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Reiseliteratur



Reiseberichte gab es bereits in der —»Antike . Das -»Mittelalter brachteliterarische Reisebeschreibungen hervor. Ibn Battuta im 14. und weit früher AI Idrisi im 12. Jahrhundert beschrieben ihre Reisen durch Afrika und den Fernen Osten. Im 15. und 16. Jahrhundert schilderten viele Bürger ihre Reise ins Gelobte Land, z. B. Hans Tucher aus Nürnberg mit der «Beschreibung der Reiß ins » . Marco Polo verfaßte «II milione» . Ins Deutsche übersetzt wurde sein Buch 1477, unter dem Titel «Die Reisen des Venezianers Marco Polo» erschien das Buch 1963. Er berichtete hier von seinen Reisen in die Mongolei und schrieb in so eindringlicher Sprache, daß sein Bericht lange Zeit die Vorstellungen von der Exotik und den phantastischen Möglichkeiten bestimmte. Nicht weniger verheißungsvoll klang das Bordbuch des Kolumbus aus dem 15. Jahrhundert, das in kargen Worten an den Entbehrungen der langen Reise keine Zweifel ließ, aber auch die Möglichkeit, zu Gold, Reichtum und Ruhm zu kommen für alle Abenteuerwilligen in Aussicht stellte. Mit seinem Reisebericht, der im Grunde noch wenig von den kolonisatorischen Absichten erzählte, denen Kolumbus folgte, eröffnete er eine Serie von Reiseberichten mit ähnlichen Zielen und ähnlicher Thematik. Allerdings hatten die Reisen dank der Einflüsse der —»Aufklärung, die Kenntnisse über andere Völker und Kulturen wünschte, nicht mehr den Charakter von nicht selten in Massakern endenden Ãœberrumpelungen der einheimischen Bevölkerungen, sondern waren Entdeckungsfahrten, deren Verlauf exakte, wissenschaftlich orientierte Reisebeschreibungen protokollierten. Der auch heutenoch so erfolgreiche Roman von Daniel Defoe «Das Leben und die seltsamen Abenteuer des Robinson Crusoe» gab einer eigenen Gattung den Namen, der —»Robinsonade. Auch der utopische Roman sucht seine Alternativen anderswo und nicht in der bestehenden Gesellschaft. Fast akribisch und mit naturwissenschaftlicher Präzision verfaßte Alexander von Humboldt den Forschungsbericht über seine Südamerikareise, «Ansichten der Natur», den er in 30 Bänden von 1811-26 ausarbeitete.

      Die —► Romantik schätzt das Reisemotiv sehr und fließt über vor Sehnsucht in die Ferne . Johann Wolfgang Goethe stellte als —»Tagebuch und Briefsammlung 1799 seine «Italienische Reise» vor.
      Das —>Junge Deutschland brachte unterhaltsame und zugleich informative Reiseberichte hervor, in denen Landschaftsberichte mit politischen Einschätzungen kombiniert wurden .
      In unseren Tagen, da mehr denn je gereist wird, erfreut sich auch die Reiseliteratur großer Beliebtheit, wie Titel z.B. von Heinrich Böll, «Irisches Tagebuch» bewei.


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