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Literarische Ästhetik - aufläse
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Die Ästhetiken der Semiotik: Drei Modelle


Angesichts der Krise der philosophischen Ästhetik (s. Einleitung) wurden in der Vergangenheit häufig die Beziehungen zwischen Ästhetik und Semiotik thematisiert.1 In den 60er und 70er Jahren meinten viele, die Semiotik als Zauberschliissel zum hermet

ischen Text und zum Kunstwerk schlechthin verwenden zu können. In Max Benscs Aesthetica (1965) wird sogar eine wissenschaftliche, quantitative ("numerische") Ästhetik auf semiotischer Grundlage entworfen, und die Semiotik wird als "strenge Wissenschaft" dem Modell der Physik angenähert. Der Entwurf gründet auf dem von Emilio Garroni später krilisierten optimistischen Postulat, "daß eine semiotische Betrachtungsweise in der Lage sei, eine ästhetische Betrachtungsweise aufzuheben (esaurire in sc una considerazione estetica)".2 Vertreter der zeitgenössischen Semiotik sind inzwischen bescheidener geworden, zumal sich gezeigt hat, daß es nicht eine homogene Semiotik gibt, sondern verschiedene, miteinander konkurrierende semiotische Ansätze, von denen ein jeder auf einer besonderen Ästhetik und Ideologie gründet.1


Roland Barthes' nietzscheanische Ästhetik des Signifikanten
Wer sich wie Barthes (1915-1980) zeit seines Lebens gegen Kants asketische Ethik und Hegels Logozentrismus gewehrt hat, der wird sich von Nietzsches Kritik der Moral, der begrifflichen Wahrheit und des philosophischen Systems ebenso angezogen fühlen wie von seinem Plädoyer für den metaphorischen Aus [ ... ]
Umberto Eco: Von der Avantgarde zur Postmoderne
Von Roland Barthes sagt Eco, er habe "in einer Dialektik von Kühnheit und Scham (dialcttica di ardimento c pudore) die Bedeutung denunziert und negiert".74 So radikal war Leo in keinem Stadium seiner Entwicklung. Seine frühe Position, die am klarsten wohl in Opera aperta (1962) (Das offene Kunstwerk [ ... ]
Algirdas J. Greimas' Ã"sthetik der Inhaltsebene
Kennzeichnend für Algirdas J. Greimas' (*1917) gesamten Ansatz ist eine Bemerkung aus seinem Grundlagenwerk Semantique structurale (1966, dt. 1971) über Sprache als Gegenstand der Wissenschaft: Es sei durchaus möglich, heißt es dort, daß die Sprache insgesamt, die Sprache als Phänomen, etwas Mysteri [ ... ]
Greimas in der Nouvelle Critique und in der Rezeptionsästhetik
Innerhalb der französischen Nouvelle Critique der 60cr und 70cr Jahre steht Greimas dem Psychoanalytiker Charles Mauron und dem Hegelianer Lucien Goldmann sicherlich näher als dem Nictzschcancr und Semiotiker Barthcs. Während Mauron meint, mit Hilfe des persönlichen Mythos, dem "mythe pcrsonncl""15 [ ... ]

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