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Literatur des expressionismus

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Freud



Eine tragende Rolle innerhalb der denkerischen Grundlagen des Expres- sionismus kommt schließlich dem Wiener Nervenarzt Sigmund Freud zu. Er stellt dem Vertrauen in die Vernünftigkeit humanen Handelns die Einsicht entgegen, dass der Mensch in einem unerhört hohen Maße von seinen - teils nicht bewussten und völlig irrationalen - Trieben gelenkt sei. Als erstes Prinzip des Daseins sieht er nicht die verstandesmäßig gesteuerte, wohl geordnete Einrichtung einer bürgerlichen Existenz an, sonderndie Befriedigung untergründiger Leidenschaften oder gar abartiger Wunschvorstellungen. Das menschliche Leben erscheint Freud immer nur scheinbar als rational organisiert, unter der Oberfläche jedoch als Tummelplatz unmoralischer Emotionen und zwanghaft verdrängter Perversionen. Auf dieser Basis wird natürlich die gesamte bildungsbürgerliche Fassade von philiströser Wohlanständigkeit ebenso zu Schanden wie alle aufklärerisch-idealistischen Vorstellungen von einem vernünftigen Individuum und überhaupt die Idee einer einheitlichen und für sich selbst verantwortlichen Subjektivität .
     

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