Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Literaturtheorien
Das Problem, die strukturalistische "Invasion" zu einem "Gegenstand der Ideengeschichte" zu machen, hat Derrida zu Beginn von 'Kraft und Bedeutung' wie folgt umrissen: "Der Historiker würde sich aber
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'Literatur' II - und Institution



Obwohl beide, Derrida und de Man, eine prinzipielle Differenz zwischen philosophischen und literarischen Texten verneinen, kann gefragt werden, ob und inwiefern sicli literarische und philosophische Texte zu ihrer tcxtucllen Bestimmtheit unterschiedlich verhalten; dieses Problem könnte in Auseinandersetzung der Lektüren Derridas und de Maus thematisiert werden.- De Man differenziert insofern, als

..die Beziehung und der Unterschied zwischen Literatur und Philosophie nicht in Begriffen der Destruktion zwischen ästhetischen und epistemolo-gischen Kategorien erfaßt werden kann. Alle Philosophie ist in dem Maße, wie sie von 'uneigentlicher' Sprache abhängt, verurteilt, literarisch zu sein, alle Literatur, als L)epositoriun genau dieses Problems, in gewissem Umfang philosophisch. Die offenkundige Symmetrie dieser Feststellungen ist nicht ganz so beruhigend, wie es scheint, denn was Literatur und Philosophie miteinander in Verbindung setzt, ist ihr gemeinsamer Mangel an Identität und Bestimmtheit. "
De Man nennt ,,literarisch" und ,,Literarizität", was Derrida den 'Schriftrest" jener Texte, die Schrift ohne Rest in ihrer Mitteilung aufgehen lassen wollen, nannte, ohne daß damit das 'ästhetische' Moment der Texte bezeichnet wäre. Literarizität heißt bei de Man die ,, 'Befreiung 'der Sprache von den Einschränkungen in den Möglichkeiten der Bezugnahme" , die die Sprache,, //; erkenntnistheoretischer Hinsicht äußerst fragwürdig und unbeständig" macht . Dieser Fragwürdigkeit im Hinblick auf das Interesse der Sicherung der Mitteilung durch die unterstellte Durchsichtigkeit oder zumindest die Konlrollierbarkeit ihres sprachlichen Ausdrucks gilt das Interesse de Mans. Weil und insofern de Man dieses Moment 'literarisch" nennt, ist jeder 'literarische' Text zugleich als 'Sprache über Sprache" - in de Mans Worten - das 'Depositorium" dieser Irritation, dieser 'Einsicht' und dieser 'Befreiung".
      Lektüren Derridas sog. 'literarischer' Texte stellen auf eine andere Weise die Frage nach der Spczifizität der Literatur. So stellt sich Derrida mit seinen mehrfachen Lektüren von Kafkas 'Vor dem Gesetz" der Frage, was und wer einen literarischen Text der Literatur angehören lasse, und impliziert, daß ebensowenig, wie dieser durch seinen Gegenstand zu erfassen ist, er durch seine 'Form' oder Struktur zum 'literarischen' werde. Er fragt nach dem 'Gesetz' der Literatur und dem Verhältnis der literarischen Texte zu diesem, nach den 'Rahmen' und Institutionen, die sie der Literatur angehören lassen, die sie nach- und vorschreiben, wie eben dabei zugleich auch überschreiten. Dies eröffnet die Möglichkeit und Notwendigkeit über das Verhältnis von Literatur und Gesetz und Gerechtigkeit nachzudenken.
     

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