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Kritische Literaturwissenschaft als Dialog


Als Modewort und Modeerscheinung ist "Dialog" sowohl der "Kritik" als auch der "Dekonstruktion" vergleichbar: Wer sich in der gegenwärtigen sprachlichen Situation auf Dialog, Kritik und die Vieldeutigkeit ästhetischer Gebilde beruft, kann einige

rmaßen sicher sein, kein theoretisches Risiko einzugehen. Denn auch diejenigen, die den in den 60er Jahren eingeleiteten Dialog zwischen Christen und Marxisten längst vergessen haben und auch keine Anhänger von Bachtins Hermeneutik oder Habermas' Universalpragmatik sind, werden schwerlich Dialog und Kritik ablehnen können, ohne als bornierte Dogmatiker dazustehen. Im Gegensatz zu Reizwörtern wie "Klassenkampf, "Parteilichkeit" oder "Mathcmatisierbarkeit der Theorie" scheinen also "Dialog" und "Kritik" zur Zeit Konsenswörler zu sein: ähnlich wie "Demokratie". Aber schon der Vergleich mit "Demokratie" läßt vermuten, daß Konsensbegriffe einerseits zwar ein geringes theoretisches Risiko involvieren, weil sie kaum zum Widerspruch reizen, andererseits jedoch besonders risikoreich sind, weil sie als "Lccrformeln" im Sinne von Ernst Topitsch und Kurt Salamun' nichts bedeuten. Als Leerformeln sind sie - in allen denkbaren Zusammenhängen - konsensfähig. Deshalb halte ich es für wichtig, im folgenden Begriffe wie "Dialog", "Kritik" und "Theorie" ("kritische Theorie") so konkret wie möglich zu definieren und der Frage nachzugehen, wie üialogizität zu einer neuen Grundlage der Sozialwissenschaften werden und das Streben nach einer vielbeschworenen, aber kaum definierbaren Objektivität ersetzen kann.


Literaturwissenschaft zwischen Kant und Hegel: Polysemie und Monosemie
Dieser Abschnitt ist insofern eine Rückkehr zum vierten und ersten Kapitel, als er im Anschluß an die semiotische und dekonstruktionisti-sche Problematik das Oszillieren einer kritischen Literaturwissenschaft zwischen Kants erkcnntnisthcoretischcr Skepsis und Hegels nocti-schem Absolutheitsanspruch [ ... ]
Kritische Literaturwissenschaft: Ideologiekritik
Wo von der Literaturwissenschaft als einem "ideologisch heterogenen Bereich" die Rede ist, stellt sich gleichsam von selbst die Frage nach dem Ideologiebegriff sowie die komplementäre Frage nach dem Verhältnis von Ideologie und Theorie oder Ideologie und Wissenschaft. Diese beiden Fragen sind deshal [ ... ]
Kritische Literaturwissenschaft: Theorie
Zur Erforschung dieser Kommunikationsbedingungen soll die folgende Definition des theoretischen Diskurses beitragen, die aus der Ideologiekritik ableitbar ist: "Der theoretische Diskurs geht - wie der ideologische - aus einem oder aus mehreren Soziolekten hervor und drückt als Partialsystem kollekti [ ... ]

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