Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Literaturtheorien
Jürgen Link / Rolf Parr Eine scmiotischc Analyse des literarischen Diskurses rekurriert auf zwei nicht notwendigerweise miteinander verbundene Theoriekonzepte: das der Semiotik, als deren Objekt in d
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Ein Standardmodell der Ebenen eines literarischen Textes



Die Semantisierung der Signifikanten und die Ãobersemantisierung der Signifikate sind die Ursachen dafür, daß literarische Texte in der Regel außer der Ebene der Denotation mehrere Ebenen kon-notativer Signifikate besitzen. In dem folgenden Schema sind vier solcher Ebenen angenommen, die sich multiplizieren ließen .

      Insgesamt also die Kunst scheinbarer Kunstlosigkeit: Alle Paradigmen werden in 'lockerer' Weise auf die syntagmatische Achse abgebildet. Typisch dafür ist die Senkungs- und Auftaktfreiheit des Verses, aber auch die lockere Fügung des Symbols und die Folge scheinbarer Tautologien im zweiten Teil. Die Ebene der Denotation dominiert gegenüber den Ebenen der Konnotation; alles zeigt sozusagen auf eine scheinbar banale Alltagssprache, die aber durch die erst in der Analyse sichtbar werdenden zusätzlichen Ebenen einen komischen Tanz vollführt. Wie die metrische Doppelkodierung des Schlußverses symptomatisch zeigt, ergibt sich der Effekt des 'Lockeren' aus dem spielerischen Umgang mit einem durchaus ernsten kulturellen Widerspruch: Goethes 'Textbegehren" richtet sich zumeinen auf Popularität, ja Naivität der Schreibweise , zum anderen wird es aber abgestoßen von dem artifiziel-len Infantilismus der Romantiker, einem der Ursprünge des Kitsches. Aus der Not dieser Oszillation ist hier die Tugend eines 'lockeren Spiels' entstanden, die durch 'Energie und Frechheit' ratifiziert erscheint.
     
Signifikant-ebenen Semantisierung der lautlich-klanglichen Ebene Mit Ausnahme von Vs. 10 in jedem Vers eine starke binäre Alliteration oder Assonanz .
      Semantisierung der rhythmisch-metrischen Ebene Serie reiner Kreuzreime, die von der Mitte an die semantischen Zeilenakzente tragen und sich auf 'Poesie' beziehen .
      Knittelverse = vierhebige Verse mit je 2 starken Akzenten und Senkungsfreiheil; in der ersten Hälfte große Prosanähe durch starke Zäsuren und Enjambement - in der zweiten Hälfte Isomorphie Vers-Syntax, in 3 oder 4 Versen regelmäßige Alternation .
      Signifikat-ebenen Ebene der Denotation In der 1. Hälfte 3 Beispiele für Evidenz von Symptomen, das 3. Beispiel die Poesie; in der 2. Hälfte 3 Stufen.
      Ebene der Konnotation 1 Symbolische Identität der 3 Beispiele, dominantes Signifikat Poesie; Konnotalion volkstümlicher Kollektivsymbole. Zentralsymmetrie; Mittelstellung von Poesie; größere Prosanähe in der 1. Hälfte .
      Ebene der Konnotation 2

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