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Zuschauer



Im Gegensatz zu der im Wort Zuschauer ausgedrückten Passivität, spielt das Publikum bei Theateraufführungen, aber auch indirekt bei Film und Fernsehen eine große Rolle. In Befragungen und Einschaltquotentests werden die Reaktionen der Fernsehzuschauer regelmäßig ausgewertet. Beim Film entscheidet die Anzahl der Kinobesucher über Erfolg oder Mißerfolg. Bei jeder Film-und Fernsehproduktion wird versucht, ein möglichst umfassendes Bild der Zuschauerbedürfnisse und -erwartungen zu erhalten. Abgesehen von Formen der Zuschauer- und Zuhörerbeteiligung bei Fernsehen und Rundfunk, ist die aktive Mitwirkung des Publikums bei Rundfunk, Film und Fernsehen nicht Voraussetzung der Sendung oder Vorführung. Das ist beim Theater anders. Die Zuschauer sind ein unverzichtbarer Teil der Aufführung. Vor den Bemühungen um ein deutsches Nationaltheater in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts waren Theatervorstellungen für das Publikum unterhaltend-gesellige Ereignisse. Während der Vorstellung wurde gegessen und getrunken, herumgelaufen und gesprochen. Die Schauspieler mußten die Aufmerksamkeit der Zuschauer immer wieder aufs neue erregen, nicht selten griff das Publikum mit deutlichen Mißfallens- oder Sympathiekundgebungen in den Gang der Handlung ein. Das aufstrebende Bürgertum verwandelte das Theater in eine aufklärerischmoralische Anstalt, die es dem Zuschauer ermöglichte, sich mit einzelnen Bühnenfiguren zu identifizieren. Der Theaterbesuch diente der Erschütterung und Belehrung der Rezi-pienten, weniger ihrer Unterhaltung und Zerstreuung. Die zunehmende Ruhe und Konzentration im Zuschauerraum läßt sich auch an den architektonischen Veränderungen des Theaters ablesen. Im Parterre wurden Stühle aufgestellt, der Zuschauerraum blieb während der Vorführung im Dunkeln, die Trennung von —»Bühne und Publikum wurde als betont. Seitdem wurden die Zuschauer zu stummen Rezipienten, die sich ganz auf das Bühnengeschehen konzentrierten. Erst im 20. Jahrhundert, besonders durch Bertolt Brechts —»episches Theater und durch seine Forderung, die Schauspielkunst müsse durch eine «Zuschaukunst» ergänzt werden, wird wieder versucht, die Zuschauer aktiv am Theaterspiel zu beteiligen. Im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters gibt es sogenannte Mitmachstücke; Straßentheater und politisches Aufklärungstheater knüpfen an alte Formen des —»Volkstheaters an und versuchen, die Reaktionen der Zuschauer in die Stücke miteinzubeziehen .

     


Der poetologische zuschauer

Doch nun zurück zur Lehre vom vierfachen Schriftsinn, die aufgrund ihrer hier vorgenommenen Ausrichtung in der poetologischen Rekonstruktion des einzelnen literarischen Textes ihre Vollendung findet: als Literaturwissenschaft im strengen Sinne. Zusammenfassend ist erneut zu betonen: Im aktuellen Ko .....
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