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Die Göttliche Komödie (I307-I32I) Episches Gedicht von Dante Alighieri



Als Heinrich Heine in seinem >Wintermärchen< den preußischen König vorder Macht der dichterischen Feder warnte, berief er sieh auf Dantes >Göttliche Komödie< . In der Hölle sind die großen Herrscher aller Zeiten auf ewig eingesperrt. Heute nimmt sich eine solche Warnung naiv aus, weil man an die Macht des dichterischen Wortes nicht mehr glaubt, aber sie gib! doch eine Vorstellung von der enormen Wirkung dieser Dichtung über die vielen Jahrhunderte.

      Dante Alighieri dichtete >La Commedia< im Hxil: Als 1301 die schwarzen Quellen mit der Unterstützung des Papstes Bonifaz VI

II.

die Stadt Florenz eroberten, wurde er aus seiner Heimat vertrieben. Das epische Gedicht beginnt damit, dass sich der Hrzähler in einem Wald verirrt. In der Mitte seines Lebens ist er in eine Krise geraten und macht sich auf die Suche nach dem Lebenssinn. Der antike Dichter Vergil, Dantes großes Vorbild, führt ihn in eine jenseilige Well - durch die jenseitigen Reiche der Hölle, des Läuterungsberges und des Paradieses. Die verehrenswürdi-ge Figur, Beatrice - Vorbild war Dantes frühere Geliebte -, übernimmt die Führung durch die hoffnungsvolleren Welten und be-gleilel den Hrzähler beim Aufstieg in das Paradies.
      Auf der Reise trifft er immer neue Seelen Verstorbener. Je nachdem, in welchem Höllen- oder Läuterungskreis diese angesiedelt sind und was ihnen im Jenseits widerfährt, erkennt man, wie die göttliche Gerechtigkeit über ihr Leben geurteilt hat. Judas, der Verräter Christi, und Brutus, Cäsars Mörder, werden am tiefsten Punkt der Hölle von Luzifer zermalmt.
      Mitleiderregend isl die Beschreibung des unglücklichen Liebespaares Paolo und Francesca , die sich von irdischem Verlangen hinreißen ließen, gegen die göttliche Ordnung zu verstoßen. Auch Homers üdysseus muss in der Hölle büßen, weil er den Trojanern das hölzerne Pferd unter Vortäuschung religiöser Motive aufgedrängt hat.
      Unter den 600 Namen sind historisch bekannte Figuren wie Barbarossa, die mittelalterlichen Päpste und Maler wie Giolto, aber auch historisch unbekannte Personen. Im Jenseits verbindet sich die lateinisch-antike mit der christlichen Welt. Dante sah seine Mission als Dichter darin, den Menschen mitzuteilen, welche die Konsequenzen ihres Handelns nach dem Tode sind, um sie zur Umkehr von Irrwegen zu verleiten. Hochpolitisch und waghalsig war diese Dichtung, da Dante auch Päpste und Kaiser nicht ausnahm, denen er wegen Machtmissbrauchs die Schuld am Niedergang der Menschheit gab. Persönliches geht ein, wenn der von Dante gehasste Papst Bonifaz Villi, in der Hölle schmort, während seinem Zeitgenossen Heinrich V

II.

von Luxemburg, dem kurzzeitigen deutschen Kaiser, schon ein Platz im Paradies reserviert ist. Wie sehr die Menschen verkommen sind, zeigt sich in Schreckensvisionen von Personen, die zu schmutzigen Schweinen und kläffenden Hunden geworden sind.
      Die >Commedia< ist unterteilt in drei große Einheiten, in denen die drei jenseitigen Reiche dargestellt werden: Diese bestehen wiederum aus jeweils 33 Gesängen. Die kleinste Einheit sind dieTcrzi-neu, die sich aus drei gereimten Versen zusammensetzen. Die Zahl drei ist natürlich nicht ohne Bedeutung, sie bezieht sich auf die christliche Vorstellung von der Heiligen Dreifaltigkeit. In dieser sinnfälligen Form formuliert sich der Erlösungsanspruch dieses Kunstwerkes, das der universalen christlichen Kultur des Mittelalters entstammt. Auf die Frage, warum er die eher tragisch anmutende Dichtung »Komödie« nannte, gab Dante die Antwort, dass die Reise zwar schrecklich begänne, aber glücklich im Paradies ende.
      Dieses gewallige Sprachkunstwerk des späten Mittelalters enthält viele tragische, komische und satirische Stilformen, die Alltägliches und Groteskes mit Feierlichem verbinden. Dante schrieb sein Gedicht nicht, wie damals üblich, auf Latein, sondern in seiner italienischen Muttersprache, weil er auf die Menschen seinerzeit einwirken wollte. In Italien gilt erdeshalb heule als historischer Spracherneuerer
Die >Gö(tliche Komödie< ist ein Meisterwerk der italienischen Literatur, das mit der Bedeutung der Werke Shakespeares für die englische und der von Goethes >Fausl< fürdie deutsche Kultur verglichen werden kann. Sie gilt als eines der schwierigsten Werke der Weltliteratur: Für das volle Verständnis sind die beste Kenntnis des Allen und Neuen Testaments, der antiken Autoren Vergil, Ovid, Lukan, Cicero und Augustin sowie von Texten des Mittelalters Voraussetzung. Daher sind die heutigen Ausgaben reichlich mit Kommentaren versehen.
     

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