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Literaturwissenschaft und systemtheorie

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Die Codierung von Aktualität



Betrachtet man psychische und soziale Systeme als operational geschlossene autopoielische Einheiten, die ihre Realitätsperspektiven durch Beobachtung selbst erzeugen und handhaben, so werden damit bereits zentrale alltägliche Annahmen über Weltcrfahrung außer Kraft gesetzt, die auch von der Massenkommunikationsforschung geteilt werden. Die operaüonale Geschlossenheit von Systemen bildet überraschender- und paradoxerweise die Voraussetzung für ihre prozessuale Umweltoffenheit. Darauf aufbauend können sie ihre komplexe Organisation realisieren, die sie befähigt, eine Grenze zwischen innen und außen, System und Umwelt, zu bezeichnen und zu handhaben.

      Diese Erklärung der Offenheit durch die Geschlossenheit von autopoieti-schen Systemen gehört noch immer zu den zentralen Irritationen bei der Rezeption konstruktivistischer Theorien der Selbstorganisation8. Während man alltäglich voraussetzt, in der Welt vorgefundene Sachverhalte durch
Kommunikation aufgrund von in der Welt vorgefundenen Informationen objektiv repräsentieren zu können, gehen die Systemtheorie und der Radikale Konstruktivismus davon aus, daß kognitive und kommunikative Realitäten ausschließlich Konstrukte von Selbstkontakten autopoietischer Systeme sind . Mit Hilfe der Differenz von System und Umwelt, die nur durch Systeme gehandhabt werden kann, verarbeiten sie kognitive und kommunikative Irritationen durch diese, von ihnen durch Unterscheidungsoperationen konstituierte, Umwelt. Selbstreferenz und Fremdreferen/, sind Unterscheidungen eines beobachtenden Systems, das für eine operationale Reproduktion immer auf die Anwendung seiner basalen Selbstreferenz angewiesen bleibt -68). Die Konstruktion von Welt durch System/Umwelt-Differenzen verweist somit immer auf einen Beobachter .
      Die Gleichzeitigkeit der verschiedenen Operationen der Realitilätskonstruk-tion sämtlicher Systeme ist Grundlage allen Geschehens9. Beachtet man diese Tatsache, so wird deutlich, daß trotz aller technischen Möglichkeiten auch Massenmedien natürlich keine Abbildung dieser Gleichzeitigkeit erzeugen können10, obwohl sie sehr häufig an der Produktion von Präscn/.illusioncn mit besonders hoher Prägnanz beteiligt sind. Ein wesentliches Selbslversländnis der Masscnkommunikalion besteht gerade in der medialen Simulation einer Gleichzeitigkeit in der Gleichzeitigkeit durch die Unterscheidung und Bezeichnung des jeweils Aktuellen. Diese paradoxe Unterscheidung produziert wie alle Beobachtung Zeithorizonte. In diesem Fall die Zeitkonstrukte der massenmedialen Kommunikation, denn erst durch diese Operation des Unterscheidens und Bezeichnens - hier mit Hilfe der Differenz der Aktualität - entsteht im System und nur für das System Information.
      An den Beobachtungsprozessen der massenmedialen Transformation der Gleichzeitigkeit in Aktualität sind recht viele Instanzen beteiligt. Ohne darauf in diesem Kontext näher eingehen zu können, sei etwa an Journalisten, Redaktionsteams und besonders an die Nachrichtenagenturen erinnert, die Mehrsy-stemereignissc1' vorselegieren und den Publikumsmedien zur weiteren Selektion vorlegen. Die Vorselektion erzeugt eine kaum überschaubare Menge von Mitteilungen und somit Selcktionsdruck. Die Beobachtungen und ihre Kommunikation benötigen natürlich selbst Zeit, und es ist leicht einzusehen, daß die reine Gleichzeitigkeit des Geschehens kein Auswahlkriterium für die Kommunikation sein kann. Die Menge des gleichzeitigen Geschehens, also Weltkomplexität, ist als Ganzes unüberschaubar und somit für einzelne Systeme, auch für die Gesellschaft, unsichtbar. Erst die Beobachtung konstituiert, wie schon gesagt, neben anderen Unterscheidungen 'Welt' und auch die der Zeit12. Bestenfalls - etwa bei live-Ãobertragungen - kann die massenmediale Beobachtung und die Kommunikation der Beobachtung gleichzeitig zu dem geschehen, was sonst noch alles geschieht. Dann liegt ihre Funktion genau darin, daß sie durch Kommunikation anderes Geschehen an den Horizont der Aufmerksamkeit rückt und damit einem aufmerksamen System, das strukturell an diese Kommunikation gekoppelt ist und sie zugleich beobachtet, durch die strukturelle Kopplung und für die Dauer dieser Kopplung den Eindruck von 'Welt' suggeriert. Dieser Effekt beruht, unabhängig von der erlebten Intensität der Kopplung durch psychische Systeme, immer auf der Unterscheidung System/ Umwelt, die operational geschlossene Systeme zur Wirklichkeitskonstruktion vornehmen müssen.
      Aktualität überführt Gleichzeitigkeit somit in Differenz und eröffnet dem jeweils Aktuellen eine befristete Gegenwart im Kurzzeitgedächtnis der Gesellschaft . Indem Aktuelles durch Kommunikation in der Gleichzeitigkeit des Geschehens unterschieden werden kann, muß es zunächst einmal Ungleichzeitigkeit herstellen . In diesem Sinne synchronisiert die massenmediale Aktualität Geschehen, indem es der Ungleichzeitigkeit eine Form in der zeitlichen Dauer der Kommunikation verleiht.
     

Damit ist zugleich die LeitdiHeren/,, nämlich der Code ± aktuell, jenes Bereichs der Massenkommunikation benannt, den man als die öffentliche Meinung bezeichnen kann. Am wenigsten Probleme bereitet die Aktualität von Mehrsy-stemereignissen, die sich genau an einem Zeitpunkt beobachten lassen, weil sie damit der derzeitigen gesellschaftlichen Konvention von Gegenwart entsprechen. Da sich jedoch kommunikative Aktualität weder ausschließlich temporal und selbst dann nicht punktuell definieren läßt , bedarf es vielfälliger Zweilcodierungen der Leitdifferenz + aktuell, durch die die Rele-vanzkriterien von Beobachtern - personale und/oder soziale Systeme - wieder Eingang in die Massenmedien finden. Bevorzugt sind dies die Beobachtungs-präferenzen des ausdifferenzierten Funktionssystems Politik.
      Wenn die Unterscheidungen, die ein Beobachter zur Produktion von Information benutzt, als Fremdreferenz altribuiert werden, entsteht beim Beobachter der Eindruck, er habe sie in der Umwell 'vorgefunden'. Damit erwecken sie den ontologisierenden Eindruck von Objektivität. Dieser Effekt wird dadurch unterstützt, daß in der Gleichzeitigkeit des Geschehens keine Kausalbcziehungen herrschen , woran die simulierte, also in Aktualität transformierte Gleichzeitigkeit parasitär partizipiert. Die Menge der relativ unverbundenen Beiträge der Tagesschau, der Magazinsendungen und der Spalten der Zeitschriften simulieren Weltkomplexität. Kausalbeziehungen werden von Rezipienten in der Eigenzeit der Kopplung und unter Rekurs auf Zeitschemata ergänzt, oder sie müssen durch parallel kommunizierte Kommentare nachgeliefert werden, über die man sich dann streiten kann. Die Erfahrung der 'Objektivität' der kommunizierten Ereignisse bleibt davon nicht nur unberührt, sondern sie wird dabei als unvordenklich stabilisiert.
      Eine wichtige Funktion des Codes + aktuell dürfte deshalb in einer weitgehenden Invisibilisierung der Verfahren liegen, mit denen dieser Code operatio-nalisiert wird. Denn das, was audiovisuelle Massenmedien als ihr Privileg ansehen: die 'Ãobertragung' von Weltkomplexität, kann weder Technik noch Code leisten. Es überrascht, in wieweit die professionelle Sozialisation der Journalisten, die trotz aller Technisierung und wissenschaftlichen Ausbildung weilgehend durch So/.ialintegration geschieht, quer durch die verschiedenen Print-und audiovisuellen Medien hindurch immer wieder zu einer recht homogenen Auswahl der berichtenswerten Ereignisse und Sachverhalte führt. Die Stabilität dieser unwahrscheinlichen Kommunikationsstruktur kommt selten in den

Blick, denn die sachgebundene, quasi natürliche Selektivität des Codes bestätigt sich scheinbar darin. Ausformulierte Handlungsanweisungen, Programme , existieren /war, doch organisiert sich der Selektionsprozeß eher anhand von Wertorientierungen und erworbenen professionellen Fertigkeiten der Kameraleute und Journalisten. Man spricht von Routine oder Berufserfahrung. Auch die institutionelle Organisation der fast immer unter Zeitdruck erfolgenden Redaktionsarbeit spielt eine wesentliche Rolle.
      Neben der Selektion und Kommunikalion von Ereignissen durch den Code + aktuell ist noch ein zweite Anwendung der Simulation von Gleichzeitigkeit zu berücksichtigen. Für das Publikum, also für jene psychischen Systeme, die sich an Massenmedien koppeln, entsteht Aktualität durch diese Kopplung und die Tatsache, daß sie erwarten und in späterer Interaktion kontrollieren können, daß eine Menge von psychischen Systemen dies ebenfalls tut. Von Gleichzeitigkeit kann jedoch auch hier nur im Hinblick auf die Synchronisierung der kommunikativen Kopplungen die Rede sein, also im Hinblick auf die Organisation möglicher Interpenelralion von psychischen und sozialen Systemen . So kann auf beiden Seiten die Teilnahme an Kommunikation erwartet werden.
      Aklualitätsproduktion geschieht demnach in Massenmedien in zweifacher Hinsicht: als kommunikativ orientierte Selektion von Themen und Beiträgen -agenda setting - sowie durch die Synchronisation der Kopplung psychischer Systeme durch Massenkommunikation. Gerade bei den Produzenten steht dieser quantifizierbare Aspekt bei der Legitimation der Selektionsleislungen, sowohl innerhalb ihrer Institution, aber auch im Rahmen der Selbsteinschäl/.ung ihrer Tätigkeit, dem Sozialprestige innerhalb der Anstalten und in der Konkurrenz der Sender an erster Stelle. Auch dies verweist auf Invisibilisierung, denn das eigentliche Problem, die Selektion von Aktualität, wird, wenn nicht als ein auferlegtes Handeln, so doch als ein Problem angesehen, das durch professionelle Routine relativ einfach zu lösen ist. Anforderungen der Funktionssysteme, etwa der Politik, nach Ausgewogenheit der Berichterstattung, verdrängen die Selektion als Problem aus der alltäglichen Praxis. Nicht wie es zur Selektion kommt , sondern was ausgewählt wird , beschäftigt deshalb große Teile der Massenkommunikationsforschung sowie die Frage, ob dies den journalistischen Hausregeln der Objektivität entspricht und wie die Interpretation von Daten auszusehen hat . Wahrscheinlich ist es notwendig, den Selektionsprozeß so, also als Problem der Macht von Gremien und Institutionen oder unter dem Aspekt der Presse- und Rundfunkfreiheit zu erleben, weil sonst die bloße Menge des gleichzeitigen Geschehens und der gleichzeitig bestehenden Relevanzen jegliche Hoffnung auf Selektionskriterien zunichte macht.
      Die Codierung + aktuell hat demnach die Aufgabe, das zugrundeliegende Medium, die Mengen der Beobachtungen durch Journalisten und häufig auch bereits kommunizierte Beobachtungen, in eine Form zu bringen. Die Aktualität dient als Reflexionswert der Unterscheidung und führt zur Asymmetrie dieser Codierung. Das Nicht-Aktuelle dient zwar als Kriterium der negativen Selektion, es wird aber massenmedial nicht verbreitet. Eine oft genutzte Möglichkeit einen Code anzuwenden und trotzdem zu unterlaufen, besteht nun darin, den positiven Wert beizubehalten und den negativen Gegenwert heimlich auszutauschen . Nicht das Aktuelle ist dann wichtig, sondern das Wesentliche - was immer es sein mag - wird ausgewählt und durch die massenmediale Verbreitung aktuell. Jegliche relevanz- statt zeitorientierten Kommunikationsinteressen werden dieses Verfahren benutzen, wenn keine zeit codierbaren Ereignisse vorzuweisen sind. Damit öffnen sich die Selektionsmöglichkeiten wieder derart, daß fast alles Eingang finden kann.
      Die doppelte Konstruktion von Aktualität durch Selektionsleistungen der Kommunikation und durch Kopplung mit psychischen und sozialen Systemen darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß massenmedial vermittelte Kommunikation eindeutig der Systemreferenz der Gesellschaft zuzurechnen ist16. In Abgrenzung zu gängigen Definitionen der öffentlichen Meinung als heimlichen Souverän oder als unsichtbare vierte Gewalt bezogen auf ein Publikum als ihren Träger bezeichnet die Systemtheorie die öffentliche Meinung als "...ein Kommunikationsnetz ohne Anschlußzwang..." für psychische Systeme . Zum einen, weil öffentliche Meinung aus medial vermittelten Kommunikationen besteht, und es zum anderen für die Erfüllung ihrer gesellschaftlichen Funktion unerheblich ist, ob sich der Einzelne mit ihren Kommunikationen koppelt oder nicht. Das berührt nicht die Tatsache, daß es zu den Erwartungserwartungen der öffentlichen Meinung gehört zu unterstellen - ob kontrafaktisch oder nicht - daß ein Massenpublikum an der kommunikativen Kopplung Interesse hat und die angebotenen Selektionen auchannimmt17. Die mittlerweile sehr ausgefeilte Ermittlung von Einschaltquoten, die Organe der professionellen Medienkritik und recht zufällige Rückmeldungen 'des Publikums' reichen den Massenmedien als Kontinuitätsgarantie hierfür offenbar aus . Die von uns hervorgehobene doppelte Konstruktion von Aktualität der öffentlichen Meinung in der Form der Selektion von Themen und Beiträgen verdeckt dabei den Zwang zu einem ständigen Austausch und Vergessen anderer Themen und Beiträge, was als Funktion im Bezug auf die Gesellschaft zugerechnet wird, während sich ihre quantitative Leistung auf psychische Systeme und soziale Teilsysteme bezieht.
      Für die Gesellschaft bedeutet massenmedial vermittelte Kommunikation zunächst einmal eine operative Anwendung der System/Umwclt-Differenz, durch die unter anderem eine systeminterne Umwelt , nämlich die der öffentlichen Meinung, erzeugt wird. Diese systeminterne Umwelt wird von vielen Rezipienlen noch häufig und gern mit dem Horizont 'Welt' verwechselt, denn was soll unter den derzeitigen Bedingungen der Binncnkomplexität von Gesellschaft noch wechselseitig als bekannt vorausgesetzt werden, und welches alternative Konzept von 'Welt' steht in der Gesellschaft sonst noch zur Verfügung? Alle diese Sclcktionsleistungen geschehen parallel1* zu vielfältigen und weiterlaufenden kommunikativen Kopplungen von sozialen Systemen und Teilsystemen. In Deutschland konnte die Synchronisation von psychischen Systemen und der gesellschaftsinternen Umwelt der öffentlichen Meinung über einige Jahrzehnte hinweg besonders effektiv durch das Fernsehen geleistet werden , weil die Beschränkung auf ein relativ geringes und überschaubares Programmangebot die Reduktionsleistungen der auch in anderen Massenmedien veröffentlichten Meinung noch einmal auf einen Minimalbereich reduzierte19. Für diese Funktion gab es einen stabilen Ort - die Tagesschau - und eine feste Zeit - 20° - für diese Kopplung. Das Fernsehen erfüllte also seine Rolle als Leitmedium der öffentlichen Meinung gerade durch die quantitative Beschränkung und durch die zeitliche Synchronisierung der Rezeption. Die Kinowochenschauen verloren dagegen Ende der 5cr Jahre immer mehr an Bedeutung, weil sie weder gegenüber der schnelleren Konkurrenz der Rundfunkberichterstattung noch qualitativ gegenüber dem Fernsehen eine Differenzqualität zu bieten halten. Geht es wirklich, was recht selten ist, um Schnelligkeit, so wird sich der Rundfunk immer noch als die effektivste Technik erweisen. Wir unterstellen allerdings, daß im Rahmen der normalisierten Synchronisation mit der öffentlichen Meinung derzeit für psychische Systeme nicht Aktualität im Sinne von Schnelligkeit, sondern eher als Resultat der medialen Qualität des Fernsehens ausschlaggebend ist.
      Die Produktion der öffentlichen Meinung als gesellschaftliche Funktion der Massenmedien zu beschreiben, erfolgte bisher unter dem Gesichtspunkt des agenda setting. Damit ist aber die Ebene, die wir als Qualitäten der Kommunikation beschreiben wollen, ausgeklammert. Denn welche kommunikative Leistung außer der Steigerung der Kommunikalionsqualilät entsteht, wenn etwa ein südamerikanischer Sportreporter ekstatisch eine Minute lang -in audiovisueller Kommunikation eine kleine Ewigkeit, der durchschnittliche Tagesschaubeilrag dauert 90 Sekunden - den Ausruf gol zelebriert, obwohl wir das Tor doch alle gesehen haben? Sind jedoch für die Gesellschaft Qualitäten als Formen der massenmedialen systeminternen Umwelt im Rahmen der kommunikativen Realitätskonstruktionen ebenso von Bedeutung, wie für psychische Systeme'.'
Sollen Kommunikationsqualitäten überhaupt in den Blick kommen, so müssen wir wenigstens vorübergehend das klassische, politisch orientierte Konzept der öffentlichen Meinung hintanstellen, denn allein schon durch die Angebots-struktur der audiovisuellen Massenmedien geraten dessen Selektionskriterien unter Konkurrenzdruck. Fiktionale Sendungen des Fernsehens oder die Musikprogramme des Rundfunks dominieren schon längst die massenmedialen, systeminternen Kommunikationshorizontc der Gesellschaft. Nicht so sehr Unterscheidungen im Hinblick auf Systcm/Welt organisieren diesen Kommu-nikalionshorizont, sondern institutionsinterne Qrganisationscrfordernisse der Anbieter. Damit wird auch die Selbstbeobachtung der Gesellschaft durch Kommunikation auf einer anderen - aus Sicht der öffentlichen Meinung irrelevanten - Ebene organisiert. Es werden Kommunikationen erzeugt, die keine 'Abbildungen' von Umwell mehr intendieren, trotzdem aber durch ihre Präsenz, in Massenmedien für die Selbstorganisation der Gesellschaft Bedeutung erlan-gen. Zumindest entlasten sie vom Ausdifferenzierungsdruck der bedeutsamen Semantik.
      Die Selektionsprozcsse erfolgen hier nach anderen Regeln, die auf einer möglichst attraktiven Organisation der Reflexivität von Kommunikation beruhen. Die interne Konkurrenz im Massenmedium Fernsehen, bedingt durch den Ãobergang zum dualen 'System', entstand durch Ausweitung des Programmangebots. Kanalvielfalt und Kanaldiversifikation erschweren nun die Erfüllung der Funktion des Leitmediums20, denn die Erwartbarkeit der Synchronisierung von psychischen Systemen mit kommunikativen Kopplungen läßt nach. Themen können auch bei Kanalvielfalt gerade noch mit hinreichendem Erfolg als bekannt vorausgesetzt werden, jedoch trifft dies nur noch bedingt für einzelne Beiträge zu. Dafür verlagert sich das Interesse wieder mehr auf die Unterscheidung von Kommunikationsqualitäten verschiedener Massenmedien und Kommunikalionssiluationen. Die thematische AklualiUrproduktion der Gesellschaft gerät also in Konkurrenz zur qualitativen Aktualitätsselektion psychischer Systeme. Ihre Faszination hängt, so meinen wir, mit der Entgrenzung von Wirklichkeitshorizonten zusammen, die in der Kopplung erfahren werden.
     

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