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Theorie des Expressionismus



Der Expressionismus ist, wie bereits erwähnt , als eine literarische Bewegung zu begreifen, die - im Kontrast zu anderen Strömungen der Avantgarde - ihre Programme primär innerhalb der poetischen Praxis entwickelt und erst im Nachhinein ästhetisch reflektiert. Hinzu kommt, dass viele Autoren, zum Beispiel Georg Heym, ausgesprochen theoriefeindlich eingestellt sind oder - wie etwa Alfred Döblin - in ihren theoretischen Arbeiten nicht gerade durch terminologische Konsequenz und sys-tematische Stringenz hervorstechen. Dennoch kommt den Programmen und Manifesten der Epoche - schätzungsweise einige Hundert an der Zahl - die wichtige Rolle zu, die poetische Entwicklung des Expressionismus kritisch-reflektierend zu begleiten. Zu den wichtigsten diesbezüglichen Zeugnissen gehören - um nur einige Beispiele zu nennen - Theodor Däublers Aufsätze Expressionismus und Simultanitätil 916), Paul Hatvanis Versuch über den Expressionismus , Herwarth Waldens Das Begriffliche in der Dichtung , Alfred Döblins Von der Freiheit eines Dichtermenschen oder Kurt Hillers Ortsbestimmung des Aktivismus . Zentrale Themen sind unter anderem die radikale Zivilisationskritik und die Apotheose vorzivilisatorischer Gesellschaften, die Vernunftkritik und die Apologie des Irrationalismus, Forderungen nach einer Umbildung und Zerstörung der traditionellen Sprache sowie die emphatische Ausrufung eines neuen Menschen. Die Programme und Manifeste des Expressionismus lassen sich freilich, gerade weil sie aktuell auf die poetische Produktion reagieren, von dieser nicht trennen. Auch changieren viele Texte zwischen Lyrik, Prosa, Drama, programmatischem Dialog und poetologischem Manifest, so beispielsweise Die Versuchung Franz Werfeis, Ein Gespräch des Dichters mit dem Erzengel und iuzifer . Hieraus ergibt sich, dass eine klare Abgrenzung zwischen Manifest und dichterischer Praxis häufig gar nicht eindeutig möglich erscheint. Die theoretischen Grundlagen der Bewegung werden daher innerhalb der vorliegenden Einführung auch am jeweiligen Ort gesondert referiert. An dieser Stelle wird lediglich ein eminent wichtiger programmatischer Text der Epoche exemplarisch in einigen Grundzügen vorgestellt.

     

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