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Gotthold Ephraim Lessing (I729-I78I)



Lessing ist der bedeutendste Vertreter der deutschen Aufklärung . Erwarauch einer der ersten »freien« Schriftsteller, zeit seines Lebens hatte er versucht, auf fürstliche Mäzene zu verzichten, um Abhängigkeiten zu vermeiden. Kr studierte 1746-1748 in der Kulturmetropole Leipzig an jener berühmten Universität, an der die großen Aufklärer Thomasius, Wollt und Gottsched lehrten. Eigentlich sollte Lessing sich der Theologie widmen, wurde aber von der großstädtischen Welt mit ihren Theatern und Literaturzirkeln zum Schreiben von Lustspielen verleitet - zunächst noch im Banne Gottscheds, der mit seinem >Versueh einer Critischen Dichtkunst^ die Literaturformen der Zeit maßgeblich beeinflusste. Bald schon emanzipierte sich Lessing, wurde Redakteur bei einer Berliner Zeitung und machte sich einen Namen als Literaturkritiker. 1750 gab er eine Thealerzeitschrift heraus, in der er zu aktuellen Entwicklungen in der Dramentheorie Stellung nahm, gleichzeitig schrieb er selbst Dramen.

      1755 erschien das bürgerliche Trauerspiel >Miss Sara Samp-sonMinna von Barnhelm oder das Soldatenglück< setzt sich die Vernunft des I lerzens jenseits aller Standesgrenzen durch. In dieser Aufklärungskomödie verbindet sich Komödiantisches mit Lehrhaftem: Das Festhalten am Ehrbegriff wird durch die Liebe überwunden. Anregungen für die Figur des Majors von Teilheim hat Lessing aus Offizierskreisen in Breslau im letzten ]ahrdes Siebenjährigen Krieges erhalten.
      Nachdem er seine bis dahin einzige feste Stellung beim Breslaues Stadtkommandanten aufgegeben hatte, war er froh, 1767 an das soeben gegründete Deutsche Nationaltheater in Hamburg berufen zu werden, doch nach zwei Jahren war sein Traum von einem neuen 'Theater, das in seinem Sinne die bürgerliche Dramatik entfalten und durch Mitleid reinigende Funktion ausüben sollte, geseheitert.
      Erhalten blieb seine >Hamburgische Dramaturgien , die für die Erneuerung des Theaters bedeutsam wurde. Ein weiteres bürgerliches Trauerspiel - das Paradestück zu seiner Dramentheorie - schrieb Lessing 1772 mit dem Titel >Emilia Galottk In dem tragischen Rührstück, in dem die Unschuldigen sterben, geht es vor allem um den moralischen Gegensatz zwischen der rücksichtslosen Macht des Hofes und den Tugenden des privaten Lebens. Emilias freie Entscheidung, in den Tod zu gehen, um ihre Ehre zu retten, muss auch Goethe beeindruckt haben, der Werther mit der aufgeschlagenen >Emilia Galotti< sterben lässt.
      In »Nathan der Weise< schuf Lessing ein zeitloses Lehrstück. Das Drama weckt die Vision einer aufgeklärten Weltfamilie jenseits von Stand und Religionszugehörigkeit. Die Thematik der »Toleranz zwischen den Religionen« geht auf einen Theologenstreit zurück, in den sich Lessing eingemischt haue. In der Ringparabel des >Nathan< wird die Gleichwertigkeit aller Religionen der Schlüssel zu einem toleranten Umgang miteinander: Die ursprünglich verfeindeten Parteien der Kreuzritter, Moslems und Juden versöhnen sich in dem Stück, nachdem sich herausstellt, dass ihre Vertreter auf der Bühne alle zur selben Familie gehören.
      Lessing hatte sich durch sein streitbares öffentliches Auftreten nicht nur Freunde gemacht. Daher verabschiedete ersieh resigniert vom Beruf des freien Schriftstellers und begab sich 1770 in die Dienste des Herzogs von Braunschweig, dessen berühmte Bibliothek in Wolfenbüttel er leitete.
     

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