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Satzverfahren



Beim Bleisatz werden sogenannte Metallmatrizen zu Einzellettern oder Zeilen ausgegossen. Die erhaben druckenden Teile tragen die Schrift spiegelverkehrt. Die ursprüngliche Form des Bleisatzes ist der Handsatz. Der Bleisatz ist Bestandteil der aufeinander abgestimmten Erfindungen Gutenbergs. Der Setzer holt die einzelnen Bleilettern und den Ausschluß für die nicht druckenden Zwischenräume aus dem Setzkasten und fügt sie im Winkelhaken zu Zeilen zusammen. Nach dem Druck legt er Lettern und Ausschluß wieder ab. Der aufwendige Handsatz - in der Stunde können etwa 1600 Zeichen gesetzt werden - wird heute fast nur noch für Akzidenzdrucksachen verwendet.

      Lange Zeit war der maschinelle Bleisatz das wichtigste Satzver-fahren. Er begegnete in zwei Ausprägungen, nämlich als Zeilenguß und Einzeltypenguß . 1886 erfand Ottmar Mergenthaler die Zeilensetzmaschine, 1897 Tolbert Lanston die Einzeltypensetzmaschine. Bei der Zeilensetzmaschine wurden mit einer Tastatur Buchstabenmatrizen und Ausschluß aus einem Magazin geholt, zu Zeilen zusammengefügt und als ganze Zeilen ausgegossen. Satzkorrekturen waren aufwendig, da immer die ganze- Zeile neu gegossen werden mußte. Durch den Einsatz von Lochstreifen zur Steuerung des Satzes wurde das Verfahren weiterentwickelt. Infolge der Trennung der beiden ursprünglich verbundenen Vorgänge der Texterfassung und des Gießens konnte die Leistungsfähigkeit von ca. 6000 auf ca. 10 000 Zeichen in der Stunde gesteigert werden. Auch beim Einzeltypengußverfahren wurde die Texterfassung auf Lochstreifen als eigener Vorgang vom Gießen getrennt. Der Lochstreifen steuerte einen Matrizenrahmen mit bis zu 272 auswechselbaren Matrizen mit den einzelnen Zeichen. Gegossen wurde jedes Zeichen einzeln, so daß spätere Korrekturen zeichenweise erfolgen konnten. Die Leistung stimmte mit derjenigen im Linotype-Verfahren überein. Das Monotype-Verfahren wurde für sogenannten gemischten Satz bevorzugt, das Linotype-Verfahren für sogenannten glatten Satz.
      Vom Bleisatz druckte man entweder direkt in der Hochdruckmaschine oder indirekt auf dem Umweg über Drucke auf Barytpapier, die zur Herstellung der eigentlichen Druckvorlagen für andere als das Hochdruckverfahren verfilmt wurden. Der Bleisatz ist inzwischen aus wirtschaftlichen Gründen vollständig durch den Fotosatz abgelöst worden.
      Der Fotosatz, der nach dem Zweiten Weltkrieg einen raschen Aufschwung erfahren hat, vermeidet das raumaufwendige Lagern des Satzmaterials und bietet mannigfaltige Möglichkeiten, die Satzarbeiten durch Programme zu rationalisieren, Schriften zu variieren und Korrekturen auszuführen. Er beruht auf dem Prinzip, die zu setzenden Zeichen auf Fotopapier oder auf Film zu belichten und unmittelbar anschließend zu entwickeln. Der Fotosatz kann manuell ausgeführt werden, etwa fürTitel-sätz oder Akzidenzdrucksachen. Seine wesentliche Anwendung erfolgt jedoch unter Einsatz eines Satzrechners. Zur Peripherie des Satzrechners gehören umfassende Texteingabegeräte, die u. a. das Einlesen von OCR-B-Schrift , von Disketten, Magnetbändern usw. erlauben. Am Satzrechner werden Korrekturen und Gestaltung durchgeführt. Für die
Belichtungseinheit sind drei technische Varianten im Gebrauch: Beim Filmsatz wird ein negativer Schriftbildträger auf Film oder Glas so vor der Blitzlampe positioniert, daß das gewünschte Zeichen belichtet wird. Die Setzleistung des Filmsatzes liegt bei 300000 Zeichen in der Stunde. Beim digitalen Lichtsatz dagegen werden die Zeichen mittels Kathodenstrahlbelichtung entweder wie beim zeilenweisen Aufbau des Fernsehbildes als Linien oder Punkte oder in Vektoraufzeichnung aufgebaut. Im Lichtsatz können ca. 1 Mio. Zeichen in der Stunde gesetzt werden. Jüngste Entwicklungen von Laserbelichtern schließlich bieten eine ähnliche Setzleistung, jedoch höhere Qualität der Zeichen und verbessern die Integration von Text und Bild.
      Nur für kurze Zeit hatte der Schreibsatz Bedeutung, etwa von 1970 bis 1990. Bei ihm schrieb man mit speziellen Schreibmaschinen auf anschließend zu verfilmendes Barytpapier oder gleich auf eine Folie, die als Druckvorlage für den Offsetdruck verwendet wurde.
     

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