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Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und andere buchhändlerische Organisationen



1825 entstand auf Betreiben des Verlegers Friedrich Perthes, des Schwiegersohns von Matthias Claudius, der Börsenverein der Deutschen Buchhändler als erste gesamtdeutsche Korporation. Mitglieder konnten zunächst nur Firmen, später auch Personen werden. Seinen Namen erhielt er nach der mit der Leipziger Frühjahrsmesse verbundenen Buchhändlerbörse, auf der Verleger und Buchhändler ihre Abrechnungen vornahmen. Der Verein gründete 1834 das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel und unterhielt seit 1836 in Leipzig das Haus der Deutschen Buchhändler-Börse. Der Börsenverein wirkte gegen Zensur, Nachdruck und aus der Massenproduktion resultierende Schleuderpreise. Er war wesentlich an der Urheberrechtsgesetzgebung und der Einführung des gebundenen Ladenpreises beteiligt. 1912 gründete er die Deutsche Bücherei in Leipzig als Archivbibliothek des deutschsprachigen Schrifttums, der die Mitglieder freiwillig ihre Neuproduktion überstellten. 1928 übernahm der Börsenverein die Trägerschaft der 1852 vom Verein der Buchhändler zu Leipzig errichteten Buchhändlerschule. Die Nationalsozialisten überführten den Börsenverein 1933 in die Reichsschrifttumskammer und spalteten ihn in die Sparten für Verleger und Sortimenter. Als ständische Zwangsgemein-schaft gründeteten sie 1934 den Bund reicbsdeutscber Buchhändler, der 1936 ebenfalls der Reichsschrifttumskammer inkorporiert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der sowjetischen Besatzungszone die Arbeit des Leipziger Vereins unter dem alten Namen fortgesetzt.

      In der amerikanischen und britischen Zone schlössen sich die buchhändlerischen Landesverbände 1948 zum Börsenverein Deutscher Verleger- und Buchhändler-Verbände zusammen, der 1955 in den Börsenverein des Deutschen Buchhandels umgewandelt wurde. Neben dem Börsenverein gibt es, z. T. länderübergreifende, Landesverbände der Verleger und Buchhändler. Börsenverein und Landesverbände streben eine enge Zusammenarbeit auf der Basis der Doppelmitgliedschaft an. Die Landesverbände sind die wirtschaftlichen Träger der Schulen des Deutschen Buchhandels und die Gesellschafter der Buchhändler-Vereinigung GmbH, die das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, die Deutsche Na-tionalbibliogaphie, das Verzeichnis lieferbarer Bücher und andere buchhändlerische Fachliteratur verlegt.
      Der Börsenverein vereinigt alle Handelsstufen des Buchhandels. Der hohe Organisationsgrad des Buchhandels ermöglicht ihm eine kräftige Lobby bei politischen Entscheidungsträgern. Im Börsenverein bilden Verleger, Zwischenbuchhandel und verbreitender Buchhandel jeweils eigene Fachgruppen mit Fachausschüssen; Buchgemeinschaften, Antiquare usw. sind in eigenen Arbeitsgemeinschaften zusammengeschlossen. Oberste Organe sind die Hauptversammlung und der Vorstand mit dem Vorsteher an der Spitze. Die Abgeordnetenversammlung besteht aus den Mitgliedern der Fachausschüsse herstellender und verbreitender Buchhandel sowie weiteren vom Vorstand berufenen Mitgliedern. Arbeitsausschüsse widmen sich u.a. den Themen Berufsbildung, Neue Medien, Rationalisierung, Urheberrecht , Leseförderung, Buchmarktforschung. Der Börsenverein ist Mitglied der Deutschen Lesegesellschaft, Gesellschafter der Ausstellungs- und Messe-GmbH, die neben den Buchmessen in Leipzig ahR) und Frankfurt a.M. Ausstellungen bei anderen internationalen Messen und Fachkongressen betreut, des Rechenzentrums Buchhandel GmbH sowie der Buchhändler-Abrechnungsgesellschaft mbH , die der rationellen Zahlungsabwicklung zwischen den Firmen des Buchhandels dient. Beim Börsenverein liegt auch die Redaktion der ISBN für die deutschen Verlage. Er veranstaltet den Vorlesewettbewerb, verleiht jährlich auf der Frankfurter Buchmesse den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und ist als ursprünglicher Mitgründer im Verwaltungsrat und Beirat der Deutschen Bibliothek vertreten. Zusammen mit der Stadt Frankfurt und anderen trägt er die Stiftung Buchkunst, die jährlich den Wettbewerb Die schönsten Bücher der Bundesrepublik Deutschland durchführt. Schließlich unterhält der Börsenverein ein Archiv und eine Bibliothek zur Geschichte des Buchwesens sowie eine Historische Kommission.
      Neben dem Börsenverein existieren die Fachverbände Verband Deutscher Antiquare, Verband Deutscher Bahnhofsbuchhändler, Verband Deutscher Bühnenverleger, Vereinigung Evangelischer Buchhändler, Verband Katholischer Verleger und Buchhändler, Deutscher Musikverleger-Verband, Verband Deutscher Schulbuch-Verlage, Verband Deutscher Zeitschriftenverleger und andere mehr.
     

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