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Kriegsliteratur



Kriegsliteratur kann als geistige Waffe dienen. In den rohesten, ältesten Formen des Schlachtgesangs soll sie die kämpfende Partei unmittelbar anspornen und aufputschen. In -♦Heldenliedern , Kriegsgesängen, in unzähligen Dichtungen aller —»Gattungen wird der Krieg verherrlicht, werden speziell die Feldherren gerühmt und die Gegner herabgezogen. Es wird an alte Schlachten erinnert, künftige werden in literarisch verbrämten Racheschwüren vorbereitet. Bis zur antimilitaristischen Literatur nach den beiden Weltkriegen dominiert diese Fortsetzung des Krieges mit literarischen Mitteln. Wenig ist überliefert von den Opfern der Kriege, von den einfachen Soldaten, den Landsknechten, den verstümmelten Rittern, den getöteten Frauen und Kindern. Wie hätte eine Literatur gegen den Krieg auch Zustandekommen sollen, wenn er als Kunst und Höhe-punkt im Leben tapferer Männer begriffen wurde?

In der —»Antike kreisen seit Homer und Vergil die —> Epen um den Krieg oder sie setzen ihn als unabänderliches Schicksal voraus. Das älteste erhaltene Beispiel deutscher Kriegsdichtung ist das «Ludwigslied» auf den Sieg König Ludwigs I

II.

über die Normannen im Jahre 881:
«Da nahm er Schild und Speer, ritt wie ein Held:

Wahrheit wollte er künden seinen Widersachern.
      Der sang war gesungen, der Kampf warbegonnen, das Blut schien in den Wangen, daspielten die Franken. Da focht jeglicher Degen, keiner wie

Ludwig, tapfer und kühn, das war seine Art.»
Zu Zeiten nationaler Kriegsbegeiste-rung oder von den Regierungen inszenierter kriegerischer Emotionen überwiegen Formen von Kriegsliteratur, die im Namen höherer Werte den Krieg umdichten in sentimental verbrämte, heldenhafte oder tragisch-scheiternde Bewährungschancen für Männer. Kriegsliteratur ist immer Männerliteratur. Hierzu gehören die Kreuzzugslieder, die Landsknechtsgesänge, viele Kriegslieder des —»Barock, und in besonders reicher Zahl Dichtungen, die die Kriege Friedrich

II.

von Preußen verherrlichen . Außer acht bleiben hier viele —»Dramen und —♦Novellen oder -»Erzählungen, die die Kriege des 18. Jahrhunderts zum Thema haben, meist, um vor dem Hintergrund unvermeidlicher kriegerischer Verwicklungen tragische Einzelschicksale zu behandeln. Ein Höhepunkt chauvinistischer Kriegsliteratur wird in den deutschen Befreiungskriegen 1813-15 erreicht . Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, besonders, als er von den Deutschen gewonnen war, konnte man an die Tradition dieser martialischen Literatur anknüpfen . Der Erste Weltkrieg bot dann wieder Gelegenheit, den Krieg in Lyrik und Prosa zuverherrlichen. Wie folgt begann eines von unzähligen, im Ersten Weltkrieg gesungenen Kriegsliedern.
      «Die Trommel schlug zum Streite.


Situation der nachkriegsliteratur

Bei stetiger geschichtlicher Entwicklung liefert eine Genera= tion, wenn sie in die zwanziger oder dreißiger Jahre ge= kommen ist, die ersten Proben ihres Könnens, schließt sich zu Gruppen zusammen, bildet einen Stil aus und setzt sich mit der Vorläufergeneration auseinander. Überblicken wir die heu .....
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Der provisorische charakter des begriffs nachkriegsliteratur

Die Jahreszahl 1945 ist der Markierungspunkt, an dem wir einsetzen. Doch wäre es falsch, wollten wir mit 1945 eine Epoche der Literatur beginnen lassen. Wer aus den ersten Nachkriegsjahren nicht nur die leibliche Not, sondern den Lesehunger im Gedächtnis behalten hat, der weiß, daß es ein zögernder .....
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