte {ambo-vulor) und als Zusammenwirken einander entgegengesetzter Regungen (amhi-valentia) im psychoanalytischen Sinne das strukturierende Prinzip von Niet [ ... ]
Sprachliche Aspekte der Ambivalenz
Die karnevalislische Koinzidenz, die jäh alle Werlordnungen und Hierarchien umstürzt, ist für nahezu alle modernen Romane kennzeichnend. Sie hat u.a. zur Folge, daß die herrschenden Werte, die zumeist die Werte der Herrschenden sind, mit Unwerten verknüpft und diskreditiert werden. Wo das Erhabene u [ ... ]
Kritik an Wahrheit, System und Subjekt: Kritik der Moderne
Ã"hnlich wie die Soziologie Durkheims, Simmeis, Max Webers und Alfred Webers kann die modernistische Literatur als Reflexion und Kritik der Moderne seit der Aufklärung gelesen werden (s. Kap. II). Sowohl den soziologischen als auch den literarischen Modernismus kann man als eine spätmoderne Selbstkr [ ... ]
Modernismus und Kritische Theorie: Epilog I
Vor dem Hinlergrund dieser Fragestellung beschloß Adorno die Negative Dialektik mit dem bekannten Satz: »Solches Denken ist solidarisch mit Metaphysik im Augenblick ihres Sturzes.«"4 Wo diese Solidarität aufgekündigt wird, etwa in der Dekonstruktion, dort besteht die Gefahr, daß Dialektik wieder zu [ ... ]
Postmoderne Literatur und Indifferenz: Kritik der Metaphysik
Da die postmoderne Literatur im folgenden immer wieder als eine Radikalisierung des Modernismus dargestellt wird, die extreme Formen der Intertextualität, Karnevalisierung, Verfremdung und Polysemie entwickelt, soll zunächst auf den globalen Bruch hingewiesen werden, der sich im vorigen Abschnitt be [ ... ]
Sprachliche Aspekte der Indifferenz - oder das Glasperlenspiel
Die Konstruktion einer Problematik, einer Periode oder Epoche kommt ohne Schematisicrungen und Ãobertreibungen nicht aus. Von ihr könnte behauptet werden, was Adorno von Freuds Psychoanalyse sagt: an ihr sei »nichts wahr als ihre Ãobertreibungen«.142 Stets wird der Nominalist oder der mit ihm verwan [ ... ]
Jenseits von Wahrheit und Subjekt: Pluralismus, Partikularisinus, Indifferenz und Ideologie
Die Kehrseite des postmodernen Spiels wird uns mit aller Brutalität vom spanisch-katalanischen Autor Felix de Azüa und mit größter Subtilität vom Ã-sterreicher Christoph Ransmayr vor Augen geführt. Während Azüa in seiner Historie! Je un idiota contada por el mismo o Kl contenido de Ui felicidad (198 [ ... ]
Postmoderne Literatur, Dekonstruktion und Pragmatismus: Epilog II
In Adornos Minima Moralin wurde Hegels Einsicht in Wahrheit und Wesen mit dem lapidaren Satz »Das Ganze ist das Unwahre« zurückgenommen. Seither war unter Dekonstruktivisten wie G. H. Hartman pauschal von einem »negative thinking« die Rede, das die Verwandtschaft zwischen Dekonstruktion und negative [ ... ]


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