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Historische Diskursanalyse
Je weiter weg sich die Intertextualität vom Nachweis von spezifischen Bezügen zwischen einzelnen Texten oder kulturellen Phänomenen begibt, desto näher gerät sie an das, was in den letzten Jahrzehnten unter dem Stichwort der Diskursanalyse gefasst werden kann. Das Wort «Dis-kurs» kommt vom lateinischen discurrere, hin- und herlaufen, von einer Sache zur anderen kommen. Seine Verwendung ist aber alles andere als eindeutig:
1. Gegenwärtig findet man den Begriff häufig in Kombinationen wie «juristischer Diskurs» oder «ökonomischer Diskurs». In diesem Fall zielt er auf die besonderen Regeln der Fachsprachen.
2. In der Linguistik heißt Diskursanalyse eine satzübergreifende Analyse von Textzusammenhängen.
3. Eine deutsche Besonderheit bildet die Verwendung des Wortes «Diskurs» in der Theorie des Philosophen Jürgen Habermas. Hier ist es der Name für eine Form der Kommunikation, in der eine kritische Reflexion von Normen stattfinden kann .
4. Die historischen Diskursanalysen, die wir im Blick haben, orientieren sich laut eigenem Bekunden zumeist an der Praktik der Diskursanalyse in den Büchern des französischen Philosophen Michel Foucault. Eine vereinfachende Formel für das Vorgehen der historischen Diskursanalyse findet sich in den Arbeiten von Jürgen Link, in denen Diskurs als «institutionelle Rede mit Machteffekt» bestimmt wird . Der medizinische Diskurs z.B. ist demnach ein Komplex von Regeln, der Aussagen in Klinik, Arztpraxis, pharmazeutischem Labor, Arzneimittelreklame oder Literatur formt, in denen über Gesundheit und Krankheit gesprochen wird.
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