Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Jugendlexikon literatur

Index
» Jugendlexikon literatur
» Textkritik

Textkritik



auch Editionstechnik. Methode der —»Philologie, die versucht, anhand der vorhandenen Fassungen eines Textes den oft fehlerhaft oder unvollständig überlieferten oder gänzlich verlorengegangenen Originaltext zu rekonstruieren. Die textkritische Methode wird nicht nur auf literarische Werke, sondern u. a. auch auf juristische und theologische Texte angewandt. Oft weichen die im Lauf der Ãœberlieferung entstandenen Bearbeitungen erheblich vom Original ab, so daß die Textkritik die Voraussetzung für eine an-gemessene -»Rezeption erst schaffen muß.

      Die kritische Rekonstruktion eines Textes erfolgt in verschiedenen Arbeitsschritten: 1. Die Sammlung und kritische Ãœberprüfung aller erreichbaren Textzeugnisse . 2. Die Kollation: der systematische Vergleich des Wortlautes und der Orthographie der gesammelten Textzeugnisse. Dabei wird in der Rekonstruktion und im Vergleich vor allem der durch Abschriften entstandenen Fehler und Abweichungen die jeweilige Nähe oder Ferne der einzelnen Zeugnisse zum Original und deren gegenseitige Abhängigkeit bestimmt. Dadurch kann 3. ein Stemma hergestellt werden, eine graphische Darstellung des Ãœberlieferungsweges der Textzeugnisse. 4. Die Rezension; sie hat das Ziel, in einer kritischen Sichtung aller bis dahin eingeordneten Textvarianten anhand einer als Leithandschrift erkannten Fassung, von der abgeschrieben wurde, den Archetypus festzulegen. Der Archetypus ist diejenige Fassung, die der Editor als Vorlage der Abschriften erkannt hat und die nach seiner Meinung dem Original am nächsten kommt. 5. Emendation; in ihr versucht der Herausgeber über den rekonstruierten Archetypus hinauszu-gelangen. Mit großer Vorsicht tilgt er offenkundige Fehler und spätere Zusätze zum Originaltext. Nicht zu klärende Stellen werden durch eine Crux symbolisch gekennzeichnet. 6. Echtheitsdiagnose; als Ergebnis aller bisherigen Arbeitsschritte kann ein Werk einem bestimmten Autor zu- oder abge-sprochen werden. Ergebnis all dieser Bemühungen ist schließlich die -»Edition, eine kritische oder—»historisch-kritische Ausgabe, die dem Original nahekommt. In ihr werden die abweichenden Lesarten der überlieferten Handschriften, die Eingriffe und Anmerkungen des —»Herausgebers in einem kritischen Apparat angeführt.


Textauswahl und textkritik

Der in der Struktur der Methoden-Ãœbersicht zugrunde gelegte systematische Zusammenhang von Gegenstandswahl, F.rkcnntnis-interesse und Untcrsuchungsvcrlahren gilt auch für die literarische Behandlung eines Themas; es ist repräsentativ oder in diesem halle besser: typisch — für einen Autor. Im zwe .....
[ mehr ]
Index » Literaturinterpretation » Literaturaneignung als kommunikative Praxis

Textsicherung und textkritik

In den gängigen Hölderlin-Ausgaben liest der Leser die Verse 91 bis 93 der Hymne « Friedensfeier » so: «Viel hat von Morgen an, / Seit ein Gespräch wir sind und hören voneinander, / Erfahren der Mensch; bald sind wir aber Gesang.» In der von Hölderlin angefertigten, deutlich lesbaren Abschrift des G .....
[ mehr ]
Index » Grundfragen der Literaturwissenschaft

Textkritik

Es ist die Aufgabe der Textkritik, aus den dem Autor zeitlich fernstehenden, abweichenden Ãœberlieferungsträgern {Textzeugen) den originalen Text des Autors zu ermitteln, d. h. den Text von Fehlern zu reinigen, die sich im Laufe seiner handschriftlichen Tradierung eingeschlichen haben. Auf solch .....
[ mehr ]
Index » Literaturwissenschaft und Systemtheorie » Editorik

 Tags:
Textkritik    





Impressum | Datenschutz

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com