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Die neuen Medien Film und Hörspiel



Das Interesse der Expressionisten an der Ãoberschreitung der tradierten Grenzen zwischen den verschiedenen Künsten dokumentiert auch ihre Nutzung von neuen Publikationsmöglichkeiten, welche die moderne ur-bane Gesellschaft bietet. Dazu gehören auf der einen Seite Litfaßsäulen, auf denen Anschläge plakatiert werden können, Flugblätter oder Zeitungsinserate, die ihrerseits wieder innovative Gestaltungsweisen bei der Abfassung der literarischen Texte provozieren . Andererseits richten viele Autoren der Bewegung große Aufmerksamkeit auf den Film und das Hörspiel. Bereits 1913 veröffentlicht Kurt Pinthus eine Anthologie mit dem Titel Kinobuch, in der sich Arbeiten zahlreicher wichtiger Expressionisten, unter anderem von Albert Ehrenstein, Walter Hasen-clever, Else Lasker-Schüler, Ludwig Rubiner und Paul Zech , für das neue Medium versammelt finden. Viele Schriftsteller der Bewegung schreiben wahrend der folgenden Jahre immer wieder Drehbücher . Nach dem Ersten Weltkrieg entsteht eine ganze Reihe von expressionistischen Streifen, die in die Filmgeschichte eingehen, darunter Robert Wienes Das Cabinettdes Dr. Ca-ligari , Paul Wegeners Der Golem und F. W. Murnaus Nosferafu. Das Kino transferiert dabei aus der Literatur vielfältige phantastische und groteske Gestaltungselemente, dazu Themen vom Rand der Gesellschaft wie Wahnsinn oder Mord, ferner eine oft radikale Zivilisationskritik und vor allem vom Theater die Techniken des Stationendramas. Die expressionistische Dichtung wiederum nimmt ebenfalls diverse Anleihen bei den bewegten Bildern. Hierzu gehören etwa die Verabschiedung des auktoria-len Erzählers und der traditionellen Psychologisierung der Figuren, der Einsatz von raschen Schauplatzwechseln nach dem Vorbild des Filmschnitts oder Formen der literarischen Montage . An der Entstehung des Hörspiels Mitte der 1920er Jahre nehmen ebenfalls etliche namhafte Expressionisten lebhaften Anteil. Das neue, auditive Medium bietet bisher ungeahnte Möglichkeiten der sinnlich eindrucksvollen und breitenwirksamen Vermittlung literarischer Texte an die Ã-ffentlichkeit. Manche Autoren nutzen auch die Chance, ihre prosaischen oder dramatischen Texte für den Hörfunk zu adaptieren, beispielsweise Alfred Döblin mit Die Geschichte vom Franz Biberkopf' und Albert Ehrenstein mit Mörder aus Gerechtigkeit .

     

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