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Dekonstruktion: Theorie und Praxis


Das von Jacques Derrida (*1930) in der Philosophie entwickelte Verfahren der Dekonstruktion wird hier nicht deshalb kommentiert, weil es sich dem Litcraturwissenschaftler als kommerzialisierte Modeerscheinung aufdrängt, sondern weil es im Gesamtkonzept dieses Buches ein

e wesentliche Funktion erfüllt. Wie Adorno, wie Bachlin tritt Derrida immer wieder als rebellischer Erbe Hegels und radikaler Hcgelkritiker auf; intensiver und systematischer als Barthes setzt er sich - ähnlich wie die amerikanischen Exponenten der deconstruetion - mit Nietzsches Destruktion des Wahrheitsbegriffs auseinander und richtet seine Dc(kon)struktion auf sie aus. "Hegel encore, loujours... Nochmals Hegel, immer noch", heißt es in seinem Kommentar zu Michel Foucaulls Wahnsinn und Gesellschaft (1961).' In einem Artikel über Georges Bataillcs Hegel-Kritik warnt Derrida vor einer oberflächlichen Abfertigung des Hegelianismus, welche es diesem erleichtern würde, "seine gewaltigen Mittel der Bestrickung"2 zu entfalten. Weit davon entfernt, ein "toter Hund" zu sein, ist Hegel in Dcrridas Augen ebenso lebendig und gefährlich wie für die Junghegclianer und deren "Nachkommen" Adorno, Benjamin und Bachtin.


Jacques Derrida zwischen Hegel und Nietzsche
Der Titel soll nicht Äquidistanz suggerieren, auch keine Pendelschwingung der Dekonstruktion zwischen den beiden philosophischen Standpunkten; er soll vielmehr andeuten, daß die Dekonstruktion - ähnlich wie die junghegelianischen Philosophien - eine radikale Hegelkritik beinhaltet, die sie mit dem b [ ... ]
Derrida, Jean-Pierre Richard und Mallarme: Dekonstruktion oder Dialektik der Totalität?
Es geht hier im Anschluß an die dekonstruktive Aufhebung des Gegensatzes literarisch/philosophisch um zwei Mallarmc-Kommentarc, die einander widersprechen. Der eine ist Dcrridas bekannter Text "La Double seance", der zuerst in Tel Quel (Nr. 41/42, 1970), später in La Dissemination erschien, der ande [ ... ]
Dekonstruktion in Yale I: Paul de Man
Es ist nicht sinnvoll, Paul de Man (1919-1983) als einen Schüler Dcrridas darzustellen oder als einen Philologen, der Derridas philosophische Dekonstruktion auf Literatur und Literaturwissenschaft anwendet. Denn Paul de Mans Aufsätze, die aus den frühen 60er Jahren stammen und zusammen mit späteren [ ... ]
Dekonstruktion in Yale II: Geoffrey H. Hartman
Nachhaltiger als Paul de Man wurde Geoffrey H. Hartman (* 1929, ebenfalls Professor an der Universität von Yale) von der Problematik und den Fragestellungen des anglo-amerikanischen New Criticism geprägt. In dieser Problematik treten regelmäßig Fragen nach dem Verhältnis von Literatur und Literaturk [ ... ]

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