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Zeltroman



Der Zeitroman entstand im 19. Jahrhundert in Deutschland als eine realistische Gattung. Er ist mit dem —»Gesellschaftsroman verwandt, beansprucht aber, über das Gesellschaftsleben hinaus die wichtigsten Strömungen und Tendenzen der Gegenwart des Autors zu erfassen. Er leistet für seine Gegenwart, was der —> historische Roman für Epochen der Vergangenheit unternimmt. Die realistische Schilderung und literarische Analyse eines Zeitalters kann mit kritischen oder utopi-schen Intentionen verbunden sein; diese Tendenz findet sich besonders im Zeitroman des 20. Jahrhunderts. Als erster Zeitroman gilt Karl Leberecht Immermanns Roman «Die Epigonen» , über den der Autor schrieb: «Unsere Zeit, die sich auf den Schultern der Mühe und des Fleißes unserer Altvordern erhebt, krankt an einem gewissen geistigen Ãœberflusse. Die Erbschaft ihres Erwerbes liegt zu leichtem Antritte uns bereit, in diesem Sinne sind wir Epigonen.» Im —» Jungen Deutschland wird der Zeitroman zu einer der wichtigsten literarischen Formen: Heinrich Laube, «Das junge Europa» , Karl Gutzkow, «Wally, die Zweiflerin» . Ein besonders verbreiteter Zeitroman ist Gustav Freytags «Soll und Haben» . Auch viele Romane Theodor Fontanes wie «Der Stechlin» sind Zeitromane. Dazu gehört auch Heinrich Manns Roman «Der Untertan» . In der Literatur nach 1945 wird die Tradition des Zeitromans fortgesetzt: Heinrich Böll, «Ansichten eines Clowns» , Martin Walser, «Halbzeit» , Günter Grass, «Hundejahre» .
     


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