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Wortspiel



Wortspiele, die in der Literatur ebenso wie in der Alltagskommunikation in unübersehbarer Vielfalt verwendet werden, verdanken ihren Witz der Tatsache, daß gleich oder ähnlich lautende Wörter unterschiedliche Bedeutungen haben können: «Lieber arm dran als Bein ab» lautet ein Spontispruch der siebziger Jahre, und schon Friedrich Schiller dichtete in der «Kapuzinerpredigt» seines Dramas «Wallensteins Lager» : «Kümmert sich mehr um den Krug als den Krieg, / wetzt lieber den Schnabel als den Säbel... / Und das Römische Reich - daß Gott erbarm! / Sollte heißen römisch arm.» Schiller erwähnt dort den Barockprediger Abraham a Sancta Clara, der ein außerordentlich eifriger Wortspieler war. Heinrich Heine berichtet von einem notorisch gebildeten Mann, der so beschlagen war, daß er stets statt angenommen Agamemnon sagte.
      Man kann bei Wortspielen unterscheiden zwischen gleich oder ähnlich lautenden Wörtern, die unterschiedliche Bedeutung haben , dann spricht man von —» Homonymen und der sogenannten Amphibolie , bei der der —»Witz durch unterschiedliche Wortstellung oder Beziehung zustande kommt. Dem Wortspiel verwandt sind der —»Aphorismus, der —»Witz, der Kalauer. Autoren, die Wortspiele zu wesentlichen Bestandteilen ihrer Literatur gemacht haben, sind u.a. Francois Rabelais, Johann Fischart, Jean Paul, Georg Christoph Lichtenberg, Heinrich Heine, Erich Kästner, Christan Morgenstern.
     


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