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Literaturkritik


J. Hillis Miller oder Kritik als Ethik
  

//www.litde.com/j-hillis-miller-oder-kritik-als-ethik/wiederholung-und-rhetorik.php">Wiederholung und rhetorik

  J. hillis miller oder kritik als ethik
  Ambivalenz und dialektik: nietzsches erbe
  Kritik als ethik
  Dekonstruktion der geschichte: kritik und ausblick
  Unentscheidbarkeit und widerspruch

 

Kritik der Dekonstruktion
  Dekonstruktion, marxismus und marxistische kritik
  Eine sprachanalytische kritik
  Bourdieus kritik an derrida
  Dekonstruktion und kritische theorie
  Epilog: dekonstruktion zwischen moderne und postmoderne
  Kritik der dekonstruktion


Textkritik und Textedition
     Textkritik und Textedition
           Ausblick
           Mittelalterliche texte
           Die gestaltung des genetischen apparats
           Vorbemerkungen
           Critique genetique
           Neuzeitliche texte
           Antike texte
           Neugermanistische edition
           Angloamerikanische edition


Grundlagen der Textgestaltung
     Poetik
           Status quo
           Poetik in der antike
           Poetik in der neuzeit
           Grundsätzliches
     Rhetorik
           Rhetorik und sprachkunst
           Tradition, kritik und verteidigung der rhetorik
           Entfaltung der rhetorischen systematik
           Charakteristika
           Rhetorik und dekonstruktion
     Stilistik
           Stilproblematik
           Stiltheorie und stildefinition
           Ebenen der stilbeschreibung
           Methoden der stilanalyse
     Bildlichkeit
           Bild und literatur
           Metapher und metapherntheorie
           Bildfeld und allegorie
     Metrik
           Versgeschichte am beispiel der deutschen dichtung seit dem i6. jahrhundert
           Metrische grundbegriffe
           Vorbemerkung
           Zum gebrauch metrischer formen
     Grundlagen narrativer Texte
           »die erzählung hat zweierlei zeit«
           Redeformen und bewußtseinswiedergabe
           Auf der suche nach einer strukturformel: strukturale erzähltextanalyse
           Fiktionale und faktuale erzählungen
           Intertextualität und leserrolle
           »wer erzählt den roman?«
           Die erzählungen und das erzählen
     Grundlagen szenischer Texte
           Text und theater
           Modelle der dramenanalyse
           Vorbemerkungen
           Zum begriff des »dramas«
     Gattungsfragen
           >nicht-mitteilende< sprachfunktionen und formen der avantgarde
           Zur seinsfrage der gattungen: gattungen und gattungsbegriffe
           Grenzen der traditionellen gattungsbegriffe
           Funktionen der sprache und gattungssystem
           Darstellende funktion: epik
           Expressive funktion: lyrik
           Appellative funktion: dramatik
           Zur geschichte der gattungspoetik
     Paratexte
           Paratexte
     Der Brief und andere Textsorten im Grenzbereich der Literatur
           Brief
           Essay und feuilleton
           Autobiographische texte
           Vorbemerkungen

Der kontrapunktische Dialog -Im Grenzbereich von Literaturwissenschaft und Essayistik
  Einen halt suchen - episoden siebenbürgisch-deutscher erzählliteratur (i950-2000)
  Schnittpunkte als erhellungen - Ãœber die rumänität in den texten eines deutschen
  Der rumänische antichrist - anmerkungen zur amerikanischen romanserie left behind - die letzten tage der erde
  Vaterland wort - horizonte der deutschen sprache

Ästhetische Theorie, Dialektik und Dekonstruktion

Paul de Man: Rhetorik und Aporie

 

Grundfragen der Textanalyse
     Hermeneutische Modelle
           Zur geschichte der auslegung von den anfängen bis zu luther
           Zu wilhelm diltheys intention, werk und wirkung
           Zur geschichte der hermeneutik von luther bis schleiermacher
           Zur wort- und begriffsgeschichte
           Schleiermachers hermeneutik - medium der vermittlung zwischen den traditionen, ferment neuer konzepte
           Die hermeneutische philosophie: anwendung - kritik - transformation
           Vorbemerkungen
     Problematisierungen der Hermeneutik im Zeichen des Poststrukturalismus
           Gegen interpretation
           Kultureller wandel und textverstehen - ein unabgeschlossener prozeß
           Die poststrukturalistischen herausforderungen
           Die antihermeneutische wende
           Die hermeneutischen selbstverständlichkeiten
     Zum Verhältnis von Hermeneutik und neueren antihermeneutischen Strömungen
           Das unendliche spiel differentieller relationen: jacques derrida
           Die linguistisch-strukturalistische wende nach i968
           Vorbemerkungen
           Die schwierigkeit des gesprächs zwischen hermeneutik und >anti-hermeneutik
           Die unlesbarkeit der texte: paul de man
           Philosophische voraussetzungen des neostrukturalismus

Hofkritik



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Literaturkritik

DER PROZESS
Es war ein lächelnder Gerichtshof, vor dem er dringend sich seinen Freispruch verbat. Ludwig Hardt Wenn ich das unheimlichste und stärkste Buch der letzten Jahre: Franz Kafkas (im Verlag Die Schmiede zu Berlin) aus der Hand lege, so kann ich mir nur schwer über die Ursachen [ ... ]
IN DER STRAFKOLONIE
Das ist nicht wahr, wenn die Leute behaupten, Träume seien verschwommen. «Jeder ist, während er träumt, ein Shakespeare», sagt der Weise, und noch im unsinnigsten Phantasma der Nacht stehen Konturen und Farben unverrückbar fest. Bäume zum Greifen und saftig grün, und in den Gesichtern der Geträumten [ ... ]
ULYSSES
Und falls dieses Buch eine neue Odyssee ist -: ich will mich lieber vor der Odyssee blamieren, als, getreu nach Vaihinger, so tun, als ob... Los. Wenn 1585 Seiten auf einen heruntergedonnert kommen, dann darf man wohl zunächst eine Weile verdutzt schweigen. Mit und ist es nicht getan - der verdie [ ... ]
BERT BRECHTS HAUSPOSTILLE
Eine gute Eigenschaft Berlins: man kann die Stadt nicht jahrelang bluffen. Eine bessere Eigenschaft Berlins: in der Literatur nützen weniger als man glaubt; Besuche bei Kritikern wären lächerlich (sind in Paris gang und gäbe) —, in Berlin setzt sich die starke Kraft sehr oft allein durch. Eine sc [ ... ]
WELTGERICHT
S. J. hat hier so oft auseinandergesetzt, wer und was Karl Kraus ist, daß mir zu tun fast nichts mehr übrig bleibt. Kraus hat nun (im Verlag der Schriften von Karl Kraus, München, Luisenstraße 31) zwei Bände erscheinen lassen: — dieselben, die in Nummer 17 Eduard Saenger besungen hat. Er wird mic [ ... ]
SCHREI NACH LICHTENBERG
Ehret eure deutsdien Meister! Im vorigen Frieden — als ich noch ein kleiner Junge war und sehr verliebt—: da ging mir eines Tages das Geld aus. Das kann vorkommen. Und Kitty brauchte eine goldne Armbanduhr. Und da ging ich hin ... ich schäme mich ja furchtbar, aber es ist doch wahr . . . und ve [ ... ]
CHRISTIAN WAGNER
Der Dreiundachtzigjährige ist im vorigen Jahre gestorben; und wenn Hermann Hesse nicht seine Gedichte (bei Georg Müller) herausgegeben hätte, wüßten wir gar nichts von ihm. So aber wissen wir alles. Nur: die Deutschen lesen solche deutschen Gedichte nicht. Kurt Hiller hat einmal von der Lyrik gesag [ ... ]
DIE UNTERBROCHENE RHEINFAHRT
Wilhelm Schäfer hat es in Norddeutschland nicht leicht. Der hysterische Haß, womit ihn Literaten verfolgen, reicht nicht bis zum Rhein, wo ein ruhiger Mann eine schöne Zeitschrift herausgibt — — und uns ein gutes Buch nach dem andern beschert. In den dreiunddreißig Anekdoten waren schon Meister [ ... ]
SPRECHSTUNDE AM KREUZ
Unter den vielen Biographien, die zur Zeit auf uns herunterprasseln, scheint es mir eine zu geben, die nicht zu schreiben ist: das Leben Jesu. Der Mann ist nicht gewesen, und es ist sehr bezeichnend, daß die guten Bücher, die über ihn handeln, ganz etwas andres zum Thema haben als ihn und seine höc [ ... ]
PANIZZA
Die Zensur ist fort. Es ist nicht zu merken: die Zeitungen erscheinen in derselben Tonart wie vor ihrem Fall, das Einerseits-Andrerseits, das Erwägen nach beiden Seiten, das zage Streicheln ist geblieben. Man hätte meinen sollen, daß nach dem Sturz des Zensors die Luft im Kessel mit einem Knall d [ ... ]
BAUERN, BONZEN UND BOMBEN
Wer, um sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, einen andern durch Gewalt oder Drohung zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt . .. Ein politisches Lehrbuch der Fauna Germanica, wie man es sich nicht besser wünschen kann: 'Bauern, Bonzen und Bomb [ ... ]
DER UNTERTAN
Aber es wäre unnütz, eudi zu raten. Die Gesdilechter müssen vorübergehen, der Typus, den ihr darstellt, muß sich abnutzen: dieser widerwärtig interessante Typus des imperialistisdien Untertanen, des Chauvinisten ohne Mitverantwortung, des in der Masse verschwindenden Machtanbeters, des Autoritätsglä [ ... ]
MACHT UND MENSCH
Der mathematische Grundriß zu Heinrich Manns Roman , jene erste Arbeit, mit der der Aktivismus in Deutschland eingeführt wurde, das heißt: der Gedanke, daß ein Parteiprogramm, das den Leuten nicht in allen Geschäften des Tages wehe tut oder sie anfeuert, zu nichts nutz ist. Er enthält des weitern de [ ... ]
JAKOB WASSERMANN UND SEIN WERK
«Es ist wahr», erwiderte Angelus, «ohne zu sehen, bist du gegangen, ohne zu wissen, hast du gehandelt, keinem hast du vertrauen dürfen.» [ ... ]
DER STREIT UM DEN SERGEANTEN GRISCHA
Wenn die Operettenautoren Haskel und Jablonski einen Schmarren 'Anneliese von Dessau> zusammenschustern und ein fetter Tenor, ein bieriger Baß und zwei kreischende Sopran-Nutten unter Zuhilfenahme von etwas Statisterie, bengalischem Licht und einem Eßlöffel voll Deutschland, Deutschland über alles ! [ ... ]
KRITIK MIT NACHSATZ
Benaröne> heißt eine entzückende kleine Geschichte von Arnold Zweig (im Roland-Verlag zu München erschienen). Das liest man mit großer Freude und unter beständigem Schmunzeln. Es ist eine Schulgeschichte. Nun ja, Onkel Thomas Mann blickt segnend hernieder (ohne den großen Schulvormittag aus den 'Bud [ ... ]
DER DEUTSCHE MENSCH
In der vorbildlich noblen und sachlichen Art, in der der Verlag S. Fischer seine Autoren fördert, hat man dort auch den fünfzigsten Geburtstag Hermann Hesses begangen. Hugo Ball hat ein Buch über das Leben und das Werk des Geburtstagskindes geschrieben. (Hugo Ball charakterisiert. «Er ist der Stepp [ ... ]
ROSSHALDE
Wer Hermann Hesse lieb hat, den wird dieses Buch (aus dem Verlag S. Fischer) sehr interessieren. Hesse ist jetzt siebenunddreißig Jahre alt und der lange her. Hesse hat die Welt seines erfolgreichsten Buches noch ein paar Mal gestaltet, und jedes Mal stärker, bewußter; am schönsten wohl im , im . [ ... ]
BUDJONNYS REITERARMEE
Wenn ein Buch erschienen ist, dann machen sie sich darüber her, und die Redaktionen hallen wider vom Rascheln der Manuskripte, die alle, alle dasselbe mitteilen: Man lese das neue Buch «Schwester Maria und frühes Leid> von Gebr. Mann! Und dann vergeht eine Zeit; ein Literat, der grade die Grippe ge [ ... ]
SEIN SPANNENDSTER ROMAN
Fremde Literaturen von innen zu sehn: das ist uns nicht oft vergönnt. In Paris habe ich die Nasenspitze in diesen Laden gesteckt — schön wars nicht, es roch auch nicht gut. Die bessern Leute verhalten sich dort still oder sitzen in der französischen Provinz, und in die Augen springt das Gelle, das [ ... ]
BABBITT
Hier sind die amerikanischen Buddenbrooks. Wenn Hanno nicht frühzeitig amTyphus gestorben wäre, sondern eine ehrbare lübecker Kaufmannstochter geheiratet hätte, deren zweiter Sohn dann später — — nach Amerika ausgewandert wäre: dieser Herr von Sinclair Lewis (bei Kurt Wolff in München erschie [ ... ]
AUF DEM NACHTTISCH - John Dos Passos
(John Dos Passos [ ... ]
B. TRAVEN
Land ist ewig. Geld ist nicht ewig. Darum kann man Land nicht gegen Geld vertauschen. Einmal habe ich gefragt, warum denn die deutschen Autoren die Herren Geschäftsleute gar so jämmerlich abbildeten: immer im Auto, immer Millionenschecks unterschreibend, immer mit der Türkei tele- fonierend und [ ... ]
RECHENMASCHINE AUS USA
Im Studio des Champs Elysees, einem der wenigen pariser Theater, in dem neben Jouvet überhaupt noch experimentiert wird, startet ein neues amerikanisches Stück: 'Die Rechenmaschine' von Eimer L. Rice. Haben Sie schon mal im Theater geschlafen? Ich treibe immer unter der Bank Allotria, besonders [ ... ]
DIE RELIQUIE
Man nennt mich Zimmermann. Upton Sinclair In Nummer 26 des XX. Jahrgangs haben wir [ ... ]
GALLETTIANA
Südamerika ist krumm. Joh. Aug. Galletti (1750-1828) Beschäftigt mit meinem Werk: [ ... ]
DER GINGGANZ
Morgenstern ist der Busch unsrer Tage. Wie unsre Väter sich an den niederdeutschen Holzschnittzeichnungen des großen Philosophen ver-lustierten — unter uns: in dieser Beziehung bin ich mein eigner Papa —, so kugelt sich ein ganzes junges Geschlecht über Palmström, Korfen und Muhme Kunkel, daß es [ ... ]
STUFEN
Es war einem Berufenem überlassen worden, das herrliche Buch aus dem Nachlaß Christian Morgensterns: (bei R. Piper & Cie. in München) eingehender und tiefer zu würdigen, als ich imstande gewesen wäre. Ich möchte nur eines dazu sagen. Es ist mir und meinen Freunden, die an diesem Blatte mitarbeiten [ ... ]
PALMSTROM DER VERMEHRTE
Daß Morgensterns in achter und sein nun in sechster Auflage vorliegen, freut einen doch. Denn das heißt immerhin, daß es in Deutschland zwanzigtausend Leute gibt — Käufer und Leser — die an derlei Dingen Vergnügen empfinden. Woran? Sicher nicht nur an der unheimlichen Kunst, so Kompliziertes [ ... ]
RODA RODA
Es gilt ja vielleicht nicht für fein, ihn ernsthaft literarisch zu werten. Seine Schuld. Er begeht die Unklugheit, überall mitzutun: mit den 'Fliegenden> harmlos blöd zu sein, mit den lustig, mit noch andern witzig, mit dem bissig. Das Bild verwischt sich, und der Künstler kommt nicht allzu gut we [ ... ]
GUTE WITZE AUS GROSSER ZEIT
Ãœber den Kriegsberichterstatter Roda Roda wäre mancherlei zu sagen. Als meine alte Liebe damals in die Pressequartiere der österreichischen Brigaden stieg, trauerte ich tief und anhaltend. Es war schade um den Mann. Er hat dann eine Reihe Feuilletons geschrieben, die ich lieber nie gelesen hätte †[ ... ]
EIN FRÃœHLING IN AMERIKA
Man stelle sich vor, daß man zum Abendessen einen netten Bekannten erwartet, der grade aus Amerika zurückgekehrt ist. Er kommt, es wird gegessen, und nachher sitzen alle in der kleinen Kaffee-Ecke des Wohnzimmers zusammen, man streckt behaglich die Beine aus und sagt: «Na, alter Junge — nun erzähl [ ... ]
EIN JEDER LEBTS
Meine sehr mäßige deutsche Schulbildung langt nicht, um Ihnen zu sagen, wie man einen Stein nennt, an dem ein Stückchen Quarz sitzt und ein Stückchen Glimmer und ein bißchen sowas und bißchen sowas... Diesen lateinischen Namen also weiß ich nicht. Aber solch ein Buch gibt es. Es ist so ziemlich das [ ... ]
HERR SCHWEJK
Neulich habe ich hier davon erzählt, wie mir in den sechs so sehr zu empfehlenden Bänden des von Roda Roda (erschienen bei Albert Langen) im letzten Band ein Mann aufgefallen ist, dessen Humor völlig neuartig erscheint: Jaroslav Haäek. Ein pariser Leser der hat uns dann einiges vom Lebenslauf dies [ ... ]
SCHWEJK DER ZWEITE
ist erschienen — der Dritte und der Vierte stehen uns noch bevor — also für die Lachlust in diesem Winter ist ausgesorgt: kein Artikel eines preußischen Kunstkonservators, keine deutsche Briefmarke, kein deutscher Juristentag ist vonnöten, um ungeheure Heiterkeit zu erregen — Schwejk ist da! S [ ... ]
KULISSEN
Es ist ein Jammer, daß es keinen rechtschaffenen Teufel mehr gibt. Jetzt behilft man sich da mit den Welschen, mit den Juden, mit den Radfahrern, mit dem Vertrag von Versailles .'.. aber das Richtige ist das alles nicht. Immerhin muß einer da sein, der schuld ist. Gehts gut, dann haben wir es herrli [ ... ]
AUF DEM NACHTTISCH
Eine schreibende Frau mit Humor, sieh mal an! Irmgard Keun (erschienen bei der Deutschen Verlags-Aktiengesellschaft Universitas in Berlin). Ungleich, aber sehr vielversprechend. In der ersten Hälfte des Büchleins wimmelt es von ziselierten Einzelheiten. Schilderung der Fahrgäste in der Straßenbahn [ ... ]
BERLINS BESTER
Da drüben an der Wand hängt er, das Bild hat er mir selbst geschenkt, und auf die Rückseite hat er etwas draufgeschrieben. Der Kopf mit der grauen Maurerfreese sieht an Herrn Courteline vorbei. («Wir kenn uns zwah nich vaständijen», sagt das Bild, «aber wir leben in Freundschaft. Valleicht jrade des [ ... ]
STIRBT DIE KUNST?
«Stirbt die Kunst?» — Diese seltsame Frage ist jetzt zum zweiten Male aufgetaucht. Schon vor Jahresfrist hatte Moszkowski, der Chefredakteur der 'Lustigen Blatten, die Frage gestellt, in etwas unklarer Weise behandelt und schließlich bejaht. Jetzt kommt ein Berufener, um sie abermals zu stellen u [ ... ]
GEGEN DEN STROM
Ein erschütterndes Zeitdokument liegt vor mir: , Aufsätze aus den Jahren 1914—1916 von N. Lenin und G. Sinowjew (bei Carl Hoym in Hamburg). Die fünfhundert bedeutendsten Seiten, die im Kriege geschrieben worden sind. Die Verfasser flüchteten bei Kriegsausbruch aus dem österreichi- sehen Galiz [ ... ]
MILITARIA
Wir haben nun genügend Distanz zu den Dingen gewonnen. Der heiße Zorn über die Offizierskaste und ihren Ungeist ist verraucht — wir haben nun Muße gehabt, durch neues Material unser Urteil zu bestärken. Das deutsche Offizierkorps hat im Kriege seine Vorgesetzten-Pflichten nicht erfüllt; es hat se [ ... ]
DAS BUCH VOM KAISER
Emil Ludwigs Buch über Wilhelm II. (erschienen bei Ernst Rowohlt) ist einzig nach seiner Wirkung zu beurteilen. Hier ist zum ersten Mal eines aus der Opposition, das an indifferente Intellektuelle der Provinz herankommt, an Schichten, die wir niemals erreichen, und die unsre Bestrebungen nur aus [ ... ]
JULI I4
Lassen Sie mich in Ruh. Der Krieg langweilt mich schon lange. Leopold Graf Berchtold Dies ist das stärkste Buch Emil Ludwigs — eine journalistische Leistung ersten Ranges. {'Juli 14», im Verlag Ernst Rowohlt zu Berlin.) Journalistisch deshalb, weil Geschehnisse plastisch wiedergegeben werden; hi [ ... ]
GEBRAUCHSLYRIK
Vater, ich rufe dich! Brüllend umdräut mich der Dampf der Geschütze! Theodor Körner Rauh hat das Schwert den alten Traum zerschlagen. So lang bewahrt auf tiefstem Herzensgrund: Geeint in Freiheit sollte Deutschland ragen, Ein Bund des Volkes, nicht ein Fürstenbund! Albert Tracger Ob sie sich hi [ ... ]
HAT MYNONA WIRKLICH GELEBT?
Ich klingelte. — «Wohnt hier Herr Mynona?» — «Wer?» sagte die Haushälterin, die mir geöffnet hatte. — «Mynona», sagte ich; «Mynona, über den wir so viel und mit so viel Nachdenken gelacht haben - ein lachender Philosoph, denken Sie, was das in Deutschland heißt! Ein Mann, der auf dem Grunde [ ... ]
LEBENSGESCHICHTE EINES REBELLEN
Habe des Süßen und Sauren viel genossen — aber des Sauren war mehr. Der Alte Dessauer Arthur Holitscher hat seine Erinnerungen geschrieben, und sechsundfünfzig Jahre Mitteleuropa ziehen an uns vorüber. (. Im Verlag S. Fischer.) Ein Rebell —? [ ... ]
FRATZEN VON GROSZ
Der Zusammenhang zwischen der bildenden Kunst und dem Leben ist nicht ganz aufgeklärt. Es ist noch nicht heraus, ob die Damen in England um 1830 so ausgesehen haben, weil Burne-Jones sie so hingehaucht hat, oder ob er so malte, weil sie so aussahen. Jedenfalls waren sich beide einig: der Maler und [ ... ]
DER RASENDE REPORTER
(Ja, du kriegst deine Besprechung —!) Egon Erwin Kisch,der tschechische Journalist, hat (bei Erich Reiß in Berlin) ein bunt eingeschlagenes Buch herausgegeben: [ ... ]
AUSSENSEITER DER GESELLSCHAFT
In dieser Ecke der Bibliothek pflegen zu stehen: der alte (recht langweilig und würdig von Paul Ernst bearbeitet); der [ ... ]
GRIMMS MÄRCHEN
Deutschland, die verfolgende Unschuld. Karl Kraus Zu den Bibeln des Deutschtums, wo es am knastrigsten ist, gehört auch ein dicker Wälzer, von Hans Grimm. Der Mann hat in Deutsch-Südwest gelebt und hat vor dem Kriege einige beachtliche Novellen veröffentlicht. (; alle seine Arbeiten sind bei Alber [ ... ]
DAS KLEINE LOGBUCH
Es ist mir eine Freude, ein kleines neues Buch Otto Flakes anzeigen zu dürfen, den ich neben Heinrich Mann für unsem bedeutendsten Essay- isten halte. Dergleichen geht uns am meisten an. «Das kleine Logbuch ist bei S. Fischer erschienen, und es paßt in jede Manteltasche. Ob es auch in jeden Kopf p [ ... ]
DER RECHTSSTAAT
Während die demokratische Republik Deutschland den dunkeln Spießbürger Herrn Külz in den des Völkerbundes gegen Erdbeben und Ãœberschwemmungen delegiert, wo der Maire von Zittau zusammen mit dem reaktionären Roten Kreuz gute Figur machen wird; während der Reichskanzler Luther, jeder Kubikfuß ein Ko [ ... ]
GESUNDE UND KRANKE NERVEN
«Versuchen wir die drei großen Systeme: Freud—Adler—Jung möglichst 'kurz in ihrem innern Wesen (nicht in ihren ausgesprochenen Lehren) zu fassen, so könnte man vielleicht sagen: In Freuds Forschungsarbeit spürt man überall den heißen Atem der Großstadt. Die Ãœberhelle, die blendende Dialektik g [ ... ]
OTTO FLAKE
Daß in Deutschland sich um die Probleme des Tages einer müht, der nicht befürchtet, sich mit seiner Opposition in aussichtslosen Widerspruch zu der Realität zu setzen, ist so selten, daß es gebucht werden will. Brauchen wir nicht eine Stärkung von außen? Macht es nicht Mühe, tagaus, tagein dasselbe [ ... ]
DER RECHTE BRUDER
Wenn Sie sich noch besinnen, was eine Bierzeitung ist: da ist ein Buch erschienen, das ist im besten Sinne eine Weinzeitung, eine Sektzeitung, eine Whiskyzeitung. Es ist ungeheuer amüsant. Es heißt: [ ... ]
DER DARMSTÄDTER ARMLEUCHTER
I. Als Gottes Atem leiser ging Als ich noch die Weisheit der Welt in aufgeplatzten Mappen aus der Berliner Staatsbibliothek nach Hause trug, war auch einmal ein kleines Büchlein darunter: 'Schopenhauer als Verbilden von einem Grafen Keyserling, dessen Name keinerlei andre Assoziationen erweckte, al [ ... ]
Le comique voyageur
Und daraus ergibt sich völlig unzweideutig zweierlei, was künftige Kritiker wohl berücksichtigen mögen: Erstens, daß Graf Keyserling bis heute trotz aller Wirkungskraft und sogar Popularität seiner Persönlichkeit nahezu ebenso unverstanden ist, wie es Nietzsche bei Lebzeiten war. Und zweitens, daß e [ ... ]
RUDOLF HERZOG - EIN DEUTSCHER MANN
Subordination ist das fortgesetzte und mit Erfolg gekrönte Bemühen eines Untergebenen, dümmer zu scheinen, als der Vorgesetzte ist. Deutscher Kriegsartikel Das hat jeder erlebt —: wenn man das erstemal eine Eisenbahnstrecke fährt, paßt man auf jeden Baum am Wege auf. Beim dritten Mal legt sich d [ ... ]
SIGILLA VERI
Aus dem Antisemitismus kann erst etwas Richtiges werden, wenn ihn ein Jude in die Hand nimmt. Roda Roda So um die zehnte Abendstunde, wenn die Luft in den Kneipen schon etwas dick geworden ist und der Alkohol die Gehirntätigkeit verlangsamt hat; um die zehnte Abendstunde, wenn die Stammtischru [ ... ]
EIN BESSERER HERR
Da laßt mich mal ran. Dieses Buch will besprochen sein. Dieses Buch ist: , verfaßt von Arnolt Bronnen (erschienen bei Ernst Rowohlt zu Berlin); heißt: Oberschlesien. Ausgezeichneter Einband: eine graue Generalstabskarte der Gegend, die Demarkationslinie zwischen Polen und Deutschland blutrot einge [ ... ]
EUROPÄISCHE KINDERSTUBE
«rapprochement (raprosdimä) m. 1. Zusammenrücken n, Wiederannäherung f; (rtfunion) Vereinigung f. 2. fig. (reconciliation) Annäherung ^Versöhnung f» Sachs-Villatte Die pariser vom 19. Juli enthält auf der ersten Seite folgenden Artikel: Das merkwürdige Schamgefühl [ ... ]
Kritik und »criticism«: Vorbemerkungen
Was Literaturkritik sei, das haben die verschiedenen literarischen Kulturen und ihre großen Schriftsteller und Kritiker in ganz unterschiedlicher Weise definiert. In der angelsächsischen Welt versteht man unter »criticism« eine vernünftige und systematische, dem >common sense< verpflichtete Erörteru [ ... ]
Von der künstlerischen Kritik zur Kritik als Institution
Das Bedürfnis, auf Kunst zu reagieren und sich über die Erfahrung von Kunst auszutauschen, ist sicher so alt wie diese selbst. Wir wissen wenig darüber, wie die Zuhörer der homerischen Epen, die Zuschauer der attischen Tragödie oder das Publikum des höfischen Romans im Mittelalter ihre Erlebnisse ar [ ... ]
Grundformen der Literaturkritik: Skizze einer historischen Typologie
Diese sehr verallgemeinerten Bestimmungen lassen sich umsetzen in eine historische Typologie der Grundformen von Literaturkritik, in der ihre Geschichte nicht als Entwicklung, sondern als immer wieder neue, konkreten Bedürfnissen entspringende Ausformung fortdauernder Möglichkeiten erscheint. In ein [ ... ]
Kritik der Kritik
Wo liegt die Instanz für die Kritik der Kritik ? Gibt es, jenseits von pädagogischen Funktionszuweisungen, ein inneres, literarisches Kriterium ihrer Selbstkritik ? Man könnte meinen, es sei die Interpretation, der logische Nachvollzug der Texte. Und in der Tat ist richtig, daß noch die rudimentärst [ ... ]