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Expressionistische Poesie, Malerei und Musik



Der Expressionismus ist nicht allein eine Epoche der Literatur, sondern al- ler Kunstrichtungen des frühen 20. Jahrhunderts. Gestaltungsweisen, die typisch für die Dichtung der Bewegung sind, lassen sich auch in der Mu- sik, in der Bildenden Kunst oder in der Architektur nachweisen . Zentrale Elemente der expressionistischen Ã"sthetik sind dabei in allen Künsten unter anderem der radikale Traditions- und Tabubruch, die scharfe Abkehr von einer Abbildung der äußeren Wirklichkeit und das Prinzip der Abstraktion, der gesteigerte Einsatz wirkungsmächtiger, suggestiver und affekterregender Darstellungsmittel, die Betonung des Organischen, Lebendigen, Irrationalen und Emotionalen. So sind etwa die Parallelen zwischen der Ã"sthetik Georg Trakls und des Malers Franz Marc unübersehbar. Beide arbeiten demonstrativ antinaturalistisch, beide sind vergleichbar in der vollkommen gegenrealistischen Farbgestaltung in ihren Werken. Sie stellen zum Beispiel gelbe Wälder oder einen purpurnen Himmel dar . Kennzeichnend für schreibende und malende Expressionisten ist ferner das immense Interesse an der Masken- und Dämonenkunst vorzivilisierter und exotischer oder - wie es im Sprachgebrauch der Zeit heißt - primitiver' Völker . Viele bildende Künstler beschäftigen sich intensiv und produktiv mit diesen Werken, während Carl Einstein, einer der bedeutendsten
Prosaisten der Epoche, 1915 eine umfängliche Abhandlung über die Ne-gerplastik veröffentlicht . Auch zwischen der Poesie und der Musik des Expressionismus, hier vor allem den Kompositionen der Wiener Schule, lassen sich vielfältige Ãobereinstimmungen ausmachen. Das betrifft nicht allein die gemeinsamen Vorbilder und Bezugspunkte, unter ihnen der Sprachkritiker Karl Kraus, der Dramatiker August Strindberg oder der Essayist Maurice Maeterlinck. So ist etwa die Lyrik Trakls ebenso vom starken Einsatz klangästhetischer Gestaltungsweisen -beispielsweise von Assonanzen, Alliterationen, Anaphern, Parallelismen - geprägt, wie die Musik Arnold Schönbergs und Alban Bergs von der intensiven Nutzung effektreicher musikalischer Ausdrucksmittel. Der Literatur- wie der Tonsprache der Epoche eignet aber gleichzeitig die Strategie, den Wohllaut ostentativ in schrillen Dissonanzen zu durchbrechen und die eingefahrenen Lese- und Hörgewohnheiten vehement zu verabschieden . Dabei verbindet die Werke Schönbergs wie vieler Dichter des Expressionismus ein geradezu 'messianischer Wahrheitsanspruch" . Nicht zuletzt lassen sich zwischen Literatur und Tanz der Zeit Querverbindungen herstellen. So wird zum Beispiel im expressionistischen Ballett ein zentrales Thema der Epoche, die Maschinisierung des modernen Menschen, durch seelenlos wirkende, mechanisch agierende Tänzer im Gegensatz zu lebensvoll springenden Figuren auf die Bühne gestellt .
     

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Expressionistische  Poesie,  Malerei  Musik    




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