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Urbanisierung



Integraler Bestandteil dieses Modernisierungsprozesses ist die Urbanisierung . Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, vermehrt und in stetig zunehmendem Maße jedoch nach 1850, ist - wie bereits erwähnt - eine breite Wanderungsbewegung der Landbevölkerung in die Städte zu den dort in großen Mengen neu entstehenden Arbeitsmöglichkeiten zu erkennen. Der deutschsprachige Raum wandelt sich innerhalb weniger Dekaden von einer Agrar- zu einer Industriegesellschaft. Statistische Zahlen belegen dies eindrücklich. Im Wilhelminischen Kaiserreich steigt der Anteil von Personen an der Gesamtbevölkerung, die in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern leben, von 4,8% im Jahre 1871 auf 21,3% in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg . 1850 gibt es erst vier Großstädte, 1910 bereits achtundvierzig . Unter diesen wiederum wachsen die Metropolen in fast sprunghafter Art und Weise. Die Einwohnerzahlen von Berlin und Wien zum Beispiel überschreiten vor dem Ersten Weltkrieg die Zwei-Millionen-Grenze . Landflucht und Urbanisierung werden überdies von einem massiven Bevölkerungswachstum begleitet. Am Beginn des 19. Jahrhunderts leben in Europa circa 200 Millionen Menschen, um 1914 hat sich diese Zahl etwa verdreifacht . Diese Entwicklungen zeitigen unter anderem die Konsequenz, dass die Metropolen nicht allein hinsichtlich ihrer Einwohnerzahl wachsen, sondern auch ganze neue Stadtviertel für die Zuwanderer vom Land aus dem Boden gestampft werden, so zum Beispiel im Osten Berlins oder im Nordwesten Wiens. Die Arbeiter leben auf engstem Raum unter oft erbärmlichen Umständen. Der Strukturwandel bringt somit auch eine breite urbane Proletarisierung mit sich.
     

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