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Hans H. Hiebet
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Teill - Struktural-poststrukturale Psychoanalyse



In Jacques Lacans Diskurs scheint die Form, das geniale Sprach-spiel, den Inhalt, die geniale Psychoanalyse, womöglich in den Schatten zu stellen, vielleicht deshalb, weil für den Praktiker wie den Theoretiker Lacan das "enonce" hinter die "önonciation" zurücktritt: Der Versprecher verrät die Wahrheit , das bewußt Ausgesagte gehört nur dem Bereich des Wissens zu . - Wie dem auch sei, Jacques Lacan hat sich zeitlebens schlicht als Interpret der Schriften Freuds verstanden. Gleichwohl ergeben sich Unterschiede, vor allem im Hinblick auf die Lingui-stisierung bzw. Strukturalisierung der Psychoanalyse wie auch im Hinblick auf die Einbeziehung der Psychose ins Feld der Analyse. Auch die Skepsis gegenüber der Möglichkeit, Störungen - die ihre Bedingung in einem strukturalen Gefüge haben - durch Erkenntnis beheben zu können, wäre aus der Zahl der Abweichungen hervorzuheben. Das Freudsche Postulat: "Wo Es war, soll Ich werden", wird von Lacan skeptisch umgedeutet .

      Mit Lacan, um das vorwegzunehmen, wird die Psychoanalyse in eine strukturale und - im gleichen Moment - in eine "poststruk-turale" oder: neo- bzw. spätstrukturale Disziplin transformiert. Lacan stellt, von Saussure ausgehend, die Sprache ins Zentrum seiner Psychoanalyse, definiert den Menschen als das sprechende, symbolbildcnde Tier und erklärt: "das Unbewußte ist strukturiert wie eine Sprache" ; Lacan liest Freuds Werk quasi als semiotisches System. Aber er zertrennt nicht nur - in struktu-raler Weise, wie Saussurc - die traditionelle Bindung von Symbol und gemeintem Referenten, er trennt - "poststrukturalistisch" -auch Signifikant und Signifikat voneinander:
"Wenn der Strukturalismus das Zeichen von seinem Referenten getrennt hat, so geht diese Denkweise - oll unter dem Namen 'Posislrukturalismus' bekannt - noch einen Schritt weiter: sie trennt den Signifikanten vom Signifikat" .
     

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Teill  -    Struktural-poststrukturale  Psychoanalyse    





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