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Weltliteratur



Summe aller Nationalliteraturen; Auswahl der wichtigsten Dichtungen aller Völker. Am treffendsten gibt Johann Wolfgang Goethes Definition die Dimension dieses Begriffes wieder. Beim Tischgespräch mit seinem Assistenten Eckermann am 31.1.1827 berichtet Goethe von der Lektüre eines chinesischen Romans. «Der muß wohl sehr fremdartig aussehen», will Eckermann bemerkt und Goethe soll darauf geantwortet haben: «Nicht so sehr, als man glauben sollte. Die Menschen denken, handeln fast ebenso wie wir, und man fühlt sich bald als ihresgleichen. Ich sehe immer mehr, daß die Poesie Gemeingut der Menschheit ist und daß sie überall und zu allen Zeiten in Hunderten und aber Hunderten von Menschen hervortritt... Aber freilich, wenn wir Deutschen nicht aus dem engen Kreise unserer eigenen Umgebung hinausblicken, so kom-men wir gar zu leicht in diesen pedantischen Dünkel. Ich sehe mich daher gerne bei fremden Nationen um und rate jedem, es auch seinerseits zu tun. Nationalliteratur will jetzt nicht viel sagen, die Epoche der Weltliteratur ist an der Zeit, und jeder muß jetzt dazu wirken, diese Epoche zu beschleunigen.»
Hiermit ist erstmalig der Begriff Weltliteratur verwandt und in Gegensatz zur —»Nationalliteratur gestellt worden. Weltliteratur, so läßt sich aus anderen Äußerungen Goethes schließen, ist für ihn der universale Austausch sämtlicher Literaturen.
      Nun ist Goethe nicht der erste, dem der Horizont der heimatlichen Literatur zu eng ist. Bereits im 18. Jahrhundert versuchen Voltaire und die Enzyklopädisten, verschiedene Literaturen zu erfassen, zu vergleichen und zu werten. Die Rationalisten der —»Aufklärung versuchen, die literarischen Schätze verschiedener Völker sicherzustellen. Der Romantiker August Wilhelm Schlegel möchte in seinen «Berliner Vorlesungen über schöne Literatur und Kunst» die «nicht bloß nationale und temporär interessante, sondern universelle und unvergängliche Poesievorstellen». Mit ähnlichen Worten ruft sein Bruder Friedrich in «Ãœber die Sprache und Weisheit der Indier» zu einer universellen Sicht von Literatur auf.
      Um «universelle und unvergängliche Poesie» aber betrachten zu können, sind —»Ãœbersetzungen notwendig. Ãœbersetzungen geben Werken aus Literatursprachen mit geringer Verbreitung die Möglichkeit, von einem internationalen Publikum gelesen zu werden. Durch Ãœbersetzung aus dem Französischen, Englischen und Russischen haben die —» Romane des 19. Jahrhunderts nicht nur in Europa einen ungeheuren Einfluß ausgeübt. Die Skandinavier Henrik Ibsen und August Strindberg werden erst durch die Resonanz bei Kritikern und Lesern im Ausland, besonders in Deutschland, berühmt.


Zwischen wiesental und weltliteratur - zu goethes sprachkonzeption

Sprache und Identität Der Fußwanderer, der den „Wäschtweg" von Pforzheim nach Basel auf den Höhenkämmen des Schwarzwalds begeht, wird eine Tagesetappe auf dem Sattel des Feldbergs beenden und im Feldberger Hof einkehren, einem häss-lichen Betonklotz, der aber in seinem Inneren eine kulturhistorisch .....
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Index » Kontextualisierung und Analyse -Zur Literatur der Goethezeit, des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts

Komparatistik und weltliteratur: eine verwandtschaft?

Um das zunächst ,Fremde des Faches abzumildern, scheint ein Begriff besonders geeignet zu sein, der zudem mit,Komparatistik in einem Atemzug genannt wird: Weltliteratur. Nach allgemeiner Einschätzung sind beide eng miteinander verwandet - so eng, daß Fritz Strich vorschlug, die AVL kurzerhand und .....
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Goethes begriff der weltliteratur

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Der quantitative begriff von weltliteratur

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Der kanonische weltliteratur-begriff

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Ein fischer im netz der weltliteratur: hemingways »der alte mann und das meer«

Die besondere Aufmerksamkeit der Autoren beschränkt sich nicht nur auf das eigene Leben. Sie nehmen die Welt um sich herum und die Menschen darin oft sehr genau wahr. Das eine wie das andere steckt voller Geschichten. Bei Ernest Hemingway verlief die Stoffsuche oft sehr glücklich. Er fand das Sujet .....
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Johann wolfgang goethe - Ãœber weltliteratur

Le Tasse, drame historique en cinq Sctes, par M. Alexander Duval [•••] Ãœberall hört und liest man von dem Vorschreiten des Menschengeschlechts, von den weiteren Aussichten der Welt- und Menschenverhältnisse. Wie es auch im Ganzen hiermit beschaffen sein mag, welches zu untersuchen und näher .....
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