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Der Simplicissimus (I668) - Roman von Hans Jakob Christoffel von Grimmeishausen



Hans Jakob Christoffcl von Grimmelshausen wird als Begründer des deutschen Prosaromans angesehen, das Werk geht auf Grim-mclshauscns Erfahrungen im Dreißigjährigen Krieg zurück.

      Im hessischen Gelnhausen wuchs er im einfachen, protestantischen Bürgermilieu auf und geriet mit 15 jähren unter die Söldner. Den Krieg musste er bis zum linde mitmachen. Später konvertierte erzürn katholischen Glauben und arbeitete als Gutsverwalter. Die letzten fahre seines Lebens verbrachte er in Renchen, wo er im Dienst des Bischofs von Strasburg arbeitete.
      Fünf Bücher umfassl der Roman, der 1668 erschien, erzählt wird die Lebensgeschichte eines einfältigen Mannes, eben des Sim-plicius. Fs wird erzählt, wie sich derAntiheld durchs Leben schlägt und wie ersieh entwickelt. Dieser wächst bei einem Finsiedlerauf, gerät dann in die Wirren des Dreißigjährigen Krieges und erlebt als Soldat zahlreiche Abenteuer, die mal humorvoll, mal satirisch geschildert werden. Zunächst gerät der naive Jugendliche in die Ob hui eines Stadtkommandanten, für den er den Narren spielen muss. Von umherslreifenden Söldnern entführt verkleidet er sich als Frau, um sich dem kriegerischen Treiben zu entziehen.
      Nach seiner Befreiung macht ersieh im kaiserlichen I Icereinen Namen als »jägervon Soest«. Frwird im doppelten Sinne gelangen genommen: Denn es »droht« ihm eine erzwungene Fhe, die aber nur kurz währt, da es ihn schon bald über Köln nach Paris verschlägt. Nach amouröscn Abenteuern im »Venusberg« schlägt er sich als Quacksalber und einfacher Musketier durch, gewinnt und verliert ein Vermögen, unternimmt mit seinem Freund »llerzbru-der« eine Pilgerfahrt, gelangt nach Wien, wird Offizier, will sich dann als Bauer im Schwarzwald niederlassen. Aber sein rastloses Wanderleben treibt ihn weiter quer durch fremde Länder. Nach einer langen Pechsträhne wird er wieder dahin geführt, wo er hergekommen ist: Frbeendetsein Leben als Einsiedler mit der Absage an die Welt.
     
Der Titel seines Schelmenromans, den man heute in dieser Form eher als Klappentext verwenden würde, lautet: »Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch, Das ist: Die Beschreibung dess Lebens eines seltzamen Vaganten genant Melchior Sternfels von Fuchshaim wo und welcher gestalt er nemlich in diese Welt kommen was er darinn gesehen gelernet erfahren und aussgestanden auch warumb er solche wieder freywillig quittiert. Ãoberaus lustig und maenniglich nutzlich zu lesen. An Tag geben von Ger-man Schleifheim von Sulsfort.«

Der >Simplicissimus< fand großen Anklang bei Grimmclshau-sens Zeitgenossen und zog eine große Anzahl von Nachahmern -Simpliciaden -nach sich. Entscheidend aberwarseine Wirkung als Entwicklu ngsronitin. Auch Goethes Bildungsroman grcilt uul dieses Modell zurück: In einem Gespräch mit Wilhelm Grimm fand der schon gealterte Dichterfürst die Lektüre des >Simplicissimus< erwähnenswert. Für alle spateren Dichter, die sich auf barocke Traditionen bezogen, war Grimmclshausens Werk eine Fundgrube, selbst in unsererZeil wurde die Tradition des Schelmenromans immer wieder aufgegriffen, u. a. von Thomas Mann, >Fclix Krull< , Günter Grass, >Blcchtrommcl< , oder Peter l'aul Zahl, >Die Glücklichem .
     

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