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'Expressionismus in poetologischen Debatten



Schon im Sommer 1911 überträgt der Schriftsteller Kurt Hiller den Begriff aus der Bildenden Kunst auf die Literatur. Er bezeichnet damit zunächst einmal eine Gruppe junger Berliner Autoren, denen er selbst angehört . Sie haben sich 1909 in einem 'Neuen Club" organisiert, aus dem dann das 'Neopathetische Cabarett" hervorgeht. Hier treffen sich regelmäßig Dichter, die sich vehement von den gängigen ästhetischen Vorstellungen absetzen, ihre poetologischen Ideen diskutieren und ihre neuesten Texte vortragen . Kurt Pinthus , maßgeblicher Publizist und einflussreicher Verlagslektor, bespricht 1913 Alfred Döblins Band Die Ermordung einer Butterblume und andere Erzählungen , ei ne der wichtigsten Prosa-Veröffentlichungen des Frühexpressionismus. Er leitet die Rezension mit der Feststellung ein, dass 'dieselben neuen Strömungen" der jüngsten Malerei sich nun auch in der 'Dichtkunst" entwickelten und dass sich an dem Novellenband 'die Umwandlung vom Impressionismus zum Expressionismus" zeige . Allgemein in der öffentlichen Debatte durchsetzen kann sich der Begriff allerdings erst in der zweiten Hälfte der Dekade. Der Schriftsteller Hermann Hesse beispielsweise, der während jener Jahre in zahlreichen Rezensionen die aktuellen literarischen Tendenzen beobachtet, wendet bis 1916 den Terminus Expressionismus ausschließlich auf Werke der Malerei an. Auf dem Gebiet der Literatur hingegen spricht er etwa von der 'Jüngsten dichterischen Jugend Deutschlands'" oder von ,'futuristische[n] Bü-cher[n]'" . Auch in einem der zentralen publizistischen Organe der Bewegung, in der von Herwarth Waiden herausgegebenen Zeitschrift Der Sturm , schwankt die Bedeutung des Terminus Expressionismus bis um 1915 stark . Zur Etablierung des Begriffs in den theoretischen und literaturkritischen Debatten tragen entscheidend zwei Publikationen bei. 1916 veröffentlicht der schillernde österreichische Schriftsteller Hermann Bahr , selbst kein Repräsentant der Bewegung, die erste Monographie zum Expressionismus, die sich auch mit deren Dichtung auseinandersetzt . Am 13. Dezember 1917 hält, viel wichtiger noch, der Schriftsteller Kasimir Edschmid , einer der prominentesten Vertreter der Bewegung, eine vief beachtete Rede über den Expressionismus in der Dich-fungivgl.

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V.

1.), die wenig später auch im Druck erscheint und erhebliches Aufsehen auf sich ziehen kann . Der Begriff avanciert in der Folge endgültig zur Sammelbezeichnung unterschied-licher 'Autoren und Gruppierungen innerhalb der jüngsten Literatur" , die seit etwa 1910 mit ihren Texten an die Ã-ffentlichkeit gedrängt haben.

     

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