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IIias (ca. 750 v.Chr.) Epos von Homer



Die >llias< ist eines der beiden großen Versepen, die I lomer zugeschrieben werden. Sie ist nach der griechischen Sladl llion = Troja benannt: heute eine der ältesten und berühmtesten archäo logischen Fundstellen in der Nordwesltürkei, die schon seil 3000 v. Chr. besiedelt war. Um 1200 datiert man die Zerstörung der Stadt.

      Zehn Jahre dauerten die Kämpfe um die belagerte Stadt, von denen I lomer erzählt. Dieser Zeitraum wurde in der >llias< auf 51 'läge verdichtet. 24 Bücher umlässt das F,pos, das wie Homers anderes berühmtes Werk, die >Odyssecllias< und >dysscc< sind die bedeutendsten antiken Kpen, sie wurden von vielen Gebildeten auswendig gelernt und bildeten seil dem 6. Jh. v. Chr. die Grundlage für Schulbücher.
      Das Zentralmotiv der Erzählung erfährt man schon in der ersten Zeile: »Singe den Zorn, o Göttin, des Peleiaden Achilleus.« Der herausragende Krieger des griechischen Heeres, das die Festung Troja belagert, befindet sich im Streit mit seinem Heerführer Agamemnon. Weil dieser die gefangen genommeneTempeldienerin des Apollon, Chryseis, nicht freilassen wollte, wurden die Belagerer mit einer Seuche bestraft. Chryseis kommt schließlich frei, aber Achill muss Agamemnon als Ersatz seine eigene Gefangene, die schöne Briseis, herausgeben. Das demütigt den Helden, der beschließt, an dem Kampf nicht mehr teilzunehmen.
      Die Folgen für die Belagerer sind verheerend: Der trojanische Gegner Hektor kann mit seinem Heer bis zu den Schiffen der Griechen vordringen und droht, diese in Brand zu stecken. Patrokles bittet seinen Freund Achill, ihm seine Rüstung zu leihen, um gegen die Trojer zu kämpfen. Hs gelingt ihm zwar, die Gegner bis an die Stadtmauern zurückzudrängen, doch er wird von Hektor gelölet. Achill empfindet Trauer um den geliebten Freund. Sein Zorn richtet sich nun nicht mehr gegen Agamemnon, sondern gegen Palrok-los'Mörder I Icktor. Fr versöhnt sich mit Agamemnon, der ihm Bri seis zurückgibt, und beschließt den Freund zu rächen.
      Nachdem ihm Hephaistos, der Gott des Feuers, eine neue Rüstung geschmiedet hat, nimmt er wieder an den Kämpfen teil, obwohl ihm dereigencTod geweissagt wird. Achill wütet im Heer der Trojer, von denen er zahlreiche tötet. Schließlich fällt auch l'rojas berühmtester Kämpfer, Hektor, im Zweikampf. Achills unersättlicher Rachedurst wird aber erst gestillt, nachdem erden Leichnam des Feindes mehrmals um die Stadtmauern geschleift hat. Schließlich gewährt er dem Trojerfürst Priamos, I Icktors Vater, die Herausgabe des Leichnams für eine ehrenvolle Bestattung. Achills Tod im Kampf sowie die Eroberung und Zerstörung der Stadt werden in der >llias< nicht mehr beschrieben.
      Das »Moderne« an dem antiken Versepos sind die menschliche Darstellung der Hauptaktcure sowie verschiedene Erzähllechni-ken wie Rückblenden - z. B. auf den Anlass des Krieges: die Entführung Helenas -, wie man sie auch aus Romanen kennt. Daher hat man nach der Lektüre den Eindruck, die Geschichte des gesamten Trojanischen Krieges miterlebt zu haben, obwohl sich die geschilderte Handlung nur auf einige Wochen zu Beginn des zehnten Kriegsjahres erstreckt. Geschickt werden Parallelhandlungen eingeflochten, von denen die wichtigste das Geschehen im Götter himmel ist. Vom Olymp aus beobachtet die Gütterl'amilie die Schlacht und plant deren Ausgang. Es bilden sich verschiedene Parteien, die ihre Schützlinge -Trojer oder Griechen - beraten und auch tatkräftig unterstützen. Hera, Athene und Poseidon stehen auf der Seite der Griechen, Apollon, Aphrodite und Ares hellen den Trojern. Schließlich überträgt sich gar der irdische Konflikt auf den Götterhimmel, bis es dem Göttervater Zeus gelingt, den olympischen Streit zu schlichten und eine Hinigung über die Schicksale der Irdischen durchzusetzen. Die Konsequenz dieser göttlichen Entscheidungen ist die EroberungTrojas.
     
Trojanisches Pferd, Bild auf einem korinthischen Salbgefäß, 5. Jh. v. Chr. Das Trojanische Pferd kommt in der >llias< nicht vor und wird nur rückblickend in der >Odyssee< erwähnt. Der letzte, schließlich erfolgreiche Versuch, Troja zu erobern, ging auf Odysseus' List zurück, ein hölzernes Pferd zu bauen, in dem er sich mit den tapfersten Männern versteckte. Nur zum Schein verließ das griechische Heer die belagerte Stadt. Die ahnungslosen Trojer, die das Pferd für ein Weihgeschenk hielten, brachten es trotz Lao-koons Warnung in die Stadt. Nachts stieg die Mannschaft unter Odysseus' Führung aus dem Pferd, rief die Flotte durch Feuerzeichen zurück und öffnete das Tor. In einem grausamen Gemetzel kamen die Trojer um. Nur Äneas gelang die Flucht. Er wurde der Sage nach zum Gründer Roms.
     
Obwohl in diesem Werk vor allem von Kämpfen erzählt wird, hat man als Leserden Eindruck, in eine fremde Well versetzt zu werden, die mehr ist als der kriegerische Plot. Im Kontrast dazu werden denn auch friedliche Lebensbereiche in gleichnishafter Form ausführlich geschildert. Über Jahrtausende faszinierten die Fülle und der Reichtum des Ausdrucks in der »llias« die Leserschaft. Die Menschendarstellungen und die Breite der geschilderten Lebenswirklichkeit lassen das sehr lebendige Bild eines Weltganzen vor den Augen der Leser entstehen.
     

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