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Messianische Lyrik



Neben der Verarbeitung der Moderne baut die expressionistische Lyrik gleichzeitig dichterisch-utopische Gegenentwürfe auf und verkündet in geradezu messianischer Manier einen neuen Menschen, der die zutiefst leidvoll erfahrene, gegenwärtige Wirklichkeit überwindet. Fluchtpunkte solcher Sehnsüchte sind unter anderem Projektionen in vorzivilisierte Gesellschaften oder umfassende globale Verbrüderungsvorstellungen. Der Prozess der Wandlung, der inneren Erneuerung des Menschen wird dabei oft 'nach dem Muster religiöser Erweckungs- und Bekehrungserlebnisse" vorgetragen , und der lyrische Sprecher mutiert somit zu einer Art von Prophet. Die konsequenter Weise häufig extreme affektive Aufladung dieser Texte, etwa bei Johannes R. Becher oder Franz
Werfel, ist von vielen Zeitgenossen wie später von großen Teilen der Forschung als ,0-Mensch-Pathos' belächelt und verspottet worden. Solche Reaktionen zeugen freilich vor allem von einem elementaren Unverständnis gegenüber den radikalen Erneuerungskonzepten der Autoren und dem denselben vollgültig angemessenen, hohen Ton.
     

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