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Technisierung und großstädtische Infrastruktur



Zu dieser bislang in Mitteleuropa nicht da gewesenen Konzentration von Menschenmassen kommt die radikale Veränderung des urbanen Lebensraums durch den Anstieg der Mobilität und die technische Entwicklung. Die Pferdekutsche wird sukzessive durch das Automobil verdrängt, und die Straßenbahn durchfährt in kurzen Abständen die Hauptverkehrsadern der Städte. Ihren Einwohnern scheint es, als würde die Zeit sich ständig beschleunigen. Neben den vielfältigen Verkehrslärm, den Schmutz der Abgase und den Ruß aus den Fabrikschloten treten als neue, irritierende Sinneseindrücke etwa die elektrische Beleuchtung oder die Neonreklamen. Gerade diese unglaublichen Veränderungen der Existenz in der Stadt und der Wahrnehmung des modernen urbanen Lebens avancieren zu einem zentralen Thema in der Dichtung der Expressionisten, die diese Prozesse selbst während ihrer eigenen Kindheit und Jugend miterleben . Dabei ist die Haltung vieler Schriftsteller zu diesem rasanten und fundamentalen Modernisierungsschub zwiespältig. Auf der einen Seite artikulieren viele von ihnen eine scharfe Ablehnung der neuen Großstädte. Andererseits bilden diese nicht allein ein zentrales, unverzichtbares Thema der Literatur der Epoche. Vielmehr stellen die Metropolen die für die Autoren unentbehrliche Infrastruk-tur zur Verfügung, Zeitungen, Zeitschriften, Kinos oder Cafes - und nicht zuletzt das urbane Publikum. Anders gesagt, die Entstehung der Bewegung ist ohne die Großstadt in dieser Weise gar nicht vorstellbar .
     

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Technisierung  großstädtische  Infrastruktur    




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