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Die Ästhetik der Kritischen Theorie: Von Benjamin zu Adorno


Es soll nicht versucht werden, die Theoreme zweier Autoren, die oft divergierende Ansichten vertraten, auf einen Nenner zu bringen. Von einer "Ästhetik der Kritischen Theorie" kann nur insofern di

e Rede sein, als Theodor W. Adorno (1903-1969) Walter Benjamins (1892-1940) philosophischen und ästhetischen Studien wesentliche Anregungen verdankt, die in gemeinsam verwendeten Begriffen wie "Wahrheitsgehalt", "Konstellation" und "Mimesis" zum Ausdruck kommen. Die letzten beiden Begriffe verweisen auf eine gesellschaftliche und sprachliche Situation, in der Hegels historischer Logozentrismus unglaubwürdig geworden war, so daß die "mimetische Anglcichung an das Objekt" und die "Konstellation der Begriffe" (s. weiter unten) als Alternativen zur Herrschaft des Begriffs und des identifizierenden Denkens erschienen. Als Kritiker dieses Denkens sowie eines hegelianischen Marxismus, der das historische Kontinuum einseitig als Fortschritt definiert, können Benjamin und Adorno im Zusammenhang mit den Junghegcliancrn gelesen werden, die in ihrer Kritik des systematischen Identitätsdenkens die Skepsis Kants wiedercntdcckcn und Partei für das von Hegel identifizierte, im Begriff aufgelöste Objekt ergreifen. Vor allem Adornos Ästhetik wird hier im Spannungsfeld zwischen dem Kantschen und dem Hegeischen Pol, zwischen Ausdrucksebene und Inhaltsebene dargestellt. Sofern sie bewußter als die anderen hier kommentierten Ansätze zwischen diesen beiden Polen oszilliert und immer wieder zwischen Kants autonomer und Hegels heteronomer Betrachtungsweise dialektisch zu vermitteln sucht, bildet sie den Mittelpunkt dieses Buches, dessen zentrales Thema die Wechselbeziehung von Kantianismus und Hegelianismus, von Ausdrucksebene und Inhaltsebene ist. Es wird sich zeigen, daß die Rezcptionstheorien und die semiotischen Ansätze den von Adorno postulierten dialektischen Nexus lösen und die Einheit von Ausdrucksebene und Inhaltsebene, von "Form" und "Wahrheitsgehalt" preisgeben. Adornos "Junghegelianismus" besteht u.a. darin, daß er an Hegels Gedanken des "ideellen Gehalts", des "Wahrheitsgehalts" festhält, ohne das Kunstwerk (den literarischen Text) auf den Begriff zu bringen.


Walter Benjamins Dialektik im Stillstand
Ein wesentliches Charakteristikum Hegelscher und hegelianischer Dialektik ist ihre historische Dynamik: Aus den Widersprüchen der Gegenwart geht ein höheres historisches Stadium hervor, in dem die Gegensätze solange in einer Synthese aufgehoben werden, bis neue Widersprüche ausbrechen. So herrscht t [ ... ]
Eine Ã"sthetik des Schocks
Das Schockerlebnis, das in Benjamins Ã"sthetik zentral ist, ist der dialektischen Verknüpfung der Gegensätze und dem "Aufblitzen der Idee" homolog: "Wo das Denken in einer von Spannungen gesättigten Konstellation plötzlich einhält, da erteilt es derselben einen Chok." (s.o.) Analog zur kritischen Ph [ ... ]
Negative Dialektik: Ratio und Mimesis
Daß Adornos Philosophie als ständige Pendelschwingung zwischen dem Pol des Kantschen Agnostizismus und dem Pol der Hegclschcn Totalitätscrkcnntnis zu beschreiben ist, fiel in der Vergangenheit Autoren wie Martin Zenck (1977), Rüdiger Bubncr (1979), Josef Früchtl (1986) und Reinhard Kager (1988) auf. [ ... ]
Negative Ã"sthetik: Zwischen Begriffslosigkeit und Wahrheitsgehalt
In dieser Darstellung geht es nicht um die Frage, ob Parataxis als diskursives Verfahren für die Lösung moderner Theoricprobleme in Frage kommt. An anderer Stelle habe ich mich ausführlich mit dieser Frage befaßt und dort im Anschluß an Dubiel und Habermas die Brauchbarkeit der Parataxis für die Soz [ ... ]
Bemerkungen zu Hans Robert Jauß' Kritik an Adorno
Adornos Versuch, Theorie durch eine ästhetische Wende, durch Ausrichtung auf Mimesis, Essay, Modell und Parataxis, zu retten, ist im Zusammenhang mit dem Scheitern der marxistischen Praxis in West-und Osteuropa ("auch dort, wo sie gelang", Adorno) zu verstehen. Auf dieses Scheitern verweist der erst [ ... ]

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