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Themenzentrierte Gruppenarbeit mit TZI



In meinen eigenen Seminaren steht zunächst - wie weiter oben schon im Detail ausgeführt - die Selbsterfahrung im Mittelpunkt, also das »Sich im Schreiben kennen lernen«. Wie ich gleich nochanhand eines praktischen Beispiels im Detail erläutern werde, beginne ich zunächst mit einer längeren Phase der Meditation, manchmal mit Musik, die den Einstieg in das jeweilige Thema sehr erleichtert; im späteren Verlauf des Seminars werden auch die mehr handwerklichen und schließlich ästhetisch-literarischen Aspekte wichtig . Großen Wert lege ich auf die Beachtung der Gruppendynamik und des Gruppenprozesses, wobei mir die von Ruth C. Cohn entwickelte Methode der »ThemenZentrierten Interaktion « sehr hilft.


      Zur TZI hier nur so viel:
Ob in der Familie oder im Arbeits-Team, die Gruppe und ihre Geschichte definieren weitgehend auch unser Leben als Individuum, selbst wenn jemand als Eremit oder als »Single« aus dem Familien- oder Zweckverband ausschert.
      Reflektierendes Nachdenken über die Gruppen, denen man angehört, ist ein vergleichsweise spätes Phänomen, ganz im Gegensatz zur jeweiligen individuellen Befindlichkeit, die schon vor Jahrtausenden Gegenstand der kritischen Selbstbeobachtung war. Auch die Beeinflussung von Gruppen, etwa zur politischen Steuerung, geschieht sogar heute noch weitgehend unreflektiert und unbewusst, ist vielleicht gerade deshalb bei manchen Führergestalten mit so ungewöhnlichen Erfolgen gekrönt.
      Ruth C. Cohn, die als Begründerin der ThemenZentrierten Interaktion gilt, spricht von der Dynamischen Balance, die der Leiter einer solchen Gruppe jeweils herstellen sollte. Dabei muss er sein Augenmerk richten
- sowohl auf den Inhalt und seine gemeinsame Bearbeitung
- wie auch auf die einzelnen Teilnehmer
- und schließlich auch auf den Gesamtprozess, den diese Gruppe durchläuft , sei es im Verlauf einer einzelnen Sitzung, eines Wochenendes, eines mehrtägigen Workshops oder einer über mehrere Jahre laufenden Gruppe zu Zwecken der Ausbildung.
     
Erste Ansätze zu dem neuen Verfahren gelangen der ehemaligen Psychoanalytikerin Cohn während eines Ausbildungs-Seminars für Kandidaten der Psychoanalyse in New York. Thema des Workshops waren die Gegenübertragungen der angehenden Therapeuten auf ihre Patienten - ein heikles Thema, das man damals gern vermieden hatte. Dabei wurde deutlich, wie fruchtbar es für ein Gruppengespräch wird, wenn der Gruppenleiter sich selbst vorbildhaft mit eigenen Erfahrungen in das Geschehen einbringt. Die Vorbild-Funktion des Leiters wird in der TZI groß geschrieben. Sie führt dazu, dass er nicht, wie sonst üblich, außerhalb der Gruppe bleibt, sondern vor allem -auch emotional - stets Teil der Gruppe ist. Zentraler Gedanke und zugleich Eckstein der Methode ist die Herstellung einer Dynamischen Balance zwischen den einzelnen Komponenten einer Gruppe:
»Dynamische Balance bedeutet, in jeder Gruppe drei Grundelemente als gleich gewichtig zu beachten: das Ich, die eigenen Gefühle, Gedanken, Bedürfnisse; das Wir, also die Interaktion in der Gruppe; und das Es, die Aufgabe, um die es in der Gruppe geht. Diese drei Bezugspunkte habe ich im TZI-Symbol zu einem gleichseitigen Dreieck angeordnet, um damit auszudrücken, daß die Arbeit von Menschen und ihre Beziehungen untereinander nur dann befriedigend und sinnvoll sein können, wenn diese drei Dinge gleichgewichtig behandelt werden. Als vierter wichtiger Faktor kommt der Globus hinzu, die das Dreieck umhüllende Kugel: Damit will ich veranschaulichen, daß ein Gruppenprozeß nur dann realitätsgerecht sein kann, wenn die Menschen in der Gruppe nicht ihre soziale, physikalische, kosmische Umgebung und deren Probleme aus den Augen verlieren« .
      Diese Balance geht naturgemäß immer wieder verloren und muss immer wieder neu angestrebt werden. Dem Leiter und den anderen Teilnehmern helfen dabei einige Spielregeln, über deren Beachtung man sich zu Beginn einer Gruppe einigt. Wesentlich ist die sog. Störungs-Regel. Sie besagt, dass jemand, der aus irgendwelchen äußeren oder inneren Gründen nicht optimal am Gruppengeschehen teilnehmen kann, dieses Gestörtsein äu
ßern sollte. Akute Störungen lassen sich auf diese Weise meist erstaunlich leicht beheben; chronische Störungen hingegen gehören in der Regel in therapeutische Spezialbehandlung.
     

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