Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Literaturwissenschaft und systemtheorie
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Literatur in der Gesellschaft - Gebhard Rusch


Setzt man mit einem umgangssprachlichen Begriff von Literatur als unterhaltsamem Lesestoff mit mehr oder weniger künstlerisch/ästhetischem Anspruch (kurz: Belletristik) ein, so läßt sich der Phänome


nbereich "Literatur" charakterisieren als die Gesamtheit der mit Lesestoffen der genannten Art zusammenhängenden Phänomene (Personen, Dinge, Ereignisse), z.B. Autoren, Verleger, Buchhändler, Leser, Manuskripte, Druckfahnen, Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Lesestoff-Gattungen, Produktion, Vermittlung, Rezeption und Kritik von unterhaltsamen Lesestoffen usw. "Literatur" in diesem weiten Sinne umfaßt also nicht nur (literarische) Texte, sondern auch bestimmte Personengruppen, bestimmte Handlungs- und Verhaltensweisen der Angehörigen dieser Personengruppen usf. Der Bereich literarischer Phänomene ist also äußerst vielgestaltig, seine Komponenten sind im öffentlichen und privaten Raum, in kommerziellen und nicht-kommerziellen Handlungszusammenhängen, in künstlerischen und - sozusagen - in kunst-gewerblich/popular-ästhetischen Kontexten sowie im Zusammenhang mit verschiedenen Medien anzutreffen. "Literatur" ist also aus heterogenen und über die verschiedensten gesellschaftlichen Teilbereiche, Branchen oder Gebiete verteilten Komponenten zusammengesetzt, "Literatur" ist inhomogen und diskret. Einziges gemeinsames (den Phänomenbereich als Gegenstandsbereich einer Literaturwissenschaft plausibilisierendes) Merkmal der Phänomenbereichskomponenten ist ihr direkter oder indirekter Bezug auf Begriffe von Literatur bzw. auf für literarisch angesehene Texte.


Linguistische Poetik
Linguistische Poetik, Rezeptionsästhetik, Pragmalinguistik und Kognitionswis-senschaft haben zu der Einsicht geführt, daß kein Text an und für sich literarisch ist. Texte werden vielmehr von den verschiedenen Akteuren im Phänomenbereich "Literatur" als literarisch produziert und rezipiert, angeboten [ ... ]
Literatur als Gesamtheit literarischer
"Literatur" als Gesamtheit literarischer Phänomene (in oben genauer charakterisiertem Sinne) verdankt sich in systematischer (nicht in historischer) Hinsicht mehreren intervenierenden Faktoren, z.B.: (1) Kognitive (teilweise ökologisch und sozial bedingte bzw. regulierte) Faktoren (Mikro-Faktoren) [ ... ]
Formieren die Komponenten des Phänomenbereichs Literatur ein System?
Oder setzt sich "Literatur" aus mehreren Systemen zusammen? Wie verhalten sich Texte, Akteure, Aktionen, Ereignisse usw. im Phänomenbereich zueinander? Und wie verhält sich der Phänomenbereich "Literatur" zu seiner Umgebung? Geht man von einem nach vorwissenschaftlichen Gesichtspunkten strukturiert [ ... ]




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