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Literatur des expressionismus

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Reihentechnik, Simultaneität, Parataxe



Die Expressionisten entwickeln für ihre lyrische Literarisierung der Moderne, insbesondere der Großstadt, eine Reihe signifikanter poetischer Strategien. Zu ihnen zählt bevorzugt die Reihentechnik. Das Gedicht vermittelt dem Rezipienten nicht mehr einen stringent durchargumentierten Sinnzusammenhang, sondern eine Kette von mehr oder weniger losen, inkohärenten und zerrissenen Bedeutungsfetzen. Dieses poetische Mittel signalisiert die Auflösung der traditionellen Wahrnehmungsmuster des modernen Subjekts durch die Reizüberflutung in der Großstadt. Eine verwandte Strategie wird in der Lyrik der Simultaneität umgesetzt. Sie ist als literarische Verarbeitung der rasanten Entwicklung der zeitgenössischen Verkehrs- und Kommunikationstechnologie und der neuen Geschwindigkeitserlebnisse zu begreifen. An die Stelle eines Nacheinander von Eindrücken, welche das Gedicht aufnimmt, soll dabei möglichst ein vielfältiges Nebeneinander treten. Die dem Reihen- und Simultanstil adäquate syntaktische Form ist die Parataxe. Viele Gedichte des Expressionismus bestehen daher aus langen Folgen einfacher Hauptsätze. Da jeder von diesen prinzipiell eines der Wahrnehmungspartikel repräsentiert, die auf das Subjekt einstürzen, sind sie grundsätzlich auch untereinander austauschbar .
     

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Reihentechnik,  Simultaneität,  Parataxe    





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