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Kontextualisierung von literatur

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Kultur und Medien



Der englische Philosoph John Locke berichtet in seinem Essay Concern-ing Human Understanding von einer Begebenheit des 17. Jahrhunderts, die auf den ersten Blick vergnüglich erscheint, aber bei näherer Betrachtung zur Verzweiflung treiben kann:
"As it happened to a Dutch ambassador, who entertaining the king of Siam with the particularities of Holland, which he was inquisitive atter, amongst other things told him, that the water in his country would sometimes, in cold weather, be so hard, that men walked upon it, and that it would bear an elephant, if he were there. To which the King replied, Hitherto I have believed the stränge things you have told me, because I tookyoufor a soberfair man, but nowIam sureyou lie"
Man möchte nicht in der Haut des niederländischen Botschafters gesteckt haben. Der Bericht von einem banalen Wetterphänomen in anderen Breitengraden kann je nach Erfahrungen und Weltbild des Zuhörers zum definitiven Beweis des Lügens werden. Alles, was wir tun, hören und lesen, ist offensichtlich so in all seinen Fasern mit spezifischen Kontexten verbunden, dass wir uns im alltäglichen Leben darüber kaum Rechenschaft ablegen. Zugleich macht die Anekdote Lockes die Bedeutung von kultureller Kontextualisierung deutlich - kulturelle Kontexte bestimmen unser Verständnis von sprachlichen Äußerungen immer mit. Das gilt natürlich auch für die Literatur als Teil der menschlichen Kultur. Wie istdas aber genau zu verstehen? Was haben wir davon, wenn wir Texte nach literaturwissenschaftlichen Verfahren kontextualisieren?

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