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Literaturtheorien
Hans H. Hiebet
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Der Phallus



Die imaginäre 'Symbiose' zerbricht indessen auch dann, wenn das Kind erkennt, daß die Mutter noch ein anderes Begehren als das nach dem Kinde hegt: das nach dem Dritten. Nur ist dieser Anhaltspunkt lediglich die Kehrseite des 'Namens-des-Vaters" bzw. des 'Phallus", der seinerseits nichts anderes darstellt als das Zeichen der Kopula , von der sich das Kind nun ausgeschlossen weiß. Der 'Phallus" wird zum Zeichen dessen, was das Kind sein oder haben müßte, um sich das Paradies weiterhin sichern zu können; er ist Symbol eines imagi-nierten Zauberschlüssels zur Einheit und Ganzheit, er hat nichts mit dem biologischen Geschlechtsunterschied zu tun. Damit ist auch der Gegensatz von Phallus-Haben und Kastricrt-Sein ein rein symbolischer und kann auf beide biologischen Geschlechter bezogen werden.
Bei diesem anti-biologischen Symbolismus setzt der lacanisti-sche Feminismus ein - auch Roland Barthes' strukturale Analyse der Balzacschen Erzählung 'Sarrasine' hat hier einen ihrer Ankerpunkte .
      So ergibt sich, daß im Diskurs, vornehmlich im analytischen, zwei Relationen, die imaginäre und die symbolische, zu betrachten sind, wobei die imaginäre vom 'Objekt klein a" zum Ich führt und eine andere Relation kreuzt, nämlich den Diskurs des Anderen , der von der Position des Anderen zum Subjekt weist .
     

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