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Literatur des expressionismus

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Entgrenzung der Gattungen



Der Bruch mit den literarischen Traditionen vor allem aus dem deutschsprachigen Raum wird auch an einem weiteren typischen Merkmal der expressionistischen Prosa deutlich. Viele Texte der Epoche sprengen demonstrativ die eingespielten Gattungsmuster und -grenzen. So ist häufig kaum zu entscheiden, ob ein spezifisches Prosawerk als Roman, als Erzählung oder als Novelle, als phantastischer Text, als Märchen, als Legende oder als Groteske zu kategorisieren ist. Diese Schwierigkeiten resultierenaus einem literarischen Programm, dessen Ziel es ist, das eingespielte System poetischer Gattungssignale und -referenzen zu konterkarieren und zu durchbrechen. Dazu gehört die Ãoberschreitung der Grenzen zwischen Lyrik, Drama und Epik, beispielsweise im Prosagedicht . Mehr noch, typisch für die Literatur des Expressionismus sind auch Trans-gressionen von der Poesie zu den nicht-fiktionalen Gebrauchsformen. Exemplarische Beispiele dafür sind frühe Erzählungen Franz Werfeis, die über weite Strecken hin den Charakter von Manifesten annehmen, oder kürzere Prosatexte Franz Kafkas, die unentscheidbar zwischen fiktionaler Prosa und Tagebucheintrag changieren. In besonderer Weise verflüssigen sich die Grenzen zwischen Erzählung und Programmschrift in der politischen Prosa des Expressionismus, etwa bei Carl Sternheim, Otto Flake oder Rene Schickele .
     

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