Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Literaturtheorien
Das Problem, die strukturalistische "Invasion" zu einem "Gegenstand der Ideengeschichte" zu machen, hat Derrida zu Beginn von 'Kraft und Bedeutung' wie folgt umrissen: "Der Historiker würde sich aber
Index
» Literaturtheorien
» Dekonstruktion - Lektüre: Derrida literaturtheoretisch
» Ein anderes Feld: literary criticism

Ein anderes Feld: literary criticism



Eine Formulierung, wie die des amerikanischen Literaturwissen-schaftlers Alkins: 'A major force in contemporary literary criticism is Jacques Derrida" , würde in der Bundesrepublik immer noch vor allem Verblüffung auslösen und verdeutlicht insofern die andere Diskussionslage innerhalb der amerikanischen Literaturwissenschaft. Sie weist auf ein der vorgestellten Derrida-schen Dckonstruktion analoges Unternehmen für literarische Texte hin, das zwar mit dem Namen und den Texten Derridas verbunden, aber in seinen interessantesten Ausprägungen nicht eine Frage der Ãobernahme des Konzepts der 'Dckonstruktion' in den Rahmen der Literaturwissenschaft ist, sondern vielmehr eine nach der eigenständigen theoretischen Entwicklung/;'/'/-Literatur, insbesondere in den Texten de Mans.2;? Das Angebot der dekonstrukliven Strategien Derridas für die Lilcraturkritik besteht, einem Hinweis de Mans zufolge, vielleicht vor allem in der sich ausarbeitenden 'Aufmerksamkeit' für den Text. Da diese, entgegen traditionellphilosophischen Lektüren, an der'Schriftlichkeil'derTexte hängt, kann die dekonstruktive Lektüre literarischer Texte nicht als Derivat und Anwendung einer Theorie Derridas verstanden werden, wenn diese auch mit jener zusammenhängt.

      B. Johnsons Programm der Lektüre literarischer Texte verdeutlicht, inwiefern sie 'dekonstruktiv' genannt werden kann:
'Den Ausgangspunkt bildet oft eine binäre Differenz, die sich im folgenden als Illusion erweist, die von viel schwieriger festzustellenden Differenzen erzeugt wird. Es zeigt sich, daß Differenzen zwischen Entitäten auf Verdrängung von Differenzen innerhalb der Entitäten ruhen, darauf also, wie eine Entität von sich selbst differiert. Die Weise aber, wie ein Text derart von sieh selbst differiert, ist niemals einfach: sie hat eine gewisse rigorose, kontradiktorische Logik, deren Wirkungen bis zu einem gewissen Grad gelesen werden können. Die 'Dekonstruktion' einer binären Opposition ... ist ... der Versuch, den subtilen, mächtigen Effekten von Differenzen nachzugehen, die in der Illusion einer binären Opposition bereits am Werk sind" .
      Die Opposition Innerlich-Ã"ußerlich, die die Identität vor der Differenz denkt und sichert, strukturiert auch die traditionellen 'metaphorischen' Modelle von Literatur und ihrer Lektüre,2'' die einer institutionellen Absicherung bedürfen und die Grenzen der Disziplin umgekehrt sichern. Die 'nicht-oppositionelle diff'erance", die in ihr, 'innerhalb' aller Enlitäten bereits am Werk ist, subvertiert diese Opposition und mit ihr das vom Andern unabhängige Selbe; sie ist die 'Gefahr" der 'parasitären Kontamination", die sie 'bejaht" . Zu den 'binären Oppositionen', die im Text l"i-gural entworfen und abgebaut werden, gehört nicht zuletzt und nicht nur unter anderen die von männlich/weiblich; der Art und Weise, wie die Texte mit dieser de-kon-slrukliv umgehen, widmet sich die 'dekonslruklive' Lileraturkritik von Frauen wie Johnson, Felman, Spivak u.a.26: 'difference is cxplicitly dramati-zed in sexual and racial terms" .
      Dieses Operieren von und mit Texten müßte im Einzelfall verfolgt werden, um dessen Funktionieren und dessen Plausibilität sichtbar zu machen; auf die Vielzahl von Untersuchungen, die inzwischen zu Texten aus großen Bereichen der Literaturgeschichte vorliegen, kann nur hingewiesen werden.

 Tags:
Ein  anderes  Feld:  literary  criticism    





Impressum | Datenschutz

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com