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Journalismus




Journalistische Schreibweisen richten sich in ihren Formen und Inhalten weitgehend nach ihrer Funktion. In den Medien der gedruckten —»Presse, in Funk und Fernsehen dienen sie der Information, der Unterhaltung und der Meinungsbil-düng. Im Gegensatz zur —»Belletristik, die in ihren Stoffen und Schreibweisen nicht an den Rahmen eines journalistischen Mediums gebunden ist, hat es der Journalismus immer mit Beschränkungen zu tun: Druckmedien gehören —»Verlagen oder Verbänden, Parteien oder Einzelpersonen, die Geld verdienen, und/oder in mehr oder minder deutlicher Weise auf die Leser einwirken wollen. Auch die öffentlich-rechtlichen Medien arbeiten unter bestimmten Vorgaben. In demokratischen Gesellschaften unterliegen die Medien keiner staatlichen —* Zensur. So bilden die journalistischen Medien eine Macht, die auf Haltungen und Meinungen der einzelnen und die Öffentlichkeit einwirken. Auf diese Weise sind Journalisten daran beteiligt, die Gewalten einer Gesellschaft zu kontrollieren und zu kritisieren. Der amerikanische Watergate-Skandal, die Parteispenden- und die Barschel-Pfeiffer-Affäre oder die Bestechungsversuche der Hanauer Atomfabriken sind Skandale, die alle ohne journalistische Mithilfe nicht aufgedeckt worden wären. Andererseits bedient sich manche Boulevard-Zeitung manipulativer und verfälschender Techniken, um täglich ein Blatt zu produzieren, das mehr der Lebenshilfe als dem Bedürfnis nach Information und Unterhaltung dienen will.

      Der Journalismus in Europa entstand mit dem Aufkommen der periodischen Presse gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Die Entwicklung der Zeitungen hängt mit dem politischen Erstarken des Bürgertums zu-sammen. Zum einen berichteten Zeitungen über den Warenverkehr, informierten über Messen, Preise und Angebote, zum anderen verbreiteten sie politische Ideen und Forderungen des Bürgertums. Im 19. Jahrhundert entstand die Massenpresse. Voraussetzungen dafür waren die Erfindung neuer Druckmaschinen , Verbesserungen der Papierherstellung , die Verbilligung der Zeitung durch das aufkommende Anzeigenwesen und schließlich Lesefähigkeit und -bedürfnis breiter Bevölkerungsschichten .
      In dieser Phase der sich durchsetzenden Massenpresse spielen Schriftsteller eine große Rolle, die durch außerordentlich beliebte Fortsetzungsromane zur Auflagensteigerung der Blätter beitrugen. Am deutlichsten läßt sich dies in Frankreich beobachten. Das bekannteste Beispiel ist der abenteuerliche Großstadtroman «Die Geheimnisse von Paris» von Eugene Sue, der im «Journal des D6bats» erschien. In Deutschland setzte sich die Massenpresse erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts durch. Vorher hatten Heinrich Heine, Georg Herwegh und Ludwig Börne eine Form politischer Publizistik geschaffen, in der radikale Kritik an der Restauration im Deutschland des —» Vormärz und ästhetisch-literarische Qualitäten zusammenkamen. Anders als etwa in Frankreich, den USA oder England, wo Journalismus und Literatur nicht scharf voneinander getrennt sind, galt es in Deutschland lange Zeit als anrüchig, wenn sich Schriftsteller als Journalisten betätigten. Erst in der —»Weimarer Republik wurden die Feuilleton-Beiträge eines Alfred Polgar, «Ich bin Zeuge» , Kurt Tucholsky oder Carl von Ossietzky als journalistische Literatur oder literarischer Journalismus allgemein anerkannt. Die literarischen Reportagen von Egon Erwin Kisch sind ein bis heute nicht übertroffener Beleg für die Möglichkeit, literarische und journalistische Formen und Schreibweisen zu verbinden.
     


Politischer journalismus

Unter Carl von Ossietzky wurde die Wochenschrift 'Die Weltbühne" zum wichtigsten Sprachrohr der intellektuellen Linken. Carl von Ossietzky war entschiedener Humanist und Pazifist. Schon während des Weltkrieges redete er vor der 'Deutschen Friedensgesellschaft", ab 1919 arbeitete er in Berlin als Se .....
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