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Aufklärung (I720-I785) und Empfindsamkeit (I740-I790)
Der Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg machte viele kleine Fürstenhöfe zu Mittelpunkten des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Die Ordnung wurde wiederhergestellt. Wer Schriftsteller war, passle sich an die höfischen Umgangsformen an. Frankreichs absolutistische Monarchie wurde zum Vorbild. Die Aufklärung bereitete sich vor. Mit dem Knde der Barockzeil entstanden verschiedene literarische Strömungen. Sie wurden teils vom Pietismus, einer protestantischen Bewegung, teils vom heiteren Charakter des Rokoko, mit dem man heute einen spielerischen Architeklurstil verbindet, beeinl'lusst.
Neu-religiöse Dichtungen wie Friedrich Gottlieb Klopslocks biblisches I leldenepos > Messias« stehen neben einer von religiösen und moralischen Ansprüchen freien »Anakreontik« . Beide Strömungen beein-flussten die Literatur der Aufklärung und Kmpfindsamkeit.
Was ist Aufklärung? Der Königsberger Philosoph Immanuel Kant gab die berühmte Antwort: »Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeil.« Man soll den Mut haben, seinen eigenen Verstand zu benutzen, ohne sich der Leitung anderer zu bedienen. Aufklärung war in erster Linie eine Idee, die sieh aus einem selbstbewusst werdenden Bürgertum entwickelte. Vor allem sächsische Städte und der preußische Hof Friedrich des Großen waren die Orte, an denen sich aufgeklärte Literatur und Gelehrsamkeit entwickelte. Auch die wichtige Handelsstadt Zürich spielte für das literarische Leben eine besondere Rolle. Leipzig und Halle wurden mit ihren Universitäten zu Zentren der Bildung und Wissenschaft.
Man versuchte die Wirklichkeit wissenschaftlich zu erfassen und zu ordnen. Nach Diderots französischem Vorbild erschien das erste deutsche Lexikon , in dem er seine Normen aus dem Nachahmungsbegriff des Aristoteles ableitet.
Damit löste er einen Literaturstreit aus. Die eine Seile, also Gottsched, orientierte sich an den eher strengen Formen der französischen Literatur, während die andere Seile, die Schweizer Bod-mer und Breilinger, der dichterischen Fantasie nach dem Vorbild der Lngländer , h'in Außenseiter, der im Verborgenen schrieb und seine Gedichte anonym herausgab, war Matthias Claudius. Am bekanntesten ist noch heute sein Gedicht »Der Mond ist aufgegangen ...« Vor allem Goethes >Werther< stellt einen Höhepunkt der empfindsamen Dichtung dar, mit dem die Lpoche aber auch langsam ausklingt. >Werther< ist schon das Manifest eines dichterischen Aufbruchs zu neuen Ufern, dem »Sturm und Drang«.
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