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Zaghafter Neuanfang in der Forschung



Kurz nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft nimmt sich auch die deutsche Germanistik wieder der Epoche an. Von einem Neuanfang kann allerdings nur bedingt die Rede sein. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Avantgarde wird zum Teil von Forschern wieder aufgenommen, die dem faschistischen Regime keineswegs ablehnend gegenüber gestanden haben und selbst erst kürzlich rehabilitiert worden sind. Demgemäß zeugen viele der damals erscheinenden, nicht übermä
ßig zahlreichen Arbeiten von einer problematischen, impliziten Prolongierung von Vorurteilen gegenüber der fortschrittlichen Kunst und Literatur der 191 Oer und frühen 1920er Jahre . Dennoch kommt etwa der Monographie Was war Expressionismus?, die Fritz Martini im Jahre 1948 veröffentlicht, das Verdienst zu, im Nachkriegsdeutschland wenigstens wieder an die Epoche zu erinnern, sie von anderen poetischen Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts abzugrenzen und in den größeren europäischen Kontext einzubetten . Methodisch sind diese und andere zeitgenössische Arbeiten, auch die wenigen damals entstehenden Dissertationen, vorrangig geistesgeschichtlich orientiert und auf der Grundlage der damals dominierenden, immanenten Literaturinterpretation mit zentralen Themen und stilistischen Merkmalen des Expressionismus befasst . Fragen zu den ideologischen Grundlagen und politischen Bezügen der Bewegung und ihrer Texte werden - charakteristisch für diese Phase der Germanistik - nach dem Sündenfall des Faches während der NS-Zeit geradezu penibel vermieden.
     

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