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Mundartdichtung



Unter Mundartdichtung versteht man jene Literatur, die ausschließlich oder doch überwiegend in Dialekt abgefaßt ist. Im Unterschied zur überregionalen hochsprachlichen Dichtung ist sie meist nicht nur in der Sprache, sondern auch im Milieu und in der Thematik landschaftlich gebunden. Regionale Besonderheiten und Mentalitäten kommen in ihr eher zum Ausdruck als in hochsprachlicher Literatur. Mundartdichtung umfaßt alle drei Grundformen der Dichtung , doch aufgrund ihrer breiten mündlichen Tradition überwiegen mit Lyrik und Drama die Formen des gesprochenen Wortes.
      Mundartliche Literatur im heutigen Sinne konnte erst entstehen, nachdem sich im Zuge der Bibelübersetzung Martin Luthers eine literarische Hochsprache herausgebildet hatte. Die ersten literarischen Zeugnisse entstammen erst der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, breiter wird die literarische Produktion indes im 19. Jahrhundert. Johann Peter Hebels «Alemannische Gedichte müssen dazugerechnet werden ebenso wie das in mecklem-burgischem Dialekt verfaßte erzählerische Werk Fritz Reuters und die Wiener Volksstücke Ferdinand Raimunds und Johann Nepomuk Nestroys . Heute strahlt das Fernsehen regelmäßig Mundartstücke aus . Seit Anfang der siebziger Jahre ist bei einigen jungen Autoren ein Hang zu mundartlicher Dichtungfestzustellen, wie bei Martin Sperr, Rainer Werner Fassbinder oder Franz Xaver Kroetz.
     


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